Flächen – Bahnen – Knoten

Geocaching als Praktik der Raumerzeugung

Räume sind nicht bereits da, sondern sie werden in sozialer Praxis von den Menschen erzeugt, die in ihnen leben. Technik, die zu einem historischen Zeitpunkt verfügbar ist, präformiert diesen Prozess, ohne ihn jedoch zu determinieren.

In seinen Analysen zu Geocaching – eine Praktik der alltäglichen Freizeitgestaltung, die Eigenschaften aktuell prägender Technik (GPS, Datenbanken, Internet) ausnutzt – geht Paul Gebelein den Mustern der Raumerzeugung zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach. Ausgehend von den Studien Theodore Schatzkis und Elizabeth Shoves entwickelt er Konzepte der Flächen-, Bahnen- und Knotenräume, die nützliche Werkzeuge darstellen, um zeitgenössische Raumkonstellationen zu analysieren.

34,99 € *

2015-04-01, 280 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2955-2

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Paul Gebelein

Paul Gebelein, TU Darmstadt, Deutschland

... mit Paul Gebelein

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil Satellitennavigation, Datenbanken und mobiles Internet zu grundlegenden Veränderungen der räumlichen Ordnung und Wahrnehmung führen. Jeder kennt das: Mit eingeschaltetem Navi verändert sich von einem Moment zum nächsten das Bezugssystem (Raum) um einen herum. Die Komplexität des Raums schmilzt zu einem Pfeil auf dem Display zusammen. Dieses einfache Beispiel ist ein Hinweis auf Veränderungen, denen ich im Buch systematisch nachgehe.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch eröffnet ausgehend von der Freizeitpraktik Geocaching eine Perspektive auf digitalisierte Räume, die damit verbundene – oft verborgene – Infrastruktur und deren Rolle bei der Gestaltung von alltäglichen Praktiken. Es hilft sozusagen sehen zu lernen. Und zwar wie verschiedene räumliche Anordnungen aussehen, die von unterschiedlichen Praktiken erzeugt werden und wie sich diese Praktiken in materiellen Anordnungen niederschlagen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Digitalisierung des Sozialen ist im Moment allgegenwärtig. Mein Buch leistet einen kleinen Beitrag zum praxissoziologischen Verständnis dieser Entwicklung. Es hilft, die räumliche Fragmentierung von Gesellschaften entlang von Praktiken begrifflich zu fassen. Es erweitert zudem die Praxissoziologie um die Dimension der Infrastruktur, die es erlaubt, räumlich in sich versprengte Praktiken, die an Ort A beginnen, an Ort B weitergeführt und an Ort C beendet werden, zusammenhängend zu beschreiben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen Menschen, die sich dafür interessieren wie Muster des Zusammenlebens entstehen und sich stabilisieren. Darüber hinaus mit Praxis-, Raum- und Techniksoziologen, Geographen und Infrastrukturplanern und dem Projektleiter von Google Ingress.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Räume, in denen Menschen leben, sind immer auch technisch geprägt. Das Buch macht diesen Zusammenhang im Fall von mobilem Internet/GPS sichtbar.

Besprochen in:

Literaturdatenbank ORLIS, 9 (2015)
Autor_in(nen)
Paul Gebelein
Buchtitel
Flächen – Bahnen – Knoten Geocaching als Praktik der Raumerzeugung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
280
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2955-2
DOI
Warengruppe
1725
BIC-Code
JHB RGC
BISAC-Code
SOC026000 SOC015000
THEMA-Code
JHB RGC
Erscheinungsdatum
2015-04-01
Auflage
1
Themen
Medien, Raum, Technik
Adressaten
Soziologie, Geographie, Raumplanung, Science and Technology Studies, Technikwissenschaften
Schlagworte
Raum, Praktiken, GPS, Geocaching, Praxissoziologie, Infrastruktur, Technik, Medien, Sozialgeographie, Kulturgeographie, Techniksoziologie, Soziologie

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