Grauzonen staatlicher Gewalt

Staatlich produzierte Unsicherheit in Kolumbien und Mexiko

Paramilitärs, Kriminalität, Verschwundene – der »Krieg gegen die Drogen« hat in wirtschaftlichen Boomzonen Kolumbiens und Mexikos Gewaltverhältnisse auf Dauer gestellt: Illegale und legale Ökonomie sind kaum mehr zu trennen. Alke Jenss bietet einen differenzierten Blick auf die Rolle des Staates: Bekämpft er die, die er zu bekämpfen vorgibt? Stellt der Staat tatsächlich Ordnung her oder produziert er vielmehr selbst Unsicherheit für Teile der Gesellschaft?

Die Studie analysiert erstmals staatstheoretisch und vergleichend Gewaltdynamiken in beiden Ländern. Sie hinterfragt kritisch, welche gesellschaftlichen Kräfte die Stärkung des Militärs in ihrem eigenen Sinne vorantreiben und wer von Gewaltpraktiken betroffen ist.

Auszeichnung

Dissertationspreis der ADLAF (Arbeitsgemeinschaft Deutsche Lateinamerikaforschung)

49,99 € *

2016-01-07, 494 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3251-4

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Alke Jenss

Alke Jenss, Arnold-Bergstraesser-Institut, Freiburg i.Br., Deutschland

... mit Alke Jenss

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil das Buch aktuelle politische Themen behandelt: In vielen Regionen der Welt etablieren sich autoritäre Regime momentan nicht als Diktaturen, sondern unter formaldemokratischen Vorzeichen. Gleichzeitig erscheint die globale Wirtschaft immer undurchsichtiger, und immer wieder begegnen uns Schattenökonomien und Drogenhandel. Wie beides zusammenhängt, zeigt das Buch anhand Kolumbiens und Mexikos. Wer von den erschreckenden Fällen von Verschwindenlassen in Mexiko gehört hat, erfährt außerdem, wie sich die Bedingungen für diese Situation entwickelt haben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Erstens vergleicht es mit Kolumbien und Mexiko erstmals zwei Fälle, die immer wieder in einem Atemzug genannt werden, aber ganz unterschiedliche Entwicklungen gemacht haben. Zweitens zeigt es historische und strukturelle Hintergründe der dortigen Staatlichkeit auf, ohne die aktuelle Entwicklungen wie die Gewalteskalation in Mexiko nicht verständlich werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zum einen gibt es eine neuere Debatte zum Staat in Lateinamerika, in die sich das Buch einordnet und Perspektiven auf zwei der bisher weniger untersuchten Länder bietet. Zum anderen ist es ein soziologischer Beitrag zu Gewaltforschung, der den Staat und das Verhältnis zwischen Staat und Gewalt hier wieder stärker ins Zentrum rückt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen Interesssierten! Und natürlich mit denen, die von den Entwicklungen in Kolumbien und Mexiko selbst direkt betroffen sind und versuchen, ihnen entgegenzuwirken. Schön wäre ein Gespräch mit dem leider inzwischen verstorbenen großen kolumbianischen Soziologen Orlando Fals Borda, der die Geschichte der Gewalt in seinem Land scharfsichtig analysiert hat.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch zeigt, wie gesellschaftliche Kräfte in Kolumbien und Mexiko autoritäre Elemente von Staatlichkeit auch unter demokratischen Vorzeichen vorantreiben und hilft, die Hintergründe für die aktuellen Entwicklungen um den sogenannten "Drogenkrieg" in Lateinamerika zu verstehen.

»Empfiehlt sich für jedes Regal
einer politikwissenschaftlichen bzw. lateinamerikanistischen Bibliothek.«
Peripherie, 148/37 (2017)
»Die Studie [ist] ein Beispiel dafür, wie eine komplexe Analyse von Staatlichkeit funktionieren kann.«
Sven-Jacob Sieg, Portal für Politikwissenschaft, 16.06.2016
Besprochen in:
Wissenschaft & Frieden, 2 (2016)
SuchtMagazin, 4 (2016)
Autor_in(nen)
Alke Jenss
Buchtitel
Grauzonen staatlicher Gewalt Staatlich produzierte Unsicherheit in Kolumbien und Mexiko
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
494
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3251-4
DOI
Warengruppe
1728
BIC-Code
JFFE GTJ JPHC
BISAC-Code
SOC051000 POL034000 POL010000
THEMA-Code
JBFK GTU JPHC
Erscheinungsdatum
2016-01-07
Auflage
1
Themen
Gewalt, Politik
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaften, Friedens- und Konfliktforschung, Security Studies, Politische Ökonomie sowie Menschenrechtsarbeiter_innen
Schlagworte
Militarisierung, Verschwundene, Drogenkrieg, Gewalt, Konfliktforschung, Lateinamerika, Mexiko, Kolumbien, Unsicherheit, Sicherheitspolitik, Paramilitärs, Staat, Politik, Politikwissenschaft

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