Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs

Alltag und Beziehungen zur indigenen Bevölkerung, 1884-1919

Gestützt auf einen umfangreichen Quellenkorpus aus Briefen und Tagebüchern, kolonialen Publikationen und Archivakten untersucht Livia Loosen den Alltag deutscher Frauen in den so genannten »Südsee-Kolonien« des Kaiserreichs. Dabei legt sie besonderen Wert auf die Analyse der Beziehungen zur indigenen Bevölkerung sowie auf Fragen zum Geschlechterverhältnis und möglichen Emanzipationsspielräumen. Die Studie zeigt, dass sich die Situation in der Südsee in vielerlei Hinsicht von der im bisher deutlich besser untersuchten ehemaligen »Deutsch-Südwestafrika« unterschied, und bereichert den Forschungsstand zu Frauen im Kolonialismus um eine interessante Facette.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Danksagung

    Seiten 9 - 12
  4. 1. Forschungshintergrund

    Seiten 15 - 51
  5. 2. Thematischer Hintergrund: Die Südsee und die deutsche Kolonialpolitik

    Seiten 52 - 84
  6. 3. Frauen und Frauenbewegung im Deutschen Kaiserreich

    Seiten 87 - 96
  7. 4. Wege in die Kolonien und Ausreisemotive

    Seiten 97 - 150
  8. 5. Gesellschafts- und Bildungsstand der ausreisenden Frauen

    Seiten 151 - 174
  9. 6. Das Rollenbild der "Deutschen Kolonialfrau"

    Seiten 175 - 182
  10. 7. Ankunft und erste Eindrücke

    Seiten 185 - 198
  11. 8. Die Wohnsituation

    Seiten 199 - 216
  12. 9. Berufsbilder und Alltagsgestaltung

    Seiten 217 - 278
  13. 10. Kein Paradies - Schwierigkeiten des Lebensalltages in der Fremde

    Seiten 279 - 300
  14. 11. Die soziale Stellung der deutschen Frauen innerhalb der weißen Kolonialbevölkerung

    Seiten 301 - 350
  15. 12. "Rassen"-Stereotype und "Rassenmischung"

    Seiten 353 - 414
  16. 13. Die Beziehungen zwischen deutschen Frauen und indigener Bevölkerung

    Seiten 415 - 540
  17. 14. Folgen der Kulturbegegnungen - Gegenseitige Prägung?

    Seiten 541 - 552
  18. 15. Gründe für die Rückkehr vor Kriegsausbruch

    Seiten 555 - 558
  19. 16. Der Erste Weltkrieg in der Südsee und die Folgen

    Seiten 559 - 580
  20. 17. "Viel Geheul": Emotionen bei der Abreise

    Seiten 581 - 586
  21. 18. Zusammenfassung der Ergebnisse

    Seiten 589 - 612
  22. 19. Schlussfolgerungen und Ausblick

    Seiten 613 - 616
  23. Quellen- und Literaturverzeichnis

    Seiten 619 - 646
  24. Verzeichnis der deutschen Frauen, die sich in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs aufhielten

