Körper als Archiv in Bewegung

Choreografie als historiografische Praxis

Wer schreibt die Tanzgeschichte und aufgrund von welchen Annahmen und Interessen? Wie findet Erinnerung Eingang in historiografische Prozesse und welche Rolle spielt dabei der Körper? Diese Fragen prägen seit den 1990er-Jahren die europäische Tanzszene und bilden Anlass für eine grundlegende Revision der Tanzgeschichtsschreibung. Ausgehend von Arbeiten u.a. von Boris Charmatz, Olga de Soto, Foofwa d'Imobilité und Thomas Lebrun, entwirft Julia Wehren das Konzept der »choreografischen Historiografien«. Sie hält der Flüchtigkeit des Tanzes seine Geschichtlichkeit entgegen und plädiert für eine Erweiterung des Archivs um den Körper in Bewegung.

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2016-03-09, 274 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3000-8

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Julia Wehren

Julia Wehren, Universität Bern, Schweiz

... mit Julia Wehren

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil die künstlerische Auseinandersetzung mit der Tanz- und Performancegeschichte seit Mitte der 1990er-Jahre auf der Bühne Thema ist, aber bisher noch nicht eingehend aus dem Blickwinkel der Tanzhistoriografie betrachtet wurde.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es untersucht, warum und wie der zeitgenössische Tanz über das Verhältnis von Gegenwart und Vergangenheit nachdenkt und damit eine eigene Form der Tanzgeschichtsschreibung entwirft. Darauf aufbauend entwickelt das Buch das Konzept der ›choreografischen Historiografien‹ als körperbasierte Form der Tanzgeschichtsschreibung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema Tanz, kulturelles Erbe und Erinnerung ist in den letzten Jahren zu einem leitenden Diskurs im zeitgenössischen Tanz geworden. Das Buch schlägt nun eine Lesart vor, die den Fokus auf den Körper als Archiv tänzerischen und tanzhistorischen Wissens richtet und die künstlerische Praxis als theoretisch-historiografische Reflektion stark macht. Damit stellt das Buch zu einem viel beachteten Thema eine eigenständige These vor.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all jenen, die gerne über die Rolle des Körpers in der Erinnerung und Erzählung von Geschichte nachdenken, sich für Reenactments, Rekonstruktionen und andere künstlerische Formen der historischen Auseinandersetzung interessieren und/oder allgemein Fragen zur Geschichtsschreibung sowie der tanzwissenschaftlichen Theoriebildung stellen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch beweist, dass Tanzgeschichte nicht nur zwischen zwei Buchdeckeln, sondern auch und anders auf der Bühne erkenntnisbringend erzählt werden kann.

»Das Buch [kann] mit Gewinn als Einführung in ein weitverzweigtes Gebiet gelesen werden, an dem die Tanzwissenschaft seit Mitte der 1990er Jahre sehr interessiert ist und mit dem sich Wehren produktiv auseinandersetzt.«
Katja Schneider, Forum Modernes Theater, 2 (2018)
»[Der Autorin] gelingt nicht nur ein präziser Überblick über die wichtigsten Ansätze tanzwissenschaftlicher Archivforschung. Vielmehr verankert sie den tanzenden Körper selbst ganz explizit als das zentrale Archiv schlechthin.«
Janine Schulze-Fellmann, tanz, 10 (2016)
»Das Buch entwickelt in anschaulicher Darstellung ein Konzept der Tanzhistoriografie, dass die Entwicklungen seit den 1990er Jahren berücksichtigt und zu einer systematischen Betrachtung dieses Phänomens auffordert, das sich durch Tourneetätigkeit und Institutionalisierung immer noch und weiterhin in einem fortwährenden Entwicklungsprozess befindet.«
Peter Dahms, TanzInfo Berlin, 03.06.2016
Besprochen in:
KunstKulturLifestyle, 18.05.2016
Up To Dance, 4 (2016)
Auskunft, 37/1 (2017), Assia M. Harwazinski
Autor_in(nen)
Julia Wehren
Buchtitel
Körper als Archiv in Bewegung Choreografie als historiografische Praxis
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
274
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3000-8
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
ASD JHB AN
BISAC-Code
PER003000 SOC022000 PER011020
THEMA-Code
ATQ JHB ATD
Erscheinungsdatum
2016-03-09
Auflage
1
Themen
Körper, Kulturgeschichte, Tanz
Adressaten
Tanzwissenschaft, Kulturwissenschaft, Geschichte, Kunstgeschichte
Schlagworte
Tanz, Körper, Archiv, Historiografie, Reenactment, Choreografie, Theaterwissenschaft

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