Das Jahr 1913

Aufbrüche und Krisenwahrnehmungen am Vorabend des Ersten Weltkriegs

In den Jahren kurz vor dem Ersten Weltkrieg traten zentrale Prozesse eines gesellschaftlichen Durchbruchs zur Moderne klar hervor: Die Jugendbewegung organisierte sich reichsweit beim Zusammentreffen auf dem Hohen Meißner im Oktober 1913; in der Architektur manifestierte sich die Moderne in wegweisenden Bauten; die Frauenbewegung forderte männliche Dominanz in Politik und Gesellschaft heraus; die Zeitgenossen begannen, ihre eigene Epoche als »Moderne« wahrzunehmen.

Dieser Band untersucht den kulturellen und gesellschaftlichen Aufbruch am Vorabend des Ersten Weltkriegs an zentralen Beispielen und fragt nach Brüchen und Kontinuitäten über den Krieg hinaus.

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2014-09-08, 288 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2787-9

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Detlev Mares

Detlev Mares, TU Darmstadt, Deutschland

Dieter Schott

Dieter Schott, TU Darmstadt, Deutschland

... mit Detlev Mares und Dieter Schott

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Auch wenn gerne der Erste Weltkrieg als ›Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts‹ bezeichnet wird, markiert er nicht den Beginn einer neuen Epoche. Die Moderne, die unser Leben bis heute prägt, hatte sich in Gesellschaft und Kultur bereits zuvor entfaltet. Das Jahr 1913 bildete einen Kulminationspunkt vieler Entwicklungen, die in unserem Band exemplarisch vorgestellt werden. Dabei werden Anstöße und Widersprüche erkennbar, die über das 20. Jahrhundert hinaus prägend blieben. Wer unsere heutige Zeit verstehen will, muss ihre Anfänge bis vor den Ersten Weltkrieg zurückverfolgen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

»Das Jahr 1913« zeigt, dass die Zeit vor Kriegsausbruch von zahlreichen gesellschaftlichen und künstlerischen Aufbruchsbewegungen gekennzeichnet war, die sich einig waren in der Kritik der erstarrten Konventionen und Umgangsformen der deutschen Gesellschaft der Jahrhundertwende, andererseits aber in sich sowohl progressive als auch reaktionäre Tendenzen bargen, was sich dann erst im und nach dem Krieg ausdifferenzieren sollte, wie etwa im Feld der Architektur deutlich wird. Die Beiträge beleuchten solche Entwicklungen, aber auch die Versuche der Zeitgenossen, ihnen durch neue Ansätze der gesellschaftlichen Selbstverständigung zu begegnen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Wahrnehmung der progressiven Anläufe in der Vorkriegszeit unterstreicht jüngere Befunde der Forschung, die die Vielschichtigkeit der Gesellschaft und Kultur vor dem Ersten Weltkrieg betonen. Dadurch wird die häufig ambivalente Modernität dieser Zeit akzentuiert. Zudem wird die deutsche Entwicklung eingeordnet in europäische Zusammenhänge, aber auch regionale Sonderentwicklungen innerhalb des Deutschen Reiches finden Berücksichtigung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten mit einem der großen Gesellschaftsdenker der damaligen Zeit, wie Max Weber oder Georg Simmel, die mit ihren Analysen das Selbstverständnis der Zeitgenossen und die spätere Wahrnehmung ihrer Epoche durch die Forschung geprägt haben. Es wäre interessant zu erfahren, wie sie im Lichte der jüngeren Forschung selbst ihre damaligen Einschätzungen heute interpretieren und ob sie diese u.U. verändern würden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Ausflug in eine Moderne, deren Widersprüchlichkeiten noch nicht durch die europäischen Kriege und Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts geprägt worden waren, sondern faszinierende Experimente zur Gestaltung des modernen Lebens bieten.

»Der Sammelband [bietet] spannende, vielseitige und reflektierte Einblicke in eine Umbruchszeit, die aktuelle Fragen und Ansätze der Forschung aufnehmen und in denen auch das Lesevergnügen nicht zu kurz kommt.«
Nina Reusch, H-Soz-u-Kult, 19.10.2016
Fachleute und Laien mit Interesse an differenzierter Analyse werden das Buch mit ebenso viel Vergnügen wie Gewinn lesen.«
Thomas Gerhards, Das Historisch-Politische Buch, 64/5 (2016)
»Der rundum gelungene Sammelband [erlaubt] konzentrierte Blicke auf das Vorkriegsdeutschland von 1913 und seine Ideenwelt.«
Max Bloch, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 4 (2015)
»Dem letzten Jahr vor dem Ersten Weltkrieg, 1913, hat Florian Illies ein auf Leben und Wirken von Künstler/innen ausgerichtetes Buch gewidmet. Mit der transcript-Publikation, hg. von zwei Historikern, liegt nun eine wunderbare Ergänzung vor, die den Fokus kulturwissenschaftlich und breiter fasst.«
Kunstbulletin, 4 (2015)
Besprochen in:
sehepunkte, 15/1 (2015), Tobias Becker
www.literaturkritik.de, 23.01.2015, Jens Flemming
Vier Viertel Kult, Frühling 2015
Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde, 60 (2015), Thomas Schleper
Autor_in(nen)
Detlev Mares / Dieter Schott (Hg.)
Buchtitel
Das Jahr 1913 Aufbrüche und Krisenwahrnehmungen am Vorabend des Ersten Weltkriegs
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
288
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2787-9
DOI
10.14361/transcript.9783839427873
Warengruppe
1556
BIC-Code
HBLW HBTB
BISAC-Code
HIS037070 HIS054000
THEMA-Code
NHTB
Erscheinungsdatum
2014-09-08
Auflage
1
Themen
Gewalt, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichte, Soziologie, Volkskunde, Politikwissenschaft, Architektur, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Erster Weltkrieg, Moderne, Jugendbewegung, Frauenbewegung, Architektur, Erinnerungskultur, Geschichtspolitik, Stadt, Internationalismus, Geschichtswissenschaft, Kulturgeschichte, Gewalt, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Sozialgeschichte, Zeitgeschichte

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