Kampf um Rehumanisierung

Die Verschwundenen des Schmutzigen Krieges in Mexiko

Es gibt viel beachtete, aber auch vergessene Kriege. Einer der bisher wenig beleuchteten Konflikte Mexikos ist der »Schmutzige Krieg« der 1960er und 1970er Jahre. Sylvia Karl zeichnet erstmals detailliert und einfühlsam Erfahrungen, Diskurse und Praktiken der Angehörigen der Verschwundenen nach. Deren lokaler und transnationaler Versuch, die Verbrechen der Vergangenheit aufzuarbeiten, ihr Kampf um Rehumanisierung der Verschwundenen, macht sie zu zentralen Akteuren der Erinnerungspolitik. Die Studie zeigt machtpolitische Entwicklungslinien auf, die auch für ein Verständnis des gegenwärtigen »Drogenkrieges« und der aktuellen Fälle von Verschwundenen von großer Bedeutung sind.

Auszeichnung

Christiane Rajewsky-Preis 2014 der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AKF)

Preis der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Lateinamerikaforschung (ADLAF) 2014

49,99 € *

2014-10-10, 516 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2827-2

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Sylvia Karl

Sylvia Karl, Philipps-Universität Marburg, Deutschland

... mit Sylvia Karl

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil das Buch ein aktuelles politisches Thema aufgreift: Das Verschwindenlassen von Menschen als dehumanisierende Waffe autoritärer Regime ist in vielen Regionen der Welt traurige Realität. Anhand des Beispiels von Mexiko zeigt das Buch detailliert die Mechanismen ›Schmutziger Kriege‹ auf. Und es zeigt exemplarisch anhand einzelner Lebensgeschichten von Familienangehörigen verschleppter und verschwundener Menschen die Konsequenzen dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit für die Hinterbliebenen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es zeigt den historischen und politischen Kontext Mexikos aus einer kultur- und sozialanthropologischen Perspektive, ohne den der aktuelle Konflikt des ›Drogenkrieges‹ nicht verständlich sein kann. Der Fokus liegt auf den Erfahrungen der Angehörigen der Verschwundenen, die nicht nur passive Opfer sind, sondern aktiv Handelnde. Es wird gezeigt, dass ihr Kampf um Rehumanisierung der Verschwundenen eine wichtige Gegenstimme zu hegemonialen Machtdiskursen des Vergessens liefert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Untersuchung wurde mit dem Preis der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) 2014 und dem Preis der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Lateinamerikaforschung (ADLAF) 2014 ausgezeichnet. Es ist das erste Buch im deutschsprachigen Raum, das die Geschichte des Schmutzigen Krieges und das Thema des erzwungenen Verschwindenlassens in Mexiko beschreibt sowie den konfliktiven Transitional Justice-Prozess aus einer kultur- und sozialanthropologischen Perspektive analysiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen interessierten Leser/-innen! Außerdem mit Antonius Robben, dem niederländischen Sozialanthropologen, der in kritischer und einfühlsamer Weise die Geschichte des Schmutzigen Krieges in Argentinien und das Verbrechen des Verschwindenlassens analysiert. Und mit Francisco Ferrándiz, dem spanischen Sozialanthropologen, der in beachtlicher Weise die Geschichte der Verschwundenen der Franco-Diktatur und die Exhumierungen der Massengräber in Spanien beschreibt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch beschreibt die Erfahrungen der Angehörigen Verschwundener und ist so ein für das Verständnis der heutigen Machtpolitik Mexikos wichtiges Werk.

»Materialreiche, präzise und sensible Studie.
[Das Buch öffnet] für alle an der durch die Massenmedien häufig auf den ›Narkoterrorismus‹ reduzierten Gewalt in Mexiko interessiert sind, in profunder Weise den unverzichtbaren Blick auf die tieferliegenden politischen und sozialen Ursachen dieser Gewalt.«
Rainer Huhle, www.menschenrechte.org, 29.10.2015
Besprochen in:

Portal für Politikwissenschaft, 19.03.2015, Wolfgang Denzler
www.menschenrechte.org, 29.10.2015, Rainer Huhle
Autor_in(nen)
Sylvia Karl
Buchtitel
Kampf um Rehumanisierung Die Verschwundenen des Schmutzigen Krieges in Mexiko
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
516
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2827-2
DOI
10.14361/transcript.9783839428276
Warengruppe
1752
BIC-Code
JHMC GTJ
BISAC-Code
SOC002010 POL034000
THEMA-Code
JHMC JBCC GTU
Erscheinungsdatum
2014-10-10
Auflage
1
Themen
Gewalt, Erinnerungskultur
Adressaten
Kultur- und Sozialanthropologie, Ethnologie, Soziologie, Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaft, Geschichte, Rechtswissenschaften
Schlagworte
Transitional Justice, Mexiko, Schmutziger Krieg, Verschwundene, Rehumanisierung, Drogenkrieg, Erinnerungskultur, Gewalt, Ethnologie, Konfliktforschung, Lateinamerika

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