Die Welt reparieren

Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis

Weltweit entstehen immer mehr Initiativen des Selbermachens, in denen eine Vielfalt von Anliegen und Problemen kollektiv bearbeitet werden. In diesen – jenseits von Markt und Staat angesiedelten – kollaborativen Zusammenhängen wird ein basisdemokratisch orientiertes Verständnis von Zusammenleben und Urbanität erprobt und zugleich nach ökologisch und sozial sinnvollen Lösungen für grundlegende Formen der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Energie sowie für alle zugängliche Technik gesucht. Dabei entstehen faszinierende neue Formen des gemeinsamen Produzierens, Reparierens und Tauschens von Dingen, die die industrielle Logik des 20. Jahrhunderts herausfordern und sogar auf den Kopf stellen.

Das Buch widmet sich der visionären Kraft dieser vielversprechenden innovativen Praxis und bietet zugleich eine gesellschaftliche Einordnung der neuen »Labore« gesellschaftlicher Transformation.

Auszeichnung

Liste Sachbücher des Monats März 2017

19,99 € *

2016-11-27, 352 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3377-1

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Andrea Baier

Andrea Baier, anstiftung, München, Deutschland

Tom Hansing

Tom Hansing, anstiftung, München, Deutschland

Christa Müller

Christa Müller, anstiftung, München, Deutschland

Karin Werner

Karin Werner, anstiftung, München, transcript Verlag, Bielefeld, Deutschland

... mit den Herausgeberinnen

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Buch schließt eine Lücke, da es die vielerorts beobachtbaren neuen Labore und Zusammenhänge des offenen Selbermachens und Reparierens umfassend behandelt und gesellschaftlich einordnet. Es wird deutlich, dass im Aufbrechen des Verhältnisses von Ding und Kosument bzw. Nutzer die kapitalistische Ordnung praktisch überschritten werden kann. Diese Überschreitungen bzw. Verschiebungen zeigen sich einerseits am Ding selbst, andererseits an der Veränderung der Dingbezüge als soziale und kulturelle. Insbesondere wird deutlich, dass die Reparatur in diesem Zusammenhang Zugänge eröffnet, die durch ihren Eigensinn und ihren ›Care‹-Charakter eine Form der Wiederinbesitznahme von bereits ›abhanden gekommenen‹ Dingen ermöglicht. Der Letzthorizont dieses Handelns ist die Welt bzw. die Gesellschaft und die Ökologie, die über das ›Umschalten auf Reparatur‹ der kapitalistischen Logik entwunden werden kann.

2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?

Unserer Meinung nach sind Dingverhältnisse als Machtverhältnisse eher unterthematisiert, und wir möchten mit diesem Buch neuen dezidiert kapitalismus- und industrialismuskritischen Projekten und Ansätzen eine Stimme geben. Sie sollten ihrer Haltung, aber auch ihrer transformativen Kapazität willen ernstgenommen werden. Man sollte sich von ihrer spielerischen und freundlichen Haltung nicht täuschen lassen. Die beobachteten Projekte ›kennen und können Kapitalismus‹, sie schließen an ihn an, etwa indem sie ausrangierte Dinge bergen und in neue Kreisläufe der Verwendung überführen. Statt einer sozialen Bewegung finden wir hier viele gut durchdachte kleine praktische Bewegungen (moves vs. movements), die einen Unterschied machen. Das digitale Archiv, das solche Umformungen dokumentiert und für alle Interessierten zugänglich macht, ist erst einige Jahre alt und wächst stündlich. Was wir heute beobachten, sind die allerersten Anfänge für offene kollektive Fabrikationen, deren zukünftiges Ausmaß nicht absehbar ist.

3. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit denjenigen, die die share economy in den letzten Jahren einer pauschalisierenden Kritik unterzogen haben und mit dieser einseitigen Sicht der Dinge die vielen nichtkapitalistischen Projekte verfehlt und beschädigt haben.

4. Ihr Buch in einem Satz:

Lasst uns die Welt gemeinsam reparieren. Es kann gelingen.

