Legitimität

Gesellschaftliche, politische und wissenschaftliche Bruchlinien der Rechtfertigung

Ob Finanz-, Pflege- oder Bildungskrise – aktuelle Krisen bergen das Potenzial, die Legitimität von Herrschaft zu verändern. Die Stabilität von Legitimationsmustern ist gesellschaftlich, politisch und wissenschaftlich umkämpft und historisch jeweils neu zu reflektieren: Werden Formen der Legitimation etwa von Demokratie, Leistung, sozialen Ungleichheiten und Wahrheits- oder Herrschaftsansprüchen brüchig? Entstehen in Krisendiskursen neue Deutungshorizonte oder gewinnen bislang als selbstverständlich akzeptierte Rechtfertigungsmuster an neuer Überzeugungskraft?

Die Beiträge des Bandes untersuchen die Herausbildung und den Verlauf von Bruchlinien der Rechtfertigung in so unterschiedlichen Bereichen wie Politik, Wirtschaft und Arbeit, Bildung, Wissenschaft und Medien.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Legitimität und Legitimierung in der sozialwissenschaftlichen Debatte: eine Einführung in Theorien der Rechtfertigung und Kritik von Herrschaft

    Seiten 7 - 24
  4. Die Unangemessenheit des »demokratischen Versprechens« - zur Brüchigkeit der politischen Rechtfertigungsordnung

    Seiten 27 - 48
  5. Schöne Geschichten? Legitimation und Zwang in der europäischen Krisenpolitik

    Seiten 49 - 72
  6. Finanzkrise ohne Legitimationskrise? Kapitalismuskritik in der deutschen Qualitätspresse

    Seiten 73 - 94
  7. Krise der deutschen Nation? Legitimierung politischer Zugehörigkeit am Beispiel Deutschlands

    Seiten 95 - 116
  8. Angeboren oder erworben? Eine Pilotstudie über die öffentliche Anerkennung der genetischen Verursachung menschlicher (Verhaltens-)Eigenschaften

    Seiten 117 - 134
  9. Legitimität und Gehorsam

    Seiten 135 - 150
  10. Die Legitimation sozialer Ungleichheit - Bildung, Status und die Akzeptanz von Ungleichheit auf Basis des meritokratischen Prinzips

    Seiten 153 - 176
  11. Die Gerechtigkeit der Spitze. Über die Rechtfertigung von Exzellenz im deutschen Bildungsdiskurs

    Seiten 177 - 198
  12. Die Legitimation einer Gesamtschule: Historische Bruchlinien und Randzonen von Gleichheit in der Debatte um das »Paradepferd sozialistischer Bildungspolitik«

    Seiten 199 - 226
  13. Produktion und Legitimation von Bildungsungleichheiten in der Migrationsgesellschaft

    Seiten 227 - 246
  14. Die Legitimierung von Leistung als arbeitsweltliche Anforderung - eine diskursanalytische Betrachtung

    Seiten 249 - 268
  15. Gerechtigkeitsansprüche und Kritik in Arbeit und Betrieb

    Seiten 269 - 288
  16. Bildungsarbeit im Spiegel von Rechtfertigung und Kritik: Überlegungen zur Spezifität normativer Deutungsmuster im Feld schulischer Leistungspolitiken

    Seiten 289 - 314
  17. »Menschlichkeit pflegen« - Legitimität und Gerechtigkeit in den Leistungsanforderungen der Altenpflege aus Sicht der Beschäftigten

    Seiten 315 - 340
  18. »Bei uns hat sich noch keine beworben.« Legitimierung von Berufseinstiegsbarrieren für Technikerinnen

    Seiten 341 - 358
  19. Autorinnen und Autoren

    Seiten 359 - 362
  20. Backmatter

    Seiten 363 - 366
Mehr
29,99 € *

2015-07-16, 366 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3181-4

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Maria Dammayr

Maria Dammayr, Johannes Kepler Universität Linz, Österreich

Doris Graß

Doris Graß, Johannes Kepler Universität Linz, Österreich

Barbara Rothmüller

Barbara Rothmüller, Université du Luxembourg, Luxemburg

... mit Maria Dammayr, Doris Graß und Barbara Rothmüller

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Gegenwärtig beobachten wir, wie Legitimationsmuster bestehender Ordnungen an Überzeugungskraft verlieren, während sich zugleich alternative Rechtfertigungsnarrative herausbilden; an diesen Bruchlinien und den damit verbundenen Neuordnungen setzt der Band an. Die Autor/-innen diskutieren Wandel, Krise und Legitimation als miteinander verbundene Phänomene und zeigen, wie gesellschaftliche Ordnungen sowie Kritik und Umbrüche in normativen Diskursen und subjektiven Orientierungen verankert sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Herstellung und der Bestand sozialer Ordnungen können nicht allein im Rekurs auf materielle Bedingungen und Verteilungen verstanden werden. Vielmehr spielen Fragen der Legitimität eine wichtige Rolle und damit sowohl gesellschaftliche Diskurse als auch das (kritische) Denken und Handeln der Menschen selbst. ›Die Gerechtigkeit sozialer Verhältnisse‹ folgt damit der ›normativen Aktivität‹ von Akteur_innen, die sich in ihrer Bewertung an Prinzipien wie Gleichheit, Leistung u.a.m. orientieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche und weitreichender Krisendiagnosen sind Fragen der Rechtfertigung von und Kritik an politischen, ökonomischen, sozialen oder wissenschaftlichen Ordnungen verstärkt wahrnehmbar. Der Band vertieft die Diskussion um die Bedingungen von Legitimität, Macht und Herrschaft, indem er in theoretisch orientierten und empirischen Beiträgen auf solche aktuelle Entwicklungen Bezug nimmt und Legitimitätsstrukturen sowie ihr Wandel analysiert werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Uns freut der Dialog mit allen sozialwissenschaftlich und gesellschaftspolitisch interessierten und/oder engagierten Menschen, die sich in ihren jeweiligen Kontexten mit der Gestalt sowie den Begründungen herrschender Ordnungen aber insbesondere auch mit ihren Dis-/Kontinuitäten auseinandersetzen. Die thematische Breite des Bandes zeigt, wie anregend und konstruktiv es ist, mit Vertreter_innen aus unterschiedlichen Bereichen von Politik, Praxis, Wissenschaft und Forschung ins Gespräch zu kommen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Band gibt einen Einblick in die vielfältigen Facetten von Fragen der Rechtfertigung von und Kritik an aktuellen, sozialen Verhältnissen.

»Insgesamt haben die Herausgeberinnen einen thematisch breiten und erfreulich reflektierten Band zur ›Rechtfertigung und Kritik von Herrschaft‹ in Krisenzeiten vorgelegt.«
Hendrik Simon, Portal für Politikwissenschaft, 12.11.2015
Buchtitel
Legitimität Gesellschaftliche, politische und wissenschaftliche Bruchlinien der Rechtfertigung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
366
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3181-4
DOI
Warengruppe
1728
BIC-Code
JHB JPHV JFFM
BISAC-Code
POL010000 SOC026000 POL007000 SOC050000
THEMA-Code
JHB JPHV JBFQ
Erscheinungsdatum
2015-07-16
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Politik
Adressaten
Soziologie, Bildungswissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft
Schlagworte
Legitimation, Normative Ordnungen, Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Politik, Gesellschaft, Politische Soziologie, Demokratie, Soziale Ungleichheit, Politikwissenschaft, Soziologie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung