Sprachgemeinschaft im Streit

Philosophische Analysen zum politischen Zeichengebrauch

Politischer Streit wird nicht zuletzt mit Worten geführt. Doch auch über deren Gebrauch und die Befugnis, sie zu verwenden, herrscht Uneinigkeit.

Autoren wie Lyotard und Rancière haben auf diesen Dissens ganze politische Theorien gegründet. »Sprachgemeinschaft im Streit« fragt bescheidener und analytischer, wie widerstreitende Sprachverwendungen den Rahmen politischer Verständigung verschieben und was sie mit sonstigem politischen Handeln verbindet. Tilman Reitz nutzt dafür die pragmatische Sprachphilosophie von Wittgenstein bis Brandom und zeigt so quer zu »poststrukturalistischen« und »analytischen« Üblichkeiten, wie Sprache jenseits anerkannter Regeln politisch wirken kann.

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2014-09-30, 202 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2889-0

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Tilman Reitz

Tilman Reitz, Universität Jena, Deutschland

... mit Tilman Reitz

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Buch gibt allen, die mit sprachtheoretischen Mitteln politische Prozesse jenseits von Staat und bloßer Gewaltbereitschaft verstehen wollen, konkret nutzbare Analysemuster an die Hand. Zugleich übersetzt es zunehmend selbstbezügliche Sonderdiskussionen der analytischen und poststrukturalistischen Tradition zurück in eine verständliche, argumentativ zugängliche Sprache.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

So wie Politik nach Antonio Gramsci und anderen aus Zwang und dem Ringen um Konsens besteht, zielt politischer Zeichengebrauch zugleich auf Verständigung und auf Durchsetzung (der je eigenen Zeichenpraxis). Mein Buch untersucht grundbegrifflich die zweite Beziehung, mit der Pointe, dass der fragliche Zeichengebrauch fast notwendig institutionelle Formen durchkreuzt. Ich versuche, diese Dynamik in allen ihren Konsequenzen auszuloten, ohne sie zum Kern des Politischen schlechthin zu erklären.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit den 1980er Jahren versuchen Autoren wie Lyotard, Laclau, Mouffe und Rancière, ausgehend von irregulärem Zeichengebrauch Grundzüge des Politischen zu erschließen. Mein Buch trägt diesen Impuls zurück in die sprachpragmatische Philosophie nach Wittgenstein, die genauer und begrenzter als diese Theorien argumentiert, aber keinen Begriff von Konflikten hat – oder ihn sogar gezielt vermeidet. Damit gehe ich, wie ich hoffe, einen Schritt über die in Deutschland verbreiteten Sonder- und Sammeldarstellungen der genannten Theorien hinaus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Philosophinnen und Philosophen, die bereit sind, sich (wieder) der gesellschaftlichen Wirklichkeit zuzuwenden, ohne gleich Normen aus der Tasche zu holen. Üblich gewordene Trennungen zwischen angelsächsischen und kontinentalen Traditionen, theoretischer und praktischer Philosophie dürften ebenfalls gern in den Hintergrund treten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

In Auseinandersetzung mit poststrukturalistischer und analytischer Philosophie zeige ich, wie Zeichengebrauch jenseits anerkannter Regeln politisch wirken kann.

»[Die] erfrischend undogmatische Studie [bietet] einen wertvollen und originellen Beitrag zur Konzeption der Praxis des politischen Streits.«
Steffen Herrmann, Deutsche Zeitschrift für Philosophie, 63/6 (2015)
»Ein lesenswertes Buch.«
Frederic Thomas, Zeitschrift für philosophische Literatur, 3 (2015)
Besprochen in:

Portal für Politikwissenschaft, 13.05.2015, Björn Wagner
Autor_in(nen)
Tilman Reitz
Buchtitel
Sprachgemeinschaft im Streit Philosophische Analysen zum politischen Zeichengebrauch
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
202
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2889-0
DOI
Warengruppe
1521
BIC-Code
CFA HPS HBCF7
BISAC-Code
PHI038000 PHI019000 PHI043000
THEMA-Code
CFA QDTS QDHR7
Erscheinungsdatum
2014-09-30
Auflage
1
Themen
Politik, Sprache
Adressaten
Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaft, Linguistik
Schlagworte
Sprachphilosophie, Politik, Konflikt, Wittgenstein, Lyotard, Sprache, Politische Philosophie, Poststrukturalismus, Analytische Philosophie, Philosophie

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