Kindertheater als Möglichkeitsraum

Untersuchungen zu Walter Benjamins »Programm eines proletarischen Kindertheaters«

Walter Benjamins »Programm eines proletarischen Kindertheaters« (1929), das nicht nur durch die Kindertheaterarbeit von Asja Lacis und der russischen Theateravantgarde, sondern auch von Untersuchungen zum barocken Trauerspiel sowie zum Theater Bertolt Brechts inspiriert wurde, beschreibt einen von Autorität und Hierarchie befreiten Spiel- und Übungsraum, der gerade dem kindlichen Erleben und Verhalten entgegenkommt.

Vor dem Hintergrund des bisher eher unentdeckten Motivs der Straße im Denken Walter Benjamins stellt Karin Burk die spielerische, dem Kind eigentümliche Idee seines Kindertheaters heraus: Auf prätheatralische Formen zurückgreifend steht es dem Karneval und der Performance nahe, was seine revolutionäre Invention unterstreicht.

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2015-08-03, 336 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3176-0

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Karin Burk

Karin Burk, Wetzlar, Deutschland

... mit Karin Burk

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Bei dem Buch handelt sich um eine detaillierte Analyse und Interpretation des aus vielen Gründen äußerst schwierigen Textes von Walter Benjamin, seinem Aufsatz ›Programm eines proletarischen Kindertheaters‹ (1928/1929), ›wie sie bislang noch nirgendwo vorgenommen wurde.‹ (Burkhardt Lindner, Frankfurt/M. 2013). Insgesamt betrachtet liegt hier eine Untersuchung vor, die trotz der Flut der wissenschaftlichen Publikationen zu Benjamin etwas Neues und Aufschlussreiches zu sagen hat.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch eröffnet einen ersten, umfassenden Einblick in Benjamins pädagogisches, ästhetisches und politisches Denken, hier in Bezug auf das Theater bzw. auf das Kinder- und Jugendtheater. Sein Kindertheaterprogramm, das experimentelle Ansätze aufgreift, entwirft für das spielende Kind einen von Autorität und Hierarchie befreiten Spiel- und Übungsraum, der seiner kindlichen Weltauffassung entgegenkommt und seinem kindlichen Erleben und Verhalten zutiefst entspricht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es gelingt der Verfasserin durch ihr Verfahren, einen Text, der in der Benjamin-Forschung bisher eher ein Nischen-Dasein geführt hat, in der Konstellation mit den ihm zugrundeliegenden Avantgarde-Entwürfen und früheren Texten Benjamins einerseits, seinen späteren Brecht-Aufsätzen andererseits, als das herauszustellen, was es auch war: Ein revolutionär anderes Theater, das zentrale politische Interessen Benjamins zum Ausdruck bringt und den neueren, postdramatischen Theaterformen nahesteht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Theaterwissenschaftler_innen und Theaterpädagogen_innen, mit Philosophen_innen und Pädagogen_innen bzw. Lehrer_innen und allen Interessierten, die mit Kindern und Jugendlichen im schulischen und außerschulischen Kontext (international) an der Schnittstelle Kunst und Theater arbeiten, vor allem aber auf dem Feld des Theaters bzw. der praxisorientierten Theaterarbeit.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Benjamins Kindertheateridee ist die groß angelegte Skizze eines Theaters, das mit allen bekannten Formen nicht nur des Kindertheaters, bricht.

»The great strengh of Burk's study consists in the meticulous care she takes to unravel the conceptual vocabulary that permeates the thinking and practice of all three vanguardists, and the new intratextual trajectories she identifies in the thought of Benjamin.«
Phoebe von Held, Das Brecht-Jahrbuch, 42 (2018)
»Spannend [besonders] da, wo man Anklänge und das Erbe der russischen Avantgarde und dessen, was Benjamin in seiner Programmschrift fordert, in der heutigen Kinder- und Jugendtheaterarbeit erkennt.«
www.samtundselters.de, 11.07.2016
»Die Publikation ist insbesondere für Theaterwissenschaftler, Theaterpraktiker, Kulturschaffende insgesamt sowie in Teilen auch Pädagogen oder Erziehungswissenschaftler eine Fundgrube vielfältiger Reflexionen und Verweise quer durch die Kultur-, Kunst- und Theatergeschichte, die bis in heutige performative Theaterpraktiken und aktuelle Überlegungen zur frühkindlichen Erziehung hineinreichen.«
Bettina Brandi, www.socialnet.de, 28.06.2016
Besprochen in:
Zeitschrift für Theaterpädagogik, 10 (2016), Florian Vaßen
Das Brecht-Jahrbuch, 42 (2018), Phoebe von Held
Autor_in(nen)
Karin Burk
Buchtitel
Kindertheater als Möglichkeitsraum Untersuchungen zu Walter Benjamins »Programm eines proletarischen Kindertheaters«
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
336
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3176-0
DOI
10.14361/9783839431764
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN HPCF
BISAC-Code
PER011020 PHI040000
THEMA-Code
ATD QDHR
Erscheinungsdatum
2015-08-03
Auflage
1
Themen
Theater
Adressaten
Theaterwissenschaft, Theaterpädagogik, Erziehungs- bzw. Bildungswissenschaft, Philosophie, Kinder- und Jugendtherapie
Schlagworte
Kindertheater, Theater, Asja Lacis, Russische Avantgarde, Bertolt Brecht, Walter Benjamin, Theaterwissenschaft, Theatergeschichte, Kritische Theorie

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