Die gefeierte Linie

Rituale und Komplizenschaft an der US-mexikanischen Grenze

Die US-mexikanische Grenze wird im Grenzgebiet »die Linie« genannt – eine Bezeichnung, die Vorstellungen von einer Grenze hervorruft, die leichtfüßig überquert werden könnte. Die Grenze wird jedoch zunehmend hochgerüstet, was den Übergang für jene problematisch macht, die keinen offiziellen Status besitzen.

Basierend auf Feldforschungen in Tijuana und San Diego zeichnet Theresa Elze nach, wie hierauf mit der Bildung spezifischer Gemeinschaften reagiert wird: Die Akteure werden zu Komplizen!

Die Studie zeigt: Komplizenschaft stellt in vielen sozialen Bereichen der Grenze eine wichtige Strategie dar – und es sind vor allem religiöse Rituale, die dabei helfen, diese Beziehungen herzustellen.

37,99 € *

2015-09-07, 218 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3150-0

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Theresa Elze

Theresa Elze, Berlin, Deutschland

... mit Theresa Elze

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Mein Buch bietet Einsichten in den Alltag der Menschen, die an einer Grenze leben. Das ausgehende 20. Jahrhundert hat einen neuen Typ von Grenzen mit sich gebracht – die hochgerüstete Staatsgrenze. Die US-mexikanische Grenze entspricht diesem Typ. Auch in Europa werden die Grenzen zunehmend nach diesem Typ gestaltet. Bücher über die zunehmende Anzahl an Menschen, deren Leben durch die Bedingungen dieser Grenzen geprägt werden, sind daher heute wichtig.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Grenzen gelten oft als Transiträume, die von den Staatsbürgern einfach überquert werden. Gerade die hochgerüsteten Grenzen sind jedoch häufig besiedelt. Hieraus ergibt sich die spannende Frage danach, wie die Bevölkerung an derartigen Grenzen mit der Grenze umgeht, nicht nur im ökonomischen Sinne, sondern auch im kulturellen. Das Buch widmet sich den spezifischen Gemeinschaften, die diese Bewohner der Grenze mit jenen bilden, die die Grenze überqueren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die US-mexikanische Grenze ist ein Produkt diverser politischer und ökonomischer Entwicklungen, vor allem des großen Freihandelsabkommens (NAFTA). Auch in anderen Erdteilen wird aktuell um die Realisierung großer Abkommen gerungen, wie mit TTIP zwischen den USA und Europa. Durch diese Abkommen entstehen hierarchische Zonen, die von Statusunterschieden geprägt sind. Die Betrachtung von derartigen Grenzgebieten ist bedeutend für die Debatten um Politik und Globalisierung, denn sie kann zeigen, dass die politischen Fragen der benachteiligten Statuslosen nur schwer Eingang in die machtvollen politischen Felder der Staaten finden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich möchte das Buch mit meinen peruanischen Kollegen in einem Hotel in Berlin, in dem ich gerade arbeite, diskutieren. Diese haben selber viele Erfahrungen mit Grenzen und mit der Überschreitung von Grenzen gemacht. Sie kooperieren eng untereinander in allen Fragen und Problemen, mit denen sie konfrontiert werden. Diese Art der Zusammenarbeit hängt auch mit ihren Erfahrungen im Umgang mit Grenzen und Statusfragen zusammen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

¡Si se puede!

Autor_in(nen)
Theresa Elze
Buchtitel
Die gefeierte Linie Rituale und Komplizenschaft an der US-mexikanischen Grenze
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
218
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3150-0
DOI
Warengruppe
1752
BIC-Code
JHMC
BISAC-Code
SOC002010
THEMA-Code
JHMC
Erscheinungsdatum
2015-09-07
Auflage
1
Themen
Kultur
Adressaten
Ethnologie, Border Studies, Soziologie
Schlagworte
Grenze, Komplizenschaft, Ritual, Status, Politik, San Diego, Tijuana, Kultur, Ethnologie, Kulturanthropologie, Lateinamerika

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