Spiel der Unsicherheit / Unsicherheit des Spiels

Experimentelle Praktiken in der estnischen Kunst und im estnischen Theater der 1960er Jahre

Während das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie heute in den Geisteswissenschaften neu bestimmt wird, bietet dieses Buch eine anregende Perspektive für die Untersuchung der künstlerischen Prozesse der 1960er Jahre. Anu Allas beschreibt den kulturellen Umbruch der 1960er Jahre am Rande der damaligen Sowjetunion mit Blick auf die Ambivalenz des spätsozialistischen kulturellen Milieus. Sie zeigt: Die Kunst- und Theaterexperimente in Estland wurden von der westlichen Neo-Avantgarde ebenso wie vom aktuellen Lebensumfeld beeinflusst und zeichneten sich durch ihre Affinität zum Spielphänomen und durch eine paradoxale Verknüpfung der Neo-Avantgarde zur existenzialistischen Philosophie aus.

37,99 € *

2015-03-10, 312 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2966-8

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Anu Allas

Anu Allas, Kumu Kunstmuseum, Tallinn, Estland

... mit Anu Allas

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Das Phänomen des Spiels lässt sich auf verschiedene Weisen mit der künstlerischen Praxis aller Epochen in Verbindung bringen. Dafür sind die Kunst- und Theaterexperimente in Estland, Ende der 1960er Jahre, ein besonders eindrucksvolles Beispiel. Diese Arbeit untersucht die komplexen Beziehungen zwischen diversen spielerischen Kunstpraktiken der Neo-Avantgarde und gesellschaftlichen bzw. kulturellen Prozessen im sozialistischen Osteuropa.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch geht der Produktivität des Spielbegriffs in Bezug auf die künstlerische Praxis – sowohl im Hinblick auf deren Entstehung als auch Reflexion – nach. Es ermöglicht einen Einblick in die Ideen und Strategien der künstlerischen Neo-Avantgarde unter spezifischen gesellschaftlichen Bedingungen. Die explizite Affinität zum Spiel innerhalb der künstlerischen Experimente wird unter anderem in Bezug auf alltägliche Praktiken sowie auf die Verarbeitung der Philosophie des Existenzialismus erläutert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Arbeit betrachtet kulturelle Prozesse im Hinblick auf eine Zirkulation der Ideen und Taktiken, die sich nicht auf eine ursprüngliche ›Quelle‹ zurückführen lassen, sondern in verschiedenen Situationen und Konstellationen immer neu zu definieren sind. Das Buch geht davon aus, dass die Kultur der Randgebiete bzw. Peripherien nicht von der Perspektive des Zentrums betrachtet werden sollte, sondern im Hinblick auf deren spezifische Entstehungsbedingungen und Wirkungsmechanismen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit jemandem, der sich für die künstlerische Neo-Avantgarde der Nachkriegszeit oder für die Kulturgeschichte der 1960er Jahre, für das Verhältnis zwischen alltäglichen und künstlerischen Praktiken oder die Erscheinungsformen des Spielphänomens interessiert; oder mit jemandem, der mit der kulturellen und gesellschaftlichen Dynamik des Spätsozialismus vertraut ist.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Studie über Kunst- und Theaterexperimente im ›sowjetischen Westen‹, wo Neo-Avantgarde und Ambivalenzen des Spätsozialismus sich begegnen.

»Eine willkommene Bereicherung unserer Kenntnisse über diese so wichtige Phase des allgemeinen sich Einrichtens im Sowjetsystem.«
Karsten Brüggemann, Forschungen zur Baltischen Geschichte, 2 (2016)
Besprochen in:

Baltische Stunde, 22.09.2015
Autor_in(nen)
Anu Allas
Buchtitel
Spiel der Unsicherheit / Unsicherheit des Spiels Experimentelle Praktiken in der estnischen Kunst und im estnischen Theater der 1960er Jahre
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
312
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2966-8
DOI
10.14361/transcript.9783839429662
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN ACX
BISAC-Code
PER011020 ART015110
THEMA-Code
ATD AGA
Erscheinungsdatum
2015-03-10
Auflage
1
Themen
Theater, Kunst
Adressaten
Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte, Osteuropaforschung
Schlagworte
Theater, Kunst, Estland, Neo-Avantgarde, Sowjetunion, 1960er Jahre, Zentrum und Peripherie, Theaterwissenschaft, Theatergeschichte, Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, Osteuropäische Geschichte

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung