Körper erzählen

Der postkoloniale Maghreb von Assia Djebar und Tahar Ben Jelloun

Wie kann man sich im Maghreb des 20. Jahrhunderts den postkolonialen Körper vorstellen?

Susanne Kaiser findet Antworten hierauf in den literarischen Werken von Assia Djebar und Tahar Ben Jelloun, die hier zum ersten Mal unter der Fragestellung, was der Körper ist, verglichen werden. Es zeigt sich, dass nach über 100 Jahren der unterschiedlichsten kulturellen, sozialen und religiösen Einflüsse Konzepte von Körperlichkeit vielschichtig und immer in Bewegung sind: zwischen kolonialen Praktiken und gesellschaftlichen Zwängen, zwischen Disziplinierung und Widerstand, zwischen sozialer Konstruktion und Determinismus, zwischen erzählenden und erzählten Körpern. Erzählen, Sprache und Gesellschaft »verkörpern« sich dabei auf je eigene Weise.

39,99 € *

2015-08-26, 322 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3141-8

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Susanne Kaiser

Susanne Kaiser, Fachjournalistin Naher Osten und Nordafrika, Berlin, Deutschland

... mit Susanne Kaiser

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil mein Buch Licht auf eine Region wirft, die in unmittelbarer geographischer Nachbarschaft zu Europa liegt, die hier aber so gut wie nicht wahrgenommen wird und von der man kaum etwas weiß. Es gibt wahnsinnig interessante Vorstellungen vom Körper in Nordafrika in einer ungeahnten Bandbreite, die eng mit europäischen Konzepten verbunden und doch ganz anders sind. Gerade der Maghreb wird sowohl von der Romanistik als auch von der Arabistik und Islamwissenschaft in Deutschland vernachlässigt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es verbindet Ansätze aus Kulturwissenschaft, Romanistik, Arabistik und Islamwissenschaft und kann so aus verschiedenen Blickwickeln näher beleuchten, wie der Körper im Maghreb gedacht und in der Literatur erzählt wird, wie er mit Sprache zusammenhängt oder wie er gesellschaftlich inszeniert wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema ›Körper‹ ist ja gerade in den Kulturwissenschaften schon länger sehr prominent, die anderen, klassischeren Disziplinen tun sich aber immer noch schwer, einen solchen thematischen (und eben nicht nur methodischen) Ansatz zu verfolgen. In Bezug auf den Maghreb wird dabei einfach immer noch viel zu sehr aus eurozentrischer Perspektive argumentiert und die eigene Betrachtungsweise viel zu wenig historisiert und hinterfragt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich es natürlich mit Assia Djebar diskutieren – aber das ist ja nun leider nicht mehr möglich. Mit Tahar Ben Jelloun hingegen eher nicht.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wenn das so einfach ginge, hätte ich mir vier Jahre Forschungsarbeit sparen können.

»Dank präziser literaturwissenschaftlicher Analysen und überzeugender Versuche theoretischer und soziohistorischer Kontextualisierung eröffnet Susanne Kaisers Studie [...] interessante Einblicke auch für jene, die mit dem Themengebiet vertraut sind. Dies gilt besonders für den algerischen Kontext.«
Laura Fuchs-Eisner, Romanische Forschungen, 128 (2016)
Autor_in(nen)
Susanne Kaiser
Buchtitel
Körper erzählen Der postkoloniale Maghreb von Assia Djebar und Tahar Ben Jelloun
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
322
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3141-8
DOI
10.14361/9783839431412
Warengruppe
1566
BIC-Code
DSB HBTR JHB
BISAC-Code
LIT004280 POL045000 SOC022000
THEMA-Code
DSB NHTR JHB
Erscheinungsdatum
2015-08-26
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Körper, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Postcolonial Studies, Arabistik, Romanistik, Geschichte, Philosophie
Schlagworte
Literatur, Erzählen, Nordafrika, Körper, Sprache, Gesellschaft, Postcolonial Studies, Assia Djebar, Tahar Ben Jelloun, Postkolonialismus, Spanische Literatur, Romanistik, Literaturwissenschaft

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