Ko-Konstruktionen in der Interaktion

Die gemeinsame Arbeit an Äußerungen und anderen sozialen Ereignissen

In der Interaktionslinguistik und Gesprächsforschung ist das Konzept der Ko-Konstruktion zur Beschreibung von Äußerungen entwickelt worden, die von mehreren Gesprächsteilnehmern gemeinsam formuliert werden. In diesem Band wird dieses Konzept generell erweitert auf soziale Ereignisse, die von den Beteiligten gemeinsam hervorgebracht werden. Hierzu werden neben den klassischen Domänen der Äußerungen und Texte (u.a. auch in mehrsprachigen Settings) auch Datenkollektionen zu multimodalen Aspekten der Interaktion, zu Fragen der (früh-)kindlichen Entwicklung und zu allgemeinen Grundlagen des gemeinsamen Handelns beleuchtet. Die Beiträge diskutieren darüber hinaus theoretische und methodische Probleme des erweiterten Konzepts.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Zu diesem Buch

    Seiten 7 - 18
  4. Zu einem Konzept von Ko-Konstruktion

    Seiten 21 - 36
  5. Einige Überlegungen zur Herkunft und zum Anspruch des Konzepts der Ko-Konstruktion

    Seiten 37 - 42
  6. Positionspapier: Multimodale Interaktionsanalyse

    Seiten 43 - 52
  7. Ko-Konstruktionen im Gespräch: Zwischen Kollaboration und Konfrontation

    Seiten 55 - 74
  8. Von Konstruktionen, Ko-Konstruktionen und Rekonstruktionen

    Seiten 75 - 96
  9. Methodologische Überlegungen zur Analyse der Sprachenwahl als Ko-Konstruktion

    Seiten 97 - 110
  10. Ko-Konstruktionen in der Schrift?

    Seiten 111 - 138
  11. Die Ko-Konstruktion der Bedeutung in der kollaborativen Übersetzung

    Seiten 139 - 154
  12. Das Sprechen im Rundfunk als interaktive Montage verschiedener Ressourcen

    Seiten 157 - 182
  13. Zur Ko-Konstruktion einer amüsanten Unterbrechung während einer argumentativen Auseinandersetzung

    Seiten 183 - 208
  14. Multimodale Ko-Konstruktionen: Gestische Lokaldeixis im Bauchraum

    Seiten 209 - 228
  15. Ko-Konstruktion in der Mensch-Roboter-Interaktion

    Seiten 229 - 258
  16. »Gut, dann such dir mal jemanden für ... dich« Räumliche Konfiguration von sozialen Beziehungen am Beispiel von Familien- und Systemaufstellungen

    Seiten 259 - 284
  17. Ko-Konstruktion in Erwachsenen-Kind Interaktionen: membership und der Erwerb von sprachlicher Kompetenz

    Seiten 287 - 312
  18. Implizites Beziehungswissen - ko-konstruiert

    Seiten 313 - 324
  19. Ko-Konstruktionen, alignment und interaction intelligence

    Seiten 325 - 348
  20. (Ko?-)Konstruktion in institutionellen Settings

    Seiten 349 - 372
  21. Ko-Konstruktion von Anfallsschilderungen in Arzt-Patienten-Gesprächen

    Seiten 373 - 400
  22. Autorinnen und Autoren

    Seiten 401 - 404
  23. Backmatter

    Seiten 405 - 408
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44,99 € *

2015-12-21, 408 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3295-8

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Ulrich Dausendschön-Gay

Ulrich Dausendschön-Gay, Universität Bielefeld, Deutschland

Elisabeth Gülich

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Ulrich Krafft

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... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mit dem Konzept der ›Ko-Konstruktion‹ werden soziale Ereignisse beschrieben, die von mehreren Beteiligten gemeinsam hergestellt werden: sprachliche Äußerungen in einem Gespräch, der Aufbau eines Bücherregals, ein Brettspiel. Für die Sozialwissenschaften ist dabei interessant

ù die Verfahren zu ermitteln, mit denen solche Ereignisse gemeinsam gemacht werden,

ù die Ressourcen aufzudecken, die dabei eingesetzt werden,

ù die Gründe zu verstehen, warum die gemeinsame Herstellung die angemessene Lösung für das anstehende Handlungsproblem ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ko-Konstruktionen sind bislang weitgehend ein Gegenstand der linguistischen Grammatik gewesen, die diese als ein Phänomen der gemeinsamen Formulierung von Äußerungen in mündlicher Kommunikation untersucht. Die nun vorgenommene Ausweitung des Konzepts beruht auf der Einsicht, dass die Fähigkeit zum Ko-Konstruieren eine der grundlegenden Voraussetzungen für die Beteiligung am sozialen Leben ist, und sie daher unter dieser Perspektive untersucht und verstanden werden sollte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ethnomethodologie und Konversationsanalyse gehen von der Annahme aus, dass die soziale Wirklichkeit von den Beteiligten gemeinsam erzeugt wird (›interactional achievement‹). So plausibel diese grundlegende Annahme ist, so schwierig ist ihre Konkretisierung bei der Analyse von Interaktionsdaten. Diese steht hier im Mittelpunkt. Die analytische Perspektive der Ko-Konstruktionen ist ein Beitrag zur methodischen Differenzierung, zu der auch die Konzepte Koordination, Kooperation und Koorientierung gehören.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch ist aus Diskussionen auf einem mehrtägigen Workshop am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld hervorgegangen. Die Beiträge von Kolleginnen und Kollegen verschiedener Disziplinen (Linguistik, Soziologie, Psychiatrie, Erwerbsforschung) haben die Voraussetzungen für die Ausweitung und Weiterentwicklung des Konzepts der Ko-Konstruktion geschaffen, dessen methodische und analytische Implikationen mit Vertretern anderer (interaktiv und qualitativ orientierter) Fachrichtungen weiter diskutiert werden sollte.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Bei welcher Gelegenheit, mit welchen Mitteln und mit welchen Verfahren lösen wir Handlungsaufgaben in kooperativer Zusammenarbeit?

»Ein vorzügliches Fachbuch.«
Frank Ernst Müller, Gesprächsforschung, 17 (2016)
Buchtitel
Ko-Konstruktionen in der Interaktion Die gemeinsame Arbeit an Äußerungen und anderen sozialen Ereignissen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
408
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3295-8
DOI
Warengruppe
1561
BIC-Code
CF JHBA
BISAC-Code
LAN009000 SOC026000
THEMA-Code
CF JHBA
Erscheinungsdatum
2015-12-21
Auflage
1
Themen
Sprache, Sozialität
Adressaten
Interaktionslinguistik, Gesprächsforschung, Konversationsanalyse
Schlagworte
Ko-Konstruktion, Interaktionsanalyse, Konversationsanalyse, Textlinguistik, Multimodalität, Sprache, Sozialität, Sprachwissenschaft, Soziologische Theorie, Soziologie

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