»Wird manchmal über fehlende Utopien geklagt, eröffnet der Band den Blick auf mögliche Wege aus der gegenwärtigen Situation.«
Frank Dittmann, Technik in Bayern, 5 (2017)
»Ein intellektuelles wie haptisches Leseerlebnis erster Güte.«
BUNDmagazin, 3 (2017)
O-Ton: Radio-Essay »Revolution mit Hammer und Lasercutter« – Andrea Baier, Christa Müller und Karin Werner am 10.7. im SWR 2.
(http://bit.ly/2sP46OD)
»Das Buch regt auf jeden Fall dazu an, selbst initiativ zu werden und zur gesellschaftichen Transformation beizutragen.«
welt-sichten, 6 (2017)
»Das Buch macht vielfältige Perspektiven auf und bietet mit all seinen Ermutigungen ud Widersprüchlichkeiten reichlich Inspiration und Stoff für Diskussionen.«
Elisabeth Voß, Oya, 43 (2017)
»Die vielfältige Sammlung praxisorientierter Projekte ermutigt und zeugt vom immensen Potenzial der alternativen Denk-, Produktions- und Lebensweise.«
Kunst & Material, 5/6 (2017)
»Für alle, die unsere Welt reparieren wollen, ein nützliches, sinnvolles Nachschlage- und Nachahmungswerk.«
Stefan Vockrodt, umweltzeitung, 3/4 (2017)
»Eine faszinierend vielfältige Sammlung praxisorientierter Projekte.«
Günther Wetzig, ekz bibliotheksservice, 8 (2017)
»Ganz im Sinne der ›Quelloffenheit‹ aller vorgestellten Projekte legt der Band die Pros und Cons dar und ist dabei ebenso fair wie visionär.«
ULTIMO, 3 (2017)
»Ein wunderschön gemachtes Buch über das Machen und Selbermachen. Und über das Politische.«
ChangeX, 1 (2017)
»Aufwändig und ansprechend gestaltet.«
Ökologisches Wirtschaften, 1 (2017)
Ein differenziertes Bild der Maker-Szene.«
Make, 1 (2017)
»Nicht nur von der hier vorgestellten innovativen Praxis gehen vielversprechende Impulse und visionäre Kräfte aus, sondern auch vom Buch selbst.
Insbesondere wird gezeigt, dass die Reparatur Zugänge eröffnet, die durch ihren Eigensinn und ihren ›Care‹-Charakter eine Form der Wiederinbesitznahme von bereits ›abhanden gekommenen‹ Dingen ermöglicht.«
Alexandra Hildebrandt, http://www.huffingtonpost.de, 24.11.2016
O-Ton: »Das sind postindustrielle Akteure« – Christa Müller am 18.11.2016 im Interview beim Deutschlandfunk.
(http://ow.ly/9EYk306tVPq)
O-Ton: »Die Welt reparieren - Beobachtungen von der Soziologin Christa Müller« am 8.9.2016 bei Radio München.
(http://ow.ly/Gf8c304s9ut)
Besprochen in:
http://enorm-magazin.de, Daniela Becker
www.maecenata.eu, 3 (2016)
Philosophie Magazin, 2/3 (2017)
Blicklicht, 1 (2017)
Kunstbulletin, 1-2 (2017)
GMK-Newsletter, 1 (2017)
Ö, 1 (2017)
Offene Spielräume, 1 (2017)
isso. Stadtmagazin für Gelsenkirchen, 02.01.2017, Micahel Voregger
Bodo, 2 (2017)
Kochen ohne Knochen, 27/2 (2017)
Huffington Post, 17.06.2017, Alexandra Hildebrandt
Umweltzeitung, 4 (2017), Stefan Vockrodt
ix, Magazin für professionelle Informationstechnik, 9 (2017), Barbara Lange
Huffington Post, 19.12.2017, Alexandra Hildebrandt
Buchtitel
Die Welt reparieren Open Source und Selbermachen als postkapitalistische Praxis
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
352
Ausstattung
kart., zahlr. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-3377-1
DOI
10.14361/9783839433775
Warengruppe
1725
BIC-Code
JFSG JPW
BISAC-Code
SOC026030 POL003000 SOC041000
THEMA-Code
JBSD JPW
Erscheinungsdatum
2016-11-27
Auflage
1
Themen
Stadt, Zivilgesellschaft, Zeitdiagnose
Adressaten
Zivilgesellschaft, Sozialwissenschaft, Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Erwachsenenbildung sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Neuer Urbanismus, FabLabs, Makerspaces, Do It Yourself, Degrowth, Wachstumsrücknahme, Postwachstum, Sharing, Commons, Selbermachen, Kollaboration, Share Economy, Echte Demokratie, Partizipation, Eigenarbeit, Makermovement, Reparieren, 4. Industrielle Revolution, Open Source, Open Hardware, Open Design, Ökologie, Stadt, Zivilgesellschaft, Urban Studies, Kulturwissenschaft, Soziologie

Visueller Spaziergang durch das Buch

Hier geht's direkt in die Welt der Do-it-yourself-Bewegung mit vielen Akteuren aus dem Buch

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