Zerstörte Sprache – gebrochenes Schweigen

Über die (Un-)Möglichkeit, von Folter zu erzählen

Ist Folter erzählbar? Sie führt den Gefolterten an den Rand des Abgrunds, bricht ihn buchstäblich. Kann es möglich sein, von diesem eigenen Bruch zu berichten? Die zahlreichen und nicht enden wollenden Debatten über Folter legen ein Gelingen nahe. Von Folter »ist die Rede«: in Medien, Politik, Gerichtssälen – und in der Literatur.

Tanja Pröbstl widmet sich in erster Linie fiktionalen Darstellungen erlebter Folter nach 1945: Mit welchen Mitteln kann von Folter erzählt werden bzw. was erzählt das Verschweigen von Folter? Die Beantwortung dieser Frage erfolgt dabei nicht allein mit den Mitteln der Literaturwissenschaft, sondern unter Berücksichtigung zahlreicher Disziplinen wie Rechtswissenschaft, Psychologie, Soziologie und Politikwissenschaft.

29,99 € *

2015-08-03, 300 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3179-1

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Tanja Pröbstl

Tanja Pröbstl, München, Deutschland

... mit Tanja Pröbstl

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Folter ist von trauriger Aktualität – als grausames Phänomen bewegt sie Menschen und befördert Debatten. Längst hat sie Eingang in die zeitgenössische Literatur gefunden. Sie spukt in den Texten geradezu – als etwas, dessen Darstellung schnell an die Grenzen des Sagbaren stößt, das aber doch unleugbar der Motor des Textes ist. Diese Dynamik zu enträtseln versucht mein Buch – nicht selten werden dabei unerwartete Parallelen deutlich zu jenen Debatten um Folter, die wir tagtäglich im ›echten Leben‹ verfolgen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch versucht die Kräfte verschiedener Disziplinen und methodischer Ansätze zu bündeln. Die Frage nach der Darstellung von Folter in Texten, die nach 1945 entstanden sind, beantworte ich nicht allein mit literaturwissenschaftlichen Mitteln, sondern versuche die Positionen der Sozial- und Rechtswissenschaften sowie der Psychologie einzubeziehen. So entsteht ein vielfältiger Blick auf ein komplexes Phänomen, das nicht in erster Linie ein literarisches Problem ist, sondern allzu oft traurige Realität besitzt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema ›Folter‹ beschäftigt derzeit vor allem die Rechtswissenschaften, aber auch Politologie, Psychologie und Medizin. Während sich die Forschung in diesen Disziplinen fragt, wie man Folter juristisch erfasst, sie eindämmt oder mit ihren Folgen umgeht, ist es Aufgabe des Literaturwissenschaftlers, zu ergründen, wie sie Eingang in aktuelle Texte und literarische Debatten findet. Das Thema ist dabei nicht nur von größter Aktualität sondern ist geeignet, verschiedene Ansätze, Disziplinen und Perspektiven zu bündeln.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Zunächst gern mit einem Juristen, der Normen für ein Phänomen schaffen und anwenden muss, dem mit Worten kaum beizukommen ist. Dabei muss auch er sich auf die Kraft des Textes verlassen – mich würde sein Blick auf mein Buch und die darin beleuchteten Texte interessieren. Aber auch mit einem Journalisten, der tagtäglich vom unsagbaren Leid, das Folter stiftet, berichten muss und ebenfalls auf die Grenzen des Textes zurückgeworfen ist, würde ich gern über mein Buch sprechen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Mein Buch versucht das Phänomen Folter in literarischen Texten auch dort verstehbar zu machen, wo es stumm bleibt.

Autor_in(nen)
Tanja Pröbstl
Buchtitel
Zerstörte Sprache – gebrochenes Schweigen Über die (Un-)Möglichkeit, von Folter zu erzählen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
300
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3179-1
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFFE
BISAC-Code
LIT000000 SOC051000 LIT004170
THEMA-Code
DSB JBFK
Erscheinungsdatum
2015-08-03
Auflage
1
Themen
Gewalt, Sprache, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Soziologie, Psychologie, Politikwissenschaft
Schlagworte
Folter, Gewalt, Literatur, Roman, Südafrika, Chile, Sprache, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Anglistik, Literaturwissenschaft

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