Zeitgeschichte des Selbst

Therapeutisierung – Politisierung – Emotionalisierung

Man selbst zu sein – das wurde um und nach 1968 zu einer immer schwierigeren Aufgabe. Die Beiträge des Bandes rekonstruieren markante Entwicklungen in der Zeitgeschichte des Selbst im Spannungsfeld der seit einem halben Jahrhundert laufenden Therapeutisierungs-, Politisierungs- und Emotionalisierungsprozesse und diskutieren in diesem Rahmen neue Perspektiven auf die Gesellschaftsgeschichte des deutschsprachigen Raumes.

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2015-10-12, 394 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3084-8

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Pascal Eitler

Pascal Eitler, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin, Deutschland

Jens Elberfeld

Jens Elberfeld, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland

... mit Pascal Eitler und Jens Elberfeld

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Untersuchung von Subjektivierungsprozessen und Selbsttechniken hat in den vergangenen Jahren enormen Auftrieb erfahren. Gerade die Zeit seit den 1960er Jahren ist dabei in das Blickfeld geraten, da hier ein tiefgreifender Wandel zu beobachten ist. Die Beiträge des Bandes widmen sich verschiedenen Facetten der sich ändernden Selbstverhältnisse im deutschsprachigen Raum und stellen diese in Bezug zu gesellschaftlichen Entwicklungen. Ergänzt werden sie um konzeptionelle Überlegungen und theoretisch-methodische Erwägungen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch eröffnet eine alternative Perspektive auf die Zeitgeschichte, indem sie das Selbst in den Mittelpunkt der historischen Analyse rückt. Im Unterschied zu manch anderen Studien zu Subjektivierungspraktiken und -prozessen favorisiert es eine gesellschaftsgeschichtliche Heuristik und sucht dezidiert Anschluss an Fragestellungen zur Zeitgeschichte des deutschsprachigen Raumes.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den aktuellen Debatten der Zeitgeschichte, die sich um die Erklärung des gesellschaftlichen Wandels drehen, ist das Selbst kaum anzutreffen und doch allgegenwärtig. Die nicht zu übersehenden Veränderungen in der Lebensführung und Menschenlenkung seit den 1960er Jahren werden entweder aus einem sozioökonomischen Strukturbruch abgeleitet oder man hält unbeirrt – mal affirmativ, mal kulturkritisch – am Individualisierungskonzept fest. Demgegenüber plädiert der Band für eine gründliche empirische Analyse von Selbst- und Fremdführungspraktiken, deren breite Kontextualisierung sowie eine konsequente Historisierung und Problematisierung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Sicherlich wäre ein Gespräch mit dem vor einem Jahr verstorbenen Bielefelder Nestor der Gesellschaftsgeschichte Hans-Ulrich Wehler interessant gewesen. Ansonsten wünschen wir uns, mit dem Buch einen Dialog zwischen Zeitgeschichte und Geschichte des Selbst anzuregen, von dem in unseren Augen beide Seiten nur profitieren können.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Zeitgeschichtliche Studien zur Ko-Konstitution von Selbst und Gesellschaft.

»Der Band macht an vielen Stellen deutlich, wie gewinnbringend die Betrachtung von Subjektivierungsprozessen auch für größere, gesellschaftsgeschichtliche Fragestellungen, wie der nach den Entstehungsbedingungen des neoliberalen Staates, sein kann.«
Pierre Pfütsch, Werkstatt Geschichte, 74 (2016)
»Ein interessantes und zur Diskussion ermunterndes Buch.«
Alexander Brandenburg, www.socialnet.de, 25.02.2016
Besprochen in:
H-Soz-u-Kult, 08.03.2016, Ronald Funke
Neue Politische Literatur, 6271 (2017), Gerhard Benetka
Autor_in(nen)
Pascal Eitler / Jens Elberfeld (Hg.)
Buchtitel
Zeitgeschichte des Selbst Therapeutisierung – Politisierung – Emotionalisierung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
394
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3084-8
DOI
10.14361/9783839430842
Warengruppe
1557
BIC-Code
HBLW3 JHB HBTB
BISAC-Code
HIS037070 SOC022000 HIS054000
THEMA-Code
JHB NHTB
Erscheinungsdatum
2015-10-12
Auflage
1
Themen
Körper, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Anthropologie
Schlagworte
Genealogie, Subjekt, Bundesrepublik Deutschland, Therapie, Politik, Gesellschaftsgeschichte, Emotion, 1968, Kulturgeschichte, Körper, Zeitgeschichte, Geschlechtergeschichte, Geschichtswissenschaft

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