Vernetzt – Zur Entstehung der Netzwerkgesellschaft

Viele Technologien und Praxen, die das Web 2.0 ausmachen, sind bereits in den 1990er Jahren entstanden – und mit ihnen die Vorstellungen von sozialen Medien, nutzergenerierten Inhalten oder partizipativen Plattformen. Aus medienhistorischer Sicht ist also eine Vielzahl der damaligen Entwürfe zur Zukunft des Internet in Erfüllung gegangen, jedoch ohne die damit erhofften gesellschaftspolitischen Utopien einzulösen.

Die Geschichte eines alternativen Netzdiskurses nachzeichnend, entwickelt Clemens Apprich eine mediengenealogische Perspektive, die notwendig ist, um sich mit einer zunehmend vernetzten Gesellschaft auseinanderzusetzen und in aktuelle Debatten rund um das Internet eingreifen zu können.

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2015-12-03, 212 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3045-9

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Clemens Apprich

Clemens Apprich, Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland

... mit Clemens Apprich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil kein Tag vergeht, an dem nicht über die Gefahren und Möglichkeiten der neuen Netzwerktechnologien, insbesondere in Bezug auf das Internet, berichtet würde. So haben digitale Technologien die Art und Weise, wie Medieninhalte hergestellt, verbreitet und angeeignet werden, fundamental verändert – ein Umstand, der nicht zuletzt in Konflikt mit den alten Regimen kultureller Produktion steht. Das Netz ist zu einem unhintergehbaren Teil unserer Lebensrealität geworden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es nimmt die Entstehung der Netzwerkgesellschaft aus einer mediengenealogischen Perspektive in den Blick: Diskussionen über die Möglichkeiten und Gefahren einer vernetzten Gesellschaft wurden bereits in den 1990er Jahren geführt, zu einem Zeitpunkt also, als das Internet noch keine allgegenwärtige Realität darstellte, sein zukünftiges Potenzial aber bereits absehbar war. Hier gilt es Kontinuitäten und Brüche herauszuarbeiten, um nicht den alten Cybermythen erneut auf den Leim zu gehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Meine Arbeit soll dabei helfen analytische Instrumente zu entwickeln, um die gegenwärtig viel beachtete Frage nach dem Zusammenhang von sozialen Organisationsformen und technischen Medien zu untersuchen. Hierzu ist ein mediengenealogischer Ansatz nötig, der bisherige Erfahrungen der Netzkulturen nicht nur in ihrem historischen Kontext erklärt, sondern für aktuelle Diskussionen im Bereich der Medienökologie, Post-Medialität oder Post-Digitalität re-artikuliert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich mit der Geschichte und Gegenwart einer vernetzten Gesellschaft auseinandersetzen wollen. Angesichts eines allgegenwärtigen Netzwerkdispositivs geht es mir um eine Kritik der Politischen Ökonomie des Netzes. In diesem Sinne werden medientechnische Voraussetzungen in Wechselwirkung mit ihren sozialen Prozessen gedacht, die Vernetzung also im Austausch zwischen technischer Konnektivität und sozialer Kollektivität verstanden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch stellt eine Intervention in die aktuelle Internet-Debatte dar, um letztlich die Frage zu stellen, ob wir so oder anders vernetzt werden wollen.

»›Vernetzt‹ liest sich als wissenschaftliche Studie vor allem deswegen so gut, weil die kenntnisreiche Arbeit uns die Tragödie des Scheiterns der Netzkultur vor Augen führt.«
Herbert Schwaab, tv diskurs, 1 (2017)
»Der Autor [leistet] einen wichtigen Beitrag zur Untersuchung der durch den Computer ermöglichten Digitalkulturen als Teil unseres Alltags. Indem er die Frage nach dem Zusammenhang von sozialen Organisationsformen und Technologien nicht aus den Augen verliert, etabliert das Buch einen alternativen Diskurs im Umgang mit dem Internet.«
Franz Thalmair, springerin, 3 (2016)
»Dem Autor ist es gelungen, ein fachlich komplexes Thema in einer schlichten und verständlichen Sprache zu verpacken. Der Band eignet sich nicht nur für Studierende der Kommunikationswissenschaft und Informationswissenschaft, sondern für alle, die sich für das Thema Internet interessieren.«
Said El Mtouni, KULT_online, 47 (2016)
»Apprichs lesenswertes Buch würdigt den Medienaktivismus der europäischen Medientheorie als vergessene Zukunft, in der eine andere Netzwerkgesellschaft erarbeitet werden sollte. Darin liegt sein zeitdiagnostischer und aktivistischer Verdienst, ebenso wie in der Anregung zur Neujustierung einer politischen Ökonomie der Medien.«
Sebastian Gießmann, r:k:m, 07.06.2016
Besprochen in:
GMK-Newsletter, 12 (2015)
GMK-Newsletter, 2 (2016)
MEDIENwissenschaft, 3 (2016), Hans-Dieter Kühler
http://archive.neutral.it
M & K, 4 (2016), Simon Rinas
https://irights.info, Valie Djordjevic
Autor_in(nen)
Clemens Apprich
Buchtitel
Vernetzt – Zur Entstehung der Netzwerkgesellschaft
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
212
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3045-9
DOI
10.14361/9783839430453
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000
THEMA-Code
JBCT JBCT1
Erscheinungsdatum
2015-12-03
Auflage
1
Themen
Medien, Internet
Adressaten
Philosophie, Medien- und Kulturwissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Netzkritik, Medienökologie, Mediengeschichte, Netzwerktheorie, Postmoderne, Netzkulturen, Web 2.0, Medien, Internet, Digitale Medien, Mediensoziologie, Medienwissenschaft

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