Transit-Orte in der Literatur

Eisenbahn – Hotel – Hafen – Flughafen

Hotelzimmer, Bahnhöfe, Flughafenterminals: Orte wie diese sind längst Teil unseres Alltags. Es sind Transit-Orte – Orte, an denen wir uns aufhalten, ohne zu bleiben. Marc Augé nennt sie »Nicht-Orte«, Peter Sloterdijk »Niemandsorte«. Nichts und niemand also, worüber es zu schreiben lohnte? Das Gegenteil beweisen zahlreiche Autorinnen und Autoren der literarischen Moderne, die Transit-Orte zum Gegenstand und zum Moment der Strukturierung ihrer Texte machen.

Lars Wilhelmer zeigt: Im Zeitalter von Globalisierung und Mobilität bieten diese Orte, verschmolzen zu hyperkulturellen Transit-Räumen, das, was konventionelle Orte längst nicht mehr bieten können – einen Halt, eine Zuflucht.

39,99 € *

2015-03-16, 344 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2999-6

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Lars Wilhelmer

Lars Wilhelmer, Universität Hamburg, Deutschland

... mit Lars Wilhelmer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

In unserem Leben verbringen wir viel Zeit an Orten, an denen wir nicht sein oder zumindest nicht bleiben wollen: Orte wie Hotels, Bahnhöfe oder Flughäfen. Sind dies Orte, die die Welt nicht braucht? Dann bräuchte man vielleicht auch kein Buch, das über solche Orte nachdenkt. Tatsächlich ist aber das moderne Leben ohne Transit-Orte kaum vorstellbar, und auch in der Literatur der Moderne spielen sie eine entscheidende Rolle. Deshalb hoffe ich, dass mein Buch genauso gebraucht wird.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

›Perspektiven‹ ist ein gutes Stichwort: Reisen im Transit bedeutet Bewegung, Perspektivwechsel – und den Aufenthalt an Orten, die räumliche Spannungen hervorrufen. Doch was sind eigentlich Orte, was sind Räume in der Literatur? Das Buch entwirft ein neues Ebenenmodell, aufbauend auf Forschungsarbeiten von Gérard Genette, Elisabeth Bronfen und weiteren. So wird Raum in der Literatur neu begreifbar.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Bei Themen wie Raum, Ort und Bewegung liegt der Anschluss an die Debatte um den spatial turn natürlich nahe. Das ›Transitorische‹ ist zudem ein Begriff, der immer wieder auftaucht, wenn es um die Charakteristika modernen und postmodernen Erzählens geht, der aber oft unscharf bleibt. Mehr Schärfe verspricht ein Zugang über die Analyse von konkreten Transit-Schauplätzen in modernen Erzähltexten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Anna Seghers, 1941, bei Wein und Pizza, in einem Restaurant am Alten Hafen von Marseille.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Reisen im Transit ist dynamisch, gradlinig, paradox, entgrenzt, flüchtig und entleert – und das Schreiben darüber ist auf vielen Ebenen faszinierend.

Besprochen in:

www.literaturkritik.de, 9 (2015), Caroline Mannweiler
Autor_in(nen)
Lars Wilhelmer
Buchtitel
Transit-Orte in der Literatur Eisenbahn – Hotel – Hafen – Flughafen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
344
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-2999-6
DOI
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB JHB RGC
BISAC-Code
LIT004170 SOC026000 LIT000000
THEMA-Code
DSB JHB RGC
Erscheinungsdatum
2015-03-16
Auflage
1
Themen
Raum, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Transit, Raum, Ort, Moderne, Literatur, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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