Orientalismen in Ostmitteleuropa

Diskurse, Akteure und Disziplinen vom 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg

Im Rahmen der Debatten über die Tragfähigkeit des Said'schen Orientalismus-Konzepts wurde Ostmitteleuropa bislang bestenfalls als Objekt hegemonialer Diskurse in den Blick genommen. Im Kontrast dazu wird in diesem Band nach ostmitteleuropäischen Orientalismen von 1800 bis in die Zwischenkriegszeit gefragt.

Die interdisziplinären Beiträge thematisieren die Wahrnehmungen und Deutungen des Orients in jener europäischen Großregion – vom Baltikum bis zur Krim, von Polen bis nach Bosnien –, die über Jahrhunderte durch die Nachbarschaft zum Osmanischen Reich geprägt wurde. Im Fokus stehen dabei sowohl die Akteure, Institutionen und Diskurse als auch die unterschiedlichen Orient-Topoi sowie deren Darstellung in der Literatur und in den bildenden Künsten.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Vorwort

    Seiten 7 - 8
  4. Einleitende Überlegungen zu Orientalismen in Ostmitteleuropa

    Seiten 9 - 28
  5. Komplexer k.u.k. Orientalismus: Akteure, Institutionen, Diskurse im 19. und 20. Jahrhundert in Österreich

    Seiten 31 - 64
  6. Wo liegt das russische Morgenland? Orient-Diskurs und imperiale Herrschaft im Zarenreich

    Seiten 65 - 84
  7. The Development of Hungarian Turcology in the Long Nineteenth Century

    Seiten 87 - 104
  8. Vienna and the Art Historical 'Discovery' of the Balkans

    Seiten 105 - 118
  9. "Unsere Aufgaben in der Orientalistik und im Orient"

    Seiten 119 - 144
  10. "Die Ägypter wussten ihre Köpfe zu gebrauchen!" Orientalische Alterität in den fiktiven Reisebeschreibungen von Václav Mat?j Kramerius (1802-1808)

    Seiten 147 - 186
  11. Edward Raczy?skis Perzeption des osmanischen Orients in Bild und Text seines Reisetagebuchs

    Seiten 187 - 220
  12. Orientalism in Fin de Siècle Czech Society? (With a Focus on Egypt)

    Seiten 221 - 256
  13. Orientalismus und Ossianismus. Zu den Verschränkungen der Nord- und Orient- Diskurse in der polnischen Frühromantik

    Seiten 259 - 284
  14. Buren und Polen. Metonymischer Manichäismus und metaphorische Autoafrikanisierung bei Henryk Sienkiewicz - zur Rhetorik interkultureller Beziehungen

    Seiten 285 - 312
  15. "Unser kleiner Orient". Balchik und die südliche Dobrudscha aus der Perspektive Rumäniens (1913-1940)

    Seiten 313 - 334
  16. Vladimir Bartol's Alamut and Slovenian (Self-)Orientalism

    Seiten 335 - 350
  17. Autorinnen und Autoren

    Seiten 351 - 356
Mehr
36,99 € *

2014-02-13, 356 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2697-1

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Robert Born

Robert Born, GWZO Leipzig, Deutschland

Sarah Lemmen

Sarah Lemmen, Universität Wien, Österreich

... mit Robert Born und Sarah Lemmen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Dieses Buch rückt mit Ostmitteleuropa eine Region in den Fokus, die bisher in der Forschung zu Orientalismus oder postcolonial studies mehrheitlich außen vor gelassen wurde, und zeigt die Vielfalt, aber auch die Spezifika ostmitteleuropäischer Orientalismen auf – beileibe kein rein ›westliches‹ Phänomen!

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Sammelband bietet einen ersten interdisziplinären Einblick in das komplexe Geflecht ostmitteleuropäischer Orientalismen in englischer und deutscher Sprache. Vom Baltikum bis zum Balkan, von Böhmen bis zur Krim fragt es nach Akteuren, Institutionen und Diskursen und ihrer Teilhabe an dem Schaffen eines so vielfältigen wie spezifischen orientalistischen Blicks, der so unterschiedliche Phänomene wie Selbstorientalisierungen, Grenz- und nichtkoloniale Orientalismen mit einbezieht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit Edward Saids bahnbrechender Studie ist das Thema Orientalismus von ungebrochener Aktualität. Gleichzeitig hat die Debatte aber großenteils den Raum Ostmitteleuropa nicht beachtet. Zu Unrecht: Der Umgang dieser Region mit dem Orient weist spezifische Merkmale auf, die stark durch die jahrhundertelange Nachbarschaft mit dem Osmanischen Reich geprägt sind.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Maria Todorova und Andre Gingrich, deren Studien zu Balkanismus und Grenz-Orientalismus zu den Inspirationsquellen für dieses Buch gehören.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Dieses Buch ist der erste Versuch, die orientalisierenden Diskurse in Ostmitteleuropa, einer Region, die über Jahrhunderte eng mit dem Osmanischen Reich verbunden war, in einer interdisziplinären Perspektive vergleichend in den Blick zu nehmen.

»Diesem Band gelingt es [...] überzeugend, zentrale Aspekte der Wirkung von Orientdiskursen in Ostmitteleuropa herauszuarbeiten und zu zeigen, wie sich ostmitteleuropäische Definitionen des vermeintlich Eigenen durch die Entfaltung und Veränderungen der Vorstellungen vom Anderen konkret entwickelten.«
Stefan Rohdewald, Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung, 65/2 (2016)
»[Der Band] ist eine produktive kritische Auseinandersetzung mit Saids Orientalismus-Paradigma und weist mit Ansätzen zur Weiterentwicklung des Transfers post-kolonialer Theorien auf den mittel-/osteuropäischen Raum über Said hinaus.«
Yvonne Pörzgen, SÜDOSTEUROPA Mitteilungen, 2 (2015)
»Der vorliegende Sammelband [kann] mit Fug und Recht für sich in Anspruch nehmen, eine wissenschaftliche Debatte über seinen Gegenstand nicht nur angestoßen, sondern auch weiter vorangetrieben zu haben.«
Clemens Ruthner, Zeitschrift für Slavische Philologie, 71/1 (2015)
»Dieser Band darf zweifelsohne als grundlegender Beitrag zur Erschließung dieses wichtigen Forschungsgebietes gesehen werden.«
Róbert Gáfrik, World Literature Studies, 1/7 (2015)
Autor_in(nen)
Robert Born / Sarah Lemmen (Hg.)
Buchtitel
Orientalismen in Ostmitteleuropa Diskurse, Akteure und Disziplinen vom 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
356
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2697-1
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBTB HBTQ
BISAC-Code
HIS010010 HIS054000 HIS037000
THEMA-Code
NHD NHTB NHTQ
Erscheinungsdatum
2014-02-13
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Europa, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften, Orientwissenschaft
Schlagworte
Ostmitteleuropa, Orientalismus, Geschichte, Orientalistik, Literatur, Postkolonialismus, Kulturgeschichte, Europa, Osteuropäische Geschichte, Kolonialgeschichte, Geschichte des 19. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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