Kinder der Erregung

»Übergriffe« und »Objekte« in kulturellen Konstellationen kindlich-jugendlicher Sexualität
(unter Mitarbeit von Sonja Witte)

Die derzeitige kulturelle »Erregtheit« um die Figur des Kindes bildet einen Ausgangspunkt dieser kulturwissenschaftlichen Studie. Diese »Erregtheit« erweist sich als Teil gesellschaftlicher Konflikthaftigkeit: Abgewehrtes kehrt in westlichen Bildern bzw. Diskursen kindlich-jugendlicher Sexualität mannigfach wieder.

Im Buch werden Materialien aus Kunst und Medien analysiert, die grenzüberschreitende Aspekte von Sexualität thematisieren. In einem breiten Spektrum spielen z.B. Motive von Missbrauch, »sexueller Verwahrlosung«, Unschuldsverlust oder auch Verführtsein eine Rolle. Zugleich lassen die untersuchten Produktionen in der Rezeption selbst nicht in Ruhe – und so stellt sich auch die Frage nach den hier wirksamen »Übergriffen« und Lustgewinnen.

32,99 € *

2014-11-05, 338 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2884-5

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Insa Härtel

Insa Härtel, International Psychoanalytic University Berlin (IPU), Deutschland

... mit Insa Härtel

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Buch gewährt Einsichten in Formen kultureller Lustorganisation, insbesondere in Hinblick auf darin wirksame unbewusste Prozesse; es nimmt Überschüssiges in den Blick. Insofern das Buch nicht auf ›brauchbare‹ Anweisungen oder Lösungsvorschläge zielt, werden die darin gewonnenen Erkenntnisse eben nicht ›gebraucht‹, sondern sind selbst ›überschüssig‹ – und genau darin belangreich.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Man kann mit dem Buch dem auf die Spur kommen, was sich in Bildern/Diskursen kindlich-jugendlicher Sexualität derzeit als kulturell konflikthaft zeigt – und damit über Annahmen einer eindeutigen Kulturausrichtung hinaus gelangen. Begreiflich werden kann z.B., wie in kulturellen Produktionen die Zuschreibung von dem, was als übergriffig abgelehnt wird, an ›die anderen‹ nicht funktioniert – und wie sich genau dadurch die spezifische Wirkung der eingenommenen Position ergibt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch interveniert in das Feld aktueller Zeitdiagnosen, die u.a. Phänomene der Entsexualisierung betonen – und fragt nach der Wiederkehr kultureller Erregtheit in Debatten um sexuelle Übergriffe. In den Materialien angelegte Lustgewinne geraten in den Blick: Wird z.B. eine Selbstaufwertung gegenüber ›anderen‹ eher bestärkt oder auch umgearbeitet, unterbrochen? Der Fokus auf Konflikthaftigkeit, Abwehr, Wiederkehr stellt Analysedimensionen für die Untersuchung kultureller Produktionen bereit.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Auch dieses Buch: mit Freud, weiterhin mein Lieblingstheoretiker.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Diese Studie widmet sich aktuellen Konflikten, wie sie sich in kulturellen Materialien zum Thema kindlich-jugendlicher Sexualität zeigen.

»Der Band überzeugt in mehrfacher Hinsicht. Nicht nur widmet er sich mit dem Sexuellen einem psychoanalytischen Kernthema, sondern er leistet dabei die von Freud intendierte Kulturarbeit auf hohem Niveau. Dies gelingt nicht zuletzt aufgrund des attraktiven methodischen Ansatzes: Die beiden Autorinnen gewinnen psychoanalytische (Be-)Deutungen nicht so sehr aus eigenen, sondern aus fremden Auseinandersetzungen mit textuellem, bildlichem und filmischem Material.«
Ulrike Kadi, texte, 3 (2015)
»Die Stärke des Buches ist die Tiefe des Verständnisses der Begriffe und die Stringenz, mit der es psycho-analysiert.
Die Intelligenz in der Analyse dieses affektbeladenen Themas und die Kühnheit im Ansatz der Abhandlung sind erfrischend.«
John Borneman, PSYCHE, 70/7 (2016)
»Der Band verbindet psychoanalytisches Denken mit kontextspezifisch herangezogenem Material und will damit eine spezifische Form kultureller Erregtheit erschließen. In Zeiten von Edathy- und Schulbuch-Debatten scheint dies mehr als geraten, vor allem auch, weil sich in den methodisch avancierten wie unorthodoxen (Selbst-)Verständigungsversuchen auch instruktive Muster für zukünftige Forschung über infantile Sexualität erkennen lassen.«
Benedikt Salfeld, Sexuologie, 3-4 (2015)
Besprochen in:

RISS, 2 (2015)
Autor_in(nen)
Insa Härtel
Buchtitel
Kinder der Erregung »Übergriffe« und »Objekte« in kulturellen Konstellationen kindlich-jugendlicher Sexualität
(unter Mitarbeit von Sonja Witte)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
338
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2884-5
DOI
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC JHBK5 JFD
BISAC-Code
SOC022000 SOC000000 SOC052000
THEMA-Code
JBCC JHBK JBFW JBCT
Erscheinungsdatum
2014-11-05
Auflage
1
Themen
Kultur, Körper, Medien
Adressaten
Kultur-, Kunst- und Sozialwissenschaften, Psychoanalyse, Kunst
Schlagworte
Sexualität, Kind, Übergriff, Kunst, Medien, Kultureller Wandel, Kultur, Körper, Populäre Kunst, Kulturwissenschaft, Cultural Studies, Medienästhetik

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