Poetik des chinesischen Logogramms

Ostasiatische Schrift in der deutschsprachigen Literatur um 1900

Literarische Texte entziehen sich wie fremdartige Kulturen stetig einem endlichen Verständnis und damit einer endlichen Deutung. Fragen literarischer und kultureller Hermeneutik verschränken sich im poetologischen Motiv der ostasiatischen Zeichenschrift, das seit der Aufklärung einen festen Platz in den Denkgebäuden abendländischer Denker einnimmt und um 1900 konjunkturell in der deutschsprachigen Literatur auftritt.

Sebastian Schmitt zeigt, wie die Schriftsteller Canetti, Hofmannsthal, Kellermann, Dauthendey, Döblin, May und Bierbaum das traditionsreiche Motiv verwenden, das stetig Fragen der Poetologie mit Fragen der kulturellen Alienität verbindet und es ermöglicht, Mehrwert aus dem Kontakt mit dem inkommensurablen Fremden zu ziehen.

34,99 € *

2015-09-01, 300 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3247-7

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Sebastian Schmitt

Sebastian Schmitt, Universität Marburg, Deutschland

... mit Sebastian Schmitt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Interkulturelle Kommunikation ist ein viel zu wichtiger Bestandteil der gegenwärtigen Welt, als dass wir es uns erlauben könnten, uns nicht mit ihr theoretisch zu befassen. Literarische Sprache hilft dabei, das Thema von einer neuen Perspektive aus zu betrachten und Mehrwert aus einer Kunstform zu ziehen, die ihren Platz heute stets beweisen muss. Das Buch verteidigt also nicht nur die Literatur gegen die Anklage auf Unnützes, sondern arbeitet heraus, wie wir mit der alltäglichen Erfahrung der Alienität und Alterität fruchtbar umgehen können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Was Literatur – auch klassische, vergangene oder verstaubte – uns mitteilen kann, wird in den diversen Literaturtheorien unterschiedlich verteidigt. Werden in Texten andersartige Schriftsysteme diskutiert, verschränken sich schriftliche Kunst und interkulturelle Begegnung. Das undurchschaubare und befremdliche Lächeln einer Geisha hat mit der schwerverständlichen Komposition eines Romans viel zu tun. Was es für Vorteile hat, hinter dem Lächeln und auch hinter dem Text keine letzten Wahrheiten finden zu können, darum geht es in diesem Buch.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Trotz der Annäherungen der letzten Jahrzehnte stehen sich in der Literaturwissenschaft noch immer Hermeneuten und Poststrukturalisten argwöhnisch bis verfeindet gegenüber. An einem poetologischen Schriftmotiv, das an eine Erfahrung von Alienität gebunden ist, evaluiert das Buch, wie eine gegenseitige Annäherung Vorteile für beide Richtungen bringt. Hermeneutik auf Basis der Annahme der Irrealität eines hermeneutischen Zentrums wird dann möglich, wenn man sich die Poetologie von modernen Texten anschaut, die Unverständnis und Übersetzungsaporien thematisieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich mein Buch mit allen Besuchern Ostasiens diskutieren, die in Ihrem Reisegepäck neben Offenheit und Interesse an der anderen Kultur ihre speziell ausgewählte Lektüre mit sich führen. Ich würde gerne darüber debattieren, wie Literatur Ihre Fremdheitserfahrung verändert und zum interkulturellen Dialog aufzufordern vermag. Darüber hinaus mit eingefleischten Karl May Fans, denen mit diesem Buch eine ungewöhnliche Lesart Ihres Jugendhelden Old Shatterhand zugemutet wird.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wenn wir eine andere Kultur als unüberwindlich fremd empfinden, hilft ein gezielter Blick in Werke von Literaten, die über Zeichen schreiben, die sie selbst nicht verstehen.

Besprochen in:
Waseda Blätter 25 (2018), Arne Klawitter
Autor_in(nen)
Sebastian Schmitt
Buchtitel
Poetik des chinesischen Logogramms Ostasiatische Schrift in der deutschsprachigen Literatur um 1900
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
300
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3247-7
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFC
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 SOC022000
THEMA-Code
DSB JBCC
Erscheinungsdatum
2015-09-01
Auflage
1
Themen
Kultur, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaften, Philosophie, Soziologie, Japanologie, Sinologie, Germanistik, Komparatistik
Schlagworte
1900, China, Japan, Literarische Moderne, Hermeneutik, Literatur, Kultur, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Interkulturalität, Literaturtheorie, Literaturwissenschaft

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