Szenen des Subjekts

Eine Kulturmediengeschichte szenischer Therapieformen seit dem 18. Jahrhundert

Ein Arzt spielt ahnungslosen Patienten Schlüsselszenen ihrer Wahnwelten vor. Ein anderer verstrickt sie in Phantasmagorien. Und ein dritter lässt sie selbst Theater spielen. Szenischen Praktiken kommt in der Geschichte der (Proto-)Psychotherapie eine zentrale Funktion zu. Sie dienen der Einsetzung des therapeutischen Raums, strukturieren die Begegnung zwischen den beteiligten Akteuren, werden als Interventionen im therapeutischen Prozess eingesetzt und entfalten dabei je eigene Dynamiken.

Céline Kaisers Untersuchung leistet einen Beitrag zur Analyse szenischer Räume, Praktiken und Prozesse seit dem 18. Jahrhundert und reflektiert sie im Rahmen der Medical Humanities als Medien- und Kulturgeschichte der Psychotherapie.

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2019-03-21, 352 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2972-9

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Céline Kaiser

Céline Kaiser, Hochschule für Künste im Sozialen (Ottersberg), Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In aller Regel kennen wir heute theater- oder gestalttherapeutische oder psychodramatische Ansätze, aber dass die Geschichte szenisch-theatraler Praktiken im Kontext von Psychotherapie und Psychiatrie in die Anfänge ihrer Institutionalisierung zurückreicht, darüber ist eher wenig bekannt. Als ich vor einigen Jahren Hinweise auf diese früheren Praktiken fand, war meine Neugierde geweckt, diesen intensiver nachzugehen und sie in einen systematischen Zusammenhang zu stellen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Neben dieser historiographischen Dimension, die sich im Wesentlichen auf die Zeit von 1770-1970 konzentriert, schlage ich eine Typologie szenisch-theatraler Therapieformen vor. Erweitert man den historischen Rahmen über die modernen und zeitgenössischen Formen hinaus, wird schnell deutlich, dass eine Beschränkung auf heute gängige Definitionen theatraler Therapie zu kurz greifen würde, um all jene Formen in den Blick nehmen zu können, mit denen in therapeutischen Kontexten experimentiert wurde.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Da das Thema auf Forschungen verschiedener Disziplinen (Theater-, Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft, Medizingeschichte) aufbaut, steht es auch mit einer Reihe recht unterschiedlicher Debatten in Zusammenhang. So ergänzt es aktuelle Forschungen zur Ästhetik angewandten Theaters um eine historiographische Dimension und trägt dazu bei, ein Randgebiet der Psychiatriegeschichte näher zu beleuchten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Besonders neugierig bin ich darauf, wie anschlussfähig das Buch für Leser aus dem Feld der Psychodramatik, der künstlerischen und der Psychotherapien ist. Wäre dies noch möglich, hätte ich es gern mit der Medienwissenschaftlerin Cornelia Vismann diskutiert, deren Buch über die Medien der Rechtsprechung ich wichtige Impulse verdanke. Gleiches gilt für die Theaterwissenschaftlerin Gerda Baumbach – vielleicht ergibt sich hier ja eine Gelegenheit.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Als Frage formuliert: Wie sollten Patientinnen und Patienten durch szenische Praktiken und theatrale Anordnungen in der Geschichte von Psychiatrie und Psychotherapie in andere Selbst- und Weltverhältnisse versetzt werden?

Autor_in(nen)
Céline Kaiser
Buchtitel
Szenen des Subjekts Eine Kulturmediengeschichte szenischer Therapieformen seit dem 18. Jahrhundert
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
352
Ausstattung
kart., Klebebindung, 25 SW-Abbildungen, 6 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-2972-9
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN HBTB JM
BISAC-Code
PER011020 HIS054000 PSY000000
THEMA-Code
ATD NHTB JM
Erscheinungsdatum
2019-03-21
Auflage
1
Themen
Theater, Kulturgeschichte
Adressaten
Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Medizingeschichte, Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft, Psychologie
Schlagworte
Psychiatriegeschichte, Geschichte der Psychotherapie, Wissenschaftsgeschichte, Medizingeschichte, Medien, Kultur, Psychodrama, Psychoanalyse, Dramatherapie, Theatertherapie, Szene, Subjekt, Theatergeschichte, Angewandtes Theater, Kulturgeschichte, Theater, Psychologie, Mediengeschichte, Kulturwissenschaft

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