Henry James' andere Szene

Zum Dramatismus des modernen Romans

»I realise – none too soon – that the scenic method is my absolute, my imperative, my only salvation«, so der US-amerikanisch-britische Romancier und Kritiker Henry James. Dieses leidenschaftliche Bekenntnis zum Szenischen und James' liaisons dangereuses mit dem modernen Roman sind Aufhänger der komparatistischen Studie von Sophie Witt, die James' Romane als Kristallisationspunkt einer Romangeschichte und -theorie setzt, in der die theatrale Szene als Schauplatz der Konstituierung und als Reflexion auf die natürliche und symbolische Dimension der Gattung fungiert. Diese Theatralisierung generiert einen neuartigen und genuin kulturwissenschaftlichen Typus von Theorie und Wissen, der in der Konstellation von Psychoanalyse und Theatralität, im Schwellenbereich von Natur- und Kulturgeschichte untersucht wird.

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2015-09-07, 402 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2931-6

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Sophie Witt

Sophie Witt, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), Deutschland

... mit Sophie Witt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Mein Buch bettet die Romane Henry James' in eine europäische, besonders deutsche Romangeschichte ein: Während James in den USA so kanonisch ist wie Goethe in Deutschland, sind seine Romane bei uns sowohl innerhalb der Forschung als auch von einer breiteren Leserschaft wenig beachtet. Neben dem literatur- und kulturwissenschaftlichen Beitrag, den mein Buch leistet, ist es eine ›Liebeserklärung‹ an einen der herausragendsten Schriftsteller des 19. bzw. 20. Jahrhunderts – den es nach wie vor zu entdecken und immer wieder neu zu lesen gilt!

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mit dem ›Dramatismus des modernen Romans‹ schlägt mein Buch vor, die Frage der Gattung nicht auf ihre formalen und rein literarischen Aspekte zu reduzieren. Denn die Theaterszene im Roman erweist sich als Familienszene; hier geht es um Schöpfung und Zeugung, um (Be-)Gründung und Genealogie. Es sind daher der moderne Roman und die ihm inhärente Theorie, die im Hinblick auf die Frage der literarischen Gattung das Wissen der Literatur als zugleich Konstitution und Reflexion des Kulturellen bestimmen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Obwohl die Schlagworte Trans- und Interdisziplinarität zum kulturwissenschaftlichen Jargon gehören, arbeiten die Literaturwissenschaften oft nationalphilologisch. Meine komparatistischen Lektüren versuchen eine Sprengung dieser Disziplinengrenzen und zeigen, dass sich Texte aus Relationen bilden und in Relation zu anderen zu lesen sind. Aufgewertet wird dabei nicht nur das Kriterium der Theatralität, sondern auch die Psychoanalyse wird erneut stark gemacht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit den Autoren, mit deren Texten ich gearbeitet habe. Sowohl Henry James als auch Sigmund Freud würden sich vermutlich auch gegen meine Lektüren wehren – das verspräche hitzige Diskussionen!

5. Ihr Buch in einem Satz:

Hat man die Szene einmal vor Augen, ist da immer auch die ›andere Szene‹, die die klare Sicht und das eindeutige Urteil ›versetzt‹.

Besprochen in:
Henry James Review, 39/1 (2018), Miroslawa Buchholtz
Autor_in(nen)
Sophie Witt
Buchtitel
Henry James' andere Szene Zum Dramatismus des modernen Romans
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
402
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2931-6
DOI
Warengruppe
1564
BIC-Code
DSB DSA AN
BISAC-Code
LIT004020 LIT006000 PER011020
THEMA-Code
DSB DSA ATD
Erscheinungsdatum
2015-09-07
Auflage
1
Themen
Theater, Literatur
Adressaten
Anglistik, Amerikanistik, Germanistik, Komparatistik, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Romantheorie, Gattung, Henry James, Goethe, Theatralität, Szene, Bertolt Brecht, Antonin Artaud, Dramatismus, Dramatisierung, Deleuze, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Amerikanistik, Germanistik, Komparatistik, Literatur, Theater, Literaturtheorie, Theaterwissenschaft, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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