Arabesken – Das Ornamentale des Balletts im frühen 19. Jahrhundert

Die Arabeske ist nicht nur eine der wichtigsten Positionen des klassischen Ballettvokabulars, mit ihr lässt sich auch das Ornamentale des Balletts im frühen 19. Jahrhundert beschreiben. Aus größtenteils bisher unveröffentlichten ikonografischen Quellen entwickelt Eike Wittrock eine Ästhetik des Balletts, die sowohl die Einzelfigur Arabeske wie auch die Gruppenformationen des corps de ballet erfasst.

Lithografien, choreografische Notationen, Abbildungen in Traktaten von Carlo Blasis und Léopold Adice, Musterbücher und Buchverzierungen werden dabei als historiografische Medien von Tanz verstanden, die die fantastische Bildlichkeit von Balletten wie »Giselle«, »Ondine« und »Thea, oder: Die Blumenfee« in der Aufzeichnung weiterführen.

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2017-11-02, 358 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2935-4

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Eike Wittrock

Eike Wittrock, Stiftung Universität Hildesheim, Deutschland

... mit Eike Wittrock

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In diesem Buch betrachte ich die Kreuzung ästhetischer und politischer Imaginationen am Beispiel des Balletts im 19. Jahrhundert. So steckt etwa im Namen einer der wichtigsten Ballett-Posen bereits eine orientalistische Projektion: Arabeske kommt ja aus dem Arabischen. Die mitteleuropäische Welt – und ihre Künste – scheinen es ja gerade besonders schwer zu haben, sich von solchen Projektionen zu lösen. Um das Entstehen dieser wie auch anderer Projektionen ging es mir.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Grundzüge der Ballettästhetik beschreibe ich anhand von visuellen Quellen und grafischen Aufzeichnungen, die ich in Archiven gefunden habe – anstatt wie oft üblich von Texten oder Inhalten auszugehen. Das ist zugleich äußerst spekulativ wie auch streng historiografisch. Ich verwende dabei einen erweiterten Notationsbegriff, der sowohl das Visuelle des Balletts als auch das Performative von Zeichnungen umfasst. Das Ballett des 19. Jahrhunderts wird so zu einem Gegenstand, der ständig zwischen Schrift, Bild und Bewegung oszilliert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema meines Buch und die Herangehensweise sind absichtlich altmodisch. Doch es kann Tanztheorie und Tanzpraxis ebenso wie Bildwissenschaften neue Impulse geben. Dies betrifft nicht nur die Arbeit mit Quellen, sondern auch eine grundlegende Erkenntnis des Buches: Dass sich im Ornamentalen des Balletts im 19. Jahrhundert ein Unbewusstes des Blicks auf Körper findet – ästhetisch-politische Fantasien, die noch heute in der Betrachtung tanzender und bewegender Körper nachhallen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch diskutiere ich am liebsten mit all denjenigen, die meinen Spleen für ornamental Randständiges teilen: für Blumengirlanden, Federfächer, Bühnentricks, Porzellanfiguren und anderen Firlefanz. Ausgehend von diesen verworfenen Bereichen lässt sich gut studieren, wie das Zentrum tickt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Archäologie des Balletts, die dem Entstehen fantastischer Körperbilder im 19. Jahrhundert nachgeht.

»Anschaulich unterstützt von gut gewählten Abbildungen aus der Tanzgeschichte entsteht ein überzeugendes Bild eines Aspektes der Tanzpraxis.«
Peter Dahms, Tanzinfo Berlin, 11 (2017)
Besprochen in:
Up To Dance, 1 (2018)
tanz, 2 (2018), Arnd Wesemann
Autor_in(nen)
Eike Wittrock
Buchtitel
Arabesken – Das Ornamentale des Balletts im frühen 19. Jahrhundert
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
358
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2935-4
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
ASD ACV
BISAC-Code
PER003000 ART015100 ART015030
THEMA-Code
ATQ AGA
Erscheinungsdatum
2017-11-02
Auflage
1
Themen
Tanz
Adressaten
Tanzwissenschaft, Visual Culture sowie Praktiker_innen im Bereich Ballett und Tanztheater
Schlagworte
Tanzgeschichte, Ornament, Visual Culture, Ballett, Arabeske, Tanz, Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts, Europäische Kunst, Kulturwissenschaft

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