Serbische Vergangenheitsaufarbeitung

Normwandel und Deutungskämpfe im Umgang mit Kriegsverbrechen, 1991-2012

Muss ein Staat seine Untaten bereuen, um außenpolitische Legitimität zu erhalten? Was bedeutet es, Kriegsverbrechen aufzuarbeiten? Und wie agieren und kommunizieren Politiker, die unter internationalem Druck aufarbeiten müssen?

Am Beispiel des serbischen Umgangs mit während der Jugoslawienkriege begangener Kriegsverbrechen sucht Daniela Mehler Erklärungen für Politikwandel und Ambivalenzen.

Sie rekonstruiert die serbischen Aufarbeitungsdebatten vom Beginn der Jugoslawienkriege bis zur Verhaftung von Ratko Mladic und stellt die Positionen und Norminterpretationen der serbischen Akteure vor.

39,99 € *

2015-09-18, 370 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2850-0

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Daniela Mehler

Daniela Mehler, Frankfurt am Main, Deutschland

... mit Daniela Mehler

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Serbien ist ein Laboratorium der Vergangenheitsaufarbeitung, u.a. wurde mit dem ICTY erstmals ein internationales Tribunal während eines Konflikts etabliert, die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen zur Bedingung von Finanzhilfen und Fortschritten bei der Annäherung an die EU. Mich interessierte, wie vor diesem Hintergrund die innenpolitischen Debatten geführt wurden, welche Effekte die von außen erzwungene Politik hat und wie Ambivalenzen und Wandel auf dem Politikfeld erklärt werden können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es fokussiert auf die pluralen Deutungen von Vergangenheitsaufarbeitung und verdeutlicht, dass die nationale Implementierung globaler Normen vor dem Hintergrund innenpolitischer Konflikte und Konkurrenzen verstanden werden muss. Es zeigt, wie und unter welchen Bedingungen sich Deutungen wandeln: Wie Vergangenheitsaufarbeitung zunächst Kriegspropaganda, später antinationales Projekt, außenpolitische Währung ist, bis Politiker mit universalistischer Rhetorik ›Erste‹ sein wollen im Aufarbeiten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die ›unbeabsichtigten Folgen‹ von transitional justice sind kaum systematisch untersucht, wie auch den innenpolitischen Deutungskämpfen bislang nur wenig Bedeutung beigemessen wurde. Der serbische Fall macht anschaulich, dass transnationale Normsozialisationsprozesse ohne Einbeziehung der innenpolitischen Deutungsprozesse kaum sinnvoll analysiert werden können.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Philipp Ruch vom Zentrum für politische Schönheit, der serbischen Menschenrechtlerin Sonja Biserko und der Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine spannende und gründliche Rekonstruktion der serbischen Vergangenheitsaufarbeitung.

Besprochen in:

Wissenschaft & Frieden, 4 (2015)
Portal für Politikwissenschaft, 18.02.2016, Holger Niemann
Autor_in(nen)
Daniela Mehler
Buchtitel
Serbische Vergangenheitsaufarbeitung Normwandel und Deutungskämpfe im Umgang mit Kriegsverbrechen, 1991-2012
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
370
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2850-0
DOI
10.14361/9783839428504
Warengruppe
1737
BIC-Code
GTJ JPS HBTB
BISAC-Code
POL034000 POL011000 HIS054000
THEMA-Code
GTU JPS JBCC
Erscheinungsdatum
2015-09-18
Auflage
1
Themen
Politik, Gewalt, Erinnerungskultur
Adressaten
Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, Soziologie, Südosteuropa-Forschung
Schlagworte
Serbien, Aufarbeitung, Kriegsverbrechen, Jugoslawien, Transitional Justice, Balkan, Krieg, Milosevic, Mladic, Srebrenica, Normen, Gewalt, Politik, Erinnerungskultur, Konfliktforschung, Internationale Politik, Europäische Politik, Politikwissenschaft

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