    Seiten 647 - 675
  25. Backmatter

    Seiten 676 - 678
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49,99 € *

2014-10-09, 678 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2836-4

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Livia Loosen

Livia Loosen, Mainz, Deutschland

... mit Livia Maria Loosen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Welches Buch ›braucht‹ die Welt schon wirklich? Wer sich mit der deutschen Kolonialgeschichte auseinandersetzen möchte, sollte sich jedenfalls nicht nur den Kolonien in Afrika zuwenden. Um das Bild zu komplettieren, müssen auch die Südseegebiete einbezogen werden. Ebenso verdient die Rolle der Frauen im Kolonialismus mehr Aufmerksamkeit. Mein Buch konzentriert sich also auf eine von der Forschung bisher in doppelter Hinsicht vernachlässigte Personengruppe und füllt damit eine Leerstelle.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dadurch, dass der Fokus auf die weibliche deutsche Bevölkerung gelegt wird, ergibt sich ein neuer Blickwinkel auf die Geschichte der Südsee-Kolonien. Frauen kamen mit anderen Erwartungen und Zielen in die Kolonien als Männer, hatten dort andere Aufgaben und einen anderen Alltag – nicht zuletzt auch einen anderen Zugang zur indigenen Bevölkerung. Die Ereignisse durch die Augen der Frauen zu betrachten, stellt also eine wichtige Ergänzung der auf Männer fokussierten Geschichtsschreibung dar.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Geschlechterrollenbilder im Kolonialismus und mögliche Emanzipationsspielräume in der Fremde sind stets aktuelle Themen der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Bisher wurden diese primär mit Bezug auf Afrika diskutiert, die Untersuchung entsprechender Quellen aus und über die Südsee-Kolonien ist neu und eröffnet interessante Vergleichsmöglichkeiten. Zudem wird nach Formen von Austausch und der momentan häufig thematisierten Übersetzung zwischen einander fremden Kulturen gefragt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten mit den Frauen, um die es in meinem Buch geht! Ich würde aber auch gern mit allen diskutieren, die sich für die Geschichte der ›deutschen Südsee‹ und die Rolle der Frauen interessieren. Spannend könnte allerdings auch ein Gespräch mit denjenigen sein, die diesen Teil der deutschen Geschichte für zu unbedeutend halten, um ihn wissenschaftlich zu untersuchen...

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein bisher von der Forschung vernachlässigtes Stück Kolonialgeschichte, das dem Bild von der ›deutschen Kolonialfrau‹ eine neue Facette hinzufügt.

»Insgesamt findet in dieser fundierten, durch ansprechende Bilder auch visualisierten Studie das methodische Zusammenspiel von biographischen Daten und Zitaten sowie strukturellen Aspekten zur Rolle der deutschen Frauen in der Südsee eine überzeugende Synthese.«
Horst Gründer, Jahrbuch für Überseegeschichte 2016
»Livia Loosen [legt] eine imposante Monografie vor, die es verdient, eine breite Leserschaft zu finden.
Eine bedeutsame Bereicherung für die Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte.«
Dominik Schieder, Anthropos, 111 (2016)
»Das opulente Werk ist nicht nur eine Annäherung an ein spannendes und vielschichtiges Thema, sondern versucht im Rahmen einer möglichst breiten Abdeckung aller miteinander verwobenden Aspekte eine umfassende Darstellung von Beziehungsverhältnissen zu geben – das gelingt der Autorin Livia Loosen in beeindruckender Weise.
In Hinkunft werden Forscherinnen und Forscher, die sich der deutschen Kolonialgeschichte widmen, um dieses Buch nicht herumkommen. Es ist ein Muss, zumindest für jede Ozeanien-spezifische und/oder auf Missions- und Kolonialgeschichte spezialisierte Bibliothek.«
Hermann Mückler, Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 145 (2015)
»Livia Loosen has advanced the field of German colonial history with this impressively researched book. [...] Her book excels in the breadth, comprehensiveness and careful analysis of its source base. [...]
after reading this book, you almost feel like you have followed Loosen into the archives [...].«
Lora Wildenthal, Neue Politische Literatur, 59 (2014)
»Aufschlussreiche und vielschichtige Arbeit.«
Bettina Brockmeyer, H-Soz-u-Kult, 07.04.2015
»Ohne Zweifel handelt es sich um eine der ausführlichsten, qualitätsvollsten und zudem gut lesbaren Studien sowohl zur Kolonial- und Missionsgeschichte der Südsee, wie auch zur feministischen überseeischen Geschichtsschreibung.«
Ulrich van der Heyden, Interkulturelle Theologie, 1 (2015)
Besprochen in:
In die Welt für die Welt, 2 (2015)
Autor_in(nen)
Livia Loosen
Buchtitel
Deutsche Frauen in den Südsee-Kolonien des Kaiserreichs Alltag und Beziehungen zur indigenen Bevölkerung, 1884-1919
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
678
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2836-4
DOI
Warengruppe
1556
BIC-Code
HBTQ HBTB JFSJ HBJD
BISAC-Code
HIS037000 HIS054000 HIS014000
THEMA-Code
NHTQ NHTB JBSF NHD
Erscheinungsdatum
2014-10-09
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Geschlecht
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Gender Studies sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Kolonialgeschichte, Deutsche Südsee-Kolonien, Historische Frauen- und Geschlechterforschung, Ozeanien, Postkolonialismus, Gender, Geschlechtergeschichte, Deutsche Geschichte, Gender Studies, Geschichtswissenschaft

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