Casellis Pantelegraph

Geschichte eines vergessenen Mediums

Mitte des 19. Jahrhunderts erfindet der Physiker und Priester Giovanni Caselli den ersten Bildtelegraphen, der öffentlich eingesetzt wird und vor allem Unterschriften (Schrift als Bild), aber auch Portraits und Grußkärtchen verschickt. Obwohl es sich bei dem »Pantelegraphen« um einen Vorgänger der Fax- und Fernsehtechnologie handelt, ist seine Geschichte bisher nicht erzählt worden. Julia Zons folgt den Spuren des »Alles-Schreibers« und rekonstruiert seine bruchstückhafte Geschichte anhand von Patenten, aber auch von Briefen, Geschichten, einem Comic, verblichenen Telegrammen sowie konkreten Apparaten.

34,99 € *

2015-06-16, 242 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3116-6

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Julia Zons

Julia Zons, Universität Konstanz, Deutschland

... mit Julia Zons

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil das Buch einen Superhelden des 19. Jahrhunderts vorstellt, den heute kaum noch jemand kennt: Das zwei Meter hohe und vierhundert Kilogramm schwere ›beau monstre noir‹ besitzt die Kraft, mittels Elektrizität und Ferrozyankali Informationen blitzschnell über weite Strecken zu telegraphieren. Das ist der Beginn der kommerziellen technischen Bildübertragung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Zunächst stellt das Buch ein Verfahren vor, das aufgrund der zeilenförmigen Abtastung des Sender- und Empfängerpapiers eine Vorgängerschaft zur FAX- und Fernsehtechnologie innehat. Dabei erzählt das Material die Geschichte: Befragt werden vor allem Patente, die als Akteure medienwissenschaftlicher Forschung bislang kaum beachtet worden sind, obwohl sie über weit mehr Auskunft geben, als man annehmen könnte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Rekonstruktion eines historischen Artefakts, das nahezu in Vergessenheit geraten ist, bringt zwangsläufig eine detektivische Spurensuche und die Arbeit am Material mit sich. Dabei wird die Logik von Institutionen wie Museen, Patentämtern und Archiven unter die Lupe genommen. Als Werkzeug der Beschreibung dient die Akteur-Netzwerk-Theorie. Außerdem sind Überlegungen zu bildtheoretischen Fragestellungen und zur Diagrammatik zentral.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit meinen Kindern Ada und Levi, weil sie die tollsten Ideen haben, wie man große schwarze Monster bezwingt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch erzählt die Biographie des Pantelegraphen mit Geburt, Krisen, Alltag und Tod.

»Es ist fraglos ein Verdienst, dass dieses eher vergessene Kapitel der Telegrafiegeschichte durch die Verfasserin eine eingehende Würdigung erfährt.«
Frank Haase, MEDIENwissenschaft, 1 (2017)
»Die sachliche Technikgeschichte wird in diesem Buch auf beeindruckende Weise mit der blumigen Geschichte der Kommunikation verknüpft.«
Susanne M. Hoffmann, Das Historisch-Politische Buch, 2 82016)
Besprochen in:
GMK-Newsletter, 8 (2015)
Autor_in(nen)
Julia Zons
Buchtitel
Casellis Pantelegraph Geschichte eines vergessenen Mediums
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
242
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3116-6
DOI
10.14361/9783839431160
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD TBX
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000 TEC056000
THEMA-Code
JBCT TBX
Erscheinungsdatum
2015-06-16
Auflage
1
Themen
Medien, Technik
Adressaten
Medienwissenschaft, Technikforschung, Literaturwissenschaft, Kunstwissenschaft, Bildwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Medien, Technik, Telegraphie, Diagrammatik, 19. Jahrhundert, Mediengeschichte, Medientheorie, Technikgeschichte, Medienwissenschaft

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