Die Wiedergeburt der Wissenschaften im Islam

Konsens und Widerspruch (idschma wa khilaf)

In »Die Geburt der Wissenschaften. Panta Rhei« (Velbrück 2011) untersuchte Manfred E.A. Schmutzer die Rahmenbedingungen, die zur Entstehung von Wissenschaften im antiken Griechenland geführt haben.

In diesem Band geht er hieran anschließend der Frage nach, welche Gründe dazu führten, dass das voluminöse Wissen der Antike nicht von den Europäern, sondern von den Söhnen der Wüste Arabiens geerbt wurde. Wie konnte auf der Basis der Antike eine neue »Spezies« von Wissenschaft in der »neuen islamischen Welt« entstehen, die später Europa hinterlassen wurde? Detailreich arbeitet er die sozialen Entwicklungen ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. heraus und zeigt: Die damalige islamische Wissenschaft und Philosophie sind von erstaunlicher Aktualität.

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2015-10-14, 544 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3196-8

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Manfred E.A. Schmutzer

Manfred E.A. Schmutzer, Technische Universität Wien, Österreich

... mit Manfred E.A. Schmutzer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Arbeit ist der zweite Teil einer Trilogie. Gezeigt wird, unter welchen Voraussetzungen Wissenschaft in der Antike entstand und in der Folge im Islam und nicht anderswo wiedergeboren wurde. Dazu war in allen Fällen die Entwicklung eines demokratischen Rechtssystems notwendig. Das gilt für alle untersuchten Fälle. Nicht Naturerklärung lieferte die ursprüngliche Motivation für Wissenschaft, sondern das Verlangen, solche Erklärungen in den Dienst der Legitimation eines politischen Systems zu stellen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch öffnet den Blick auf den Entstehungsprozess des Islam aus einem selten thematisierten Winkel, sowie auf die kaum akzeptierte Tatsache, dass die naturwissenschaftliche Methode nicht erst im Europa des 16./17. Jahrhunderts entstand, sondern bereits in Magna Graecia wie auch im Islam des 9./10. Jahrhunderts. Anschaulich wird dabei die für die Existenz von Wissenschaften erforderliche Verzahnung mit Politik und Kultur.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Begriff ›Wissensgesellschaft‹ legitimiert heute Forschungsförderung. Mit schwingt unausgesprochen die ökonomische Bedeutung von Forschung und zugleich der Glaube, dass Erkenntniszuwächse nur durch materielle Mittel sicherzustellen wären. Meine historischen Fallstudien zeigen, dass sie – wie auch heute – vor allem an politisch-legitimatorische Bedürfnisse gebunden sind. Alternativen dazu offerierten bereits arabische Wissenschaftler des frühen Islam, woraus wir aktuell Anregungen schöpfen könnten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

David Bloor David, Karin Knorr-Cetina, Bruno Latour und Jürgen Mittelstrass.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Arbeit hinterfragt Vorstellungen von Genese, Rolle und gesellschaftlicher Bedeutung von Wissenschaft und verdeutlich ihre kulturspezifische Abhängigkeit.

»Das Buch vermag dem Kenner einzelne neue Erkenntnisse zu liefern [und] auch die Aktualität der damaligen islamischen Wissenschaften aufzuzeigen.«
Gisbert Gemein, geschichte für heute, 3 (2016)
O-Ton: »Wie es dazu kam, dass die meisten wunderbaren Erkenntnisse des scheinbar überlegenen ›homo occidentalis‹ schon Jahrhunderte zuvor von arabischen Wissenschaftlern vorweggenommen waren – Manfred Schmutzer im Gespräch bei Ö1 am 11.02.2016
http://bit.ly/2fyLVeQ
Besprochen in:
Kärntner Ärztezeitung, 11 (2016), Christian Stadler
Ö1/ORF – Im Gespräch, 14.06.2018, Andreas Obrecht
Autor_in(nen)
Manfred E.A. Schmutzer
Buchtitel
Die Wiedergeburt der Wissenschaften im Islam Konsens und Widerspruch (idschma wa khilaf)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
544
Ausstattung
Hardcover
ISBN
978-3-8376-3196-8
DOI
10.14361/9783839431962
Warengruppe
1510
BIC-Code
PDX HBLC HBTB
BISAC-Code
SCI034000 HIS037010 HIS054000
THEMA-Code
PDX NHDJ NHTB
Erscheinungsdatum
2015-10-14
Auflage
1
Themen
Wissenschaft, Kulturgeschichte
Adressaten
Sozial- und Naturwissenschaften, Philosophie, Arabistik sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Wissenschaftsgeschichte, Islam, Soziomorphismus, Science Policy, Philosophie, Wissenschaft, Kulturgeschichte, Mittelalterliche Geschichte, Globalgeschichte, Geschichtswissenschaft

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