Rosa Zeiten?

Eine Geschichte der Subjektivierung männlicher Homosexualität in den 1970er und 1980er Jahren der BRD

Schwul zu sein scheint zumindest in Deutschland längst zur Normalität zu gehören. Und trotzdem sind Medien und Gesellschaft noch Jahrzehnte nach der angeblichen »sexuellen Befreiung« um »1968« außerordentlich interessiert daran, wer homosexuell ist und wer nicht. Denn Schwulsein bedeutet seit den 1970er Jahren weit mehr als einfach nur Sex mit Männern zu haben: Mit Michel Foucault lässt es sich als eine bestimmte Form der Subjektivierung und einer damit verbundenen Normalisierung beschreiben. Es geht also nicht allein um Sex, wenn wir uns dafür interessieren, ob jemand schwul ist. Es geht darum, wer er »eigentlich« ist – eine Vorstellung mit durchwegs bewegter Geschichte, wie dieses Buch zeigt.

32,99 € *

2014-07-17, 278 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2857-9

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Magdalena Beljan

Magdalena Beljan, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin, Deutschland

... mit Magdalena Beljan

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Thema hat neben der historischen Dimension auch eine politische und einen starken Gegenwartsbezug. Sexualität mag zwar recht privat erscheinen – ist es aber ganz sicher nicht. Deswegen gehe ich ganz optimistisch davon aus, dass mein Buch viele Leser – auch jenseits des akademischen Feldes – ansprechen wird und zwar nicht nur jene, die Interesse an der ›schwulen Geschichte‹ der BRD haben, sondern auch die, die sich im allgemein für Subjektivierungs- und Normalisierungsprozesse interessieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Geschichte der männlichen Homosexualität in der BRD wird als Geschichte einer spezifischen Subjektivierungsform erzählt. Auf den ersten Blick recht unpolitisch erscheinende Zeitschriften wie die ›du&ich‹ thematisierten und diskutierten seit den 1970ern das Coming Out, die legitimen Grenzen des ›Begehrens‹ oder auch den Umgang mit HIV in den 1980er Jahren permanent und erstaunlich differenziert. Das ›schwule Selbst‹ war also ein Projekt, das nicht allein mit der linken Schwulenbewegung gleichzusetzen ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Zeitgeschichte gab es lange die Tendenz einfach zu behaupten, dass es eine ›sexuelle Revolution‹ gegeben habe, und dass seit dem alles anders sei. Sex war irgendwie ein Schmuddelthema, das außeruniversitären Forschern überlassen wurde. Aber immer mehr historische Arbeiten beschäftigen sich in letzter Zeit auch mit der Zeit- und Gegenwartsgeschichte der Sexualität. Sexualitätsgeschichte ist Körper- und Politikgeschichte zugleich. Homosexualität ist dafür ein gutes Beispiel.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich mein Buch mit den Akteuren von damals besprechen – allerdings nicht mit ihrem heutigem Wissensstand und Horizont, sondern tatsächlich mit den Akteuren in der Vergangenheit. Ziemlich oft war ich erstaunt, wie viel moderne Theorie in den scheinbar ›unpolitischen‹ Quellen vorkam – so etwa wenn entgegen aller Kritik vorgeschlagen wurde, die ›hate speech‹ schwul als positive Selbstbezeichnung aufzunehmen. Die Quellen bzw. Akteure sind doch oft klüger als die Forscher.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Satz? Das kann ich nur ausweichend beantworten: Wenn ein einziger Satz reichen würde, sollte man sich nicht wirklich die Mühe machen müssen, mehr als 200 Seiten zu lesen, oder?

»Sehr lesenswerte Studie.«
Gudrun Hauer, LAMBDA nachrichten, 3 (2015)
»Der Band ist empfehlenswert.«
Heinz-Jürgen Voß, http://schwule-seite.de, 19.08.2014
Autor_in(nen)
Magdalena Beljan
Buchtitel
Rosa Zeiten? Eine Geschichte der Subjektivierung männlicher Homosexualität in den 1970er und 1980er Jahren der BRD
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
278
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2857-9
DOI
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFSJ JFSK HBLW3
BISAC-Code
HIS054000 SOC012000 HIS037070
THEMA-Code
NHTB JBSF JBSJ
Erscheinungsdatum
2014-07-17
Auflage
1
Themen
Geschlecht
Adressaten
Geschichte, Literaturwissenschaft, Queer Studies, Kulturwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Geschichte, Homosexualität, Normalisierung, Subjekt, Diskursanalyse, Michel Foucault, Gender, Geschlechtergeschichte, Queer Theory, Zeitgeschichte, Gender Studies, Geschichtswissenschaft

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