Straßenmusik in Berlin

Zwischen Lebenskunst und Lebenskampf. Eine musikethnologische Feldstudie

Wer macht in Berlin Straßenmusik und warum? Mark Nowakowski liefert ein detailliertes Portrait der Straßenmusik in Berlin sowie ihrer Akteure und damit die erste systematische Untersuchung dieser urbanen Auftrittskultur in Deutschland. Neben den Motiven der Künstler analysiert er die Rolle des Publikums sowie des Stadtraums als Kontext, in dem sich Straßenmusik abspielt, aber auch soziokulturelle Dimensionen sowie historische Wandlungsprozesse.

Facettenreich gibt die Studie Aufschluss über das Phänomen Straßenmusik und stellt einen Beitrag zur Beschreibung des Berliner Kulturlebens und der musikalischen Identität der Stadt dar, deren Profil von Straßenmusik als Auftrittskultur mit starker Alltagspräsenz und großer Erscheinungsvielfalt mitgeprägt wird.

Mit einem Vorwort von Klaus dem Geiger.

34,99 € *

2016-04-14, 450 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3385-6

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Mark Nowakowski

Mark Nowakowski, Umweltbundesamt (Berlin), Deutschland

... mit Mark Nowakowski

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Straßenmusik stellt eine globale Musik- und Auftrittskultur dar, die aus dem Stadtbild Berlins und vieler anderer Städte nicht wegzudenken ist und damit sowohl im Alltag der Bewohner als auch im lokalen kulturellen Leben eine Rolle spielt. Dennoch wissen wir im Allgemeinen wenig bis nichts über die Menschen, die sich entscheiden in der Öffentlichkeit vor einem fluktuierenden Publikum aufzutreten. Es war höchste Zeit, dieses Phänomen zu würdigen und wissenschaftlich zu beleuchten. Das hat vorher in Deutschland noch niemand gemacht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Einen wichtigen und auch vom Umfang her bedeutenden Teil meiner Studie nehmen die Portraits der Künstler ein, die ich im Berliner Stadtraum getroffen habe. Für diese akteurszentrierte Perspektive habe ich mich entschieden, um einerseits der großen Vielfalt und den individuellen Erscheinungsformen unter Straßenmusikern gerecht zu werden und andererseits dem Trugschluss aus der ebenfalls enthaltenen aggregierten Betrachtung entgegenzuwirken, es gebe so etwas wie den ›typischen Straßenmusiker‹. Auch fehlte bisher in Deutschland eine Beschreibung von Musikern, die in den Zügen und Bahnhöfen des öffentlichen Nahverkehrs sowie in und vor Lokalen auftreten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Straßenmusik wurde bislang wissenschaftlich nicht als die weitverbreitete urbane Kunstform und Auftrittspraxis gewürdigt, die sie darstellt. Die Frage, was eigentlich Musiker vom Autodidakten bis zum Konservatoriumsabsolventen dazu bewegt, unter diesen Umständen aufzutreten, wurde so noch nicht gestellt. Die Beschreibung der Kultur- und Musikszene einer Stadt kann sich aber nicht darin erschöpfen, lediglich den etablierten, oftmals staatlich geförderten Kulturbetrieb zu betrachten. Es geht mir in meiner Studie darum, neben den Motiven der Künstler die kulturelle Bedeutung sowie zentrale Funktionen von Straßenmusik in der Gesellschaft herauszuarbeiten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Es wäre spannend, mit Stadt- und Raumplanern darüber zu sprechen, inwiefern die Förderung von kultureller Interaktion wie Straßenmusik im öffentlichen Stadtraum über raumplanerische Mittel möglich ist und welche Rolle sie in ihren Visionen lebenswerter Städte spielt. Der französische Ethnologe und Anthropologe Marc Augé wäre in einer solchen Runde ein interessanter Diskussionspartner. Er hat das Konzept vom Nicht-Ort geprägt, nach dem Räumen der gebauten Umwelt aufgrund ihrer Funktion als Transiträume und des Fehlens menschlicher Interaktion ihre Eigenschaft als Ort im anthropologischen Sinne fehlt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Den typischen Straßenmusiker gibt es nicht. Es lohnt sich, genauer hinzusehen – oder mein Buch zu lesen!

»Es erscheint [...] keineswegs übertrieben, der Arbeit Mark Nowakowskis den Charakter eines Standardwerkes zuzuschreiben, stellt sie doch im besten Sinne einen relevanten und längst überfälligen Beitrag zur Erforschung des Berliner Kulturlebens und der musikalischen Identität dieser für Deutschland und Europa so bedeutenden Stadt dar.«
Heiko Fabig, Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde, 63 (2018)
»Die soziokulturelle Bedeutung der Straßenmusik hat in diesem Umfang bisher niemand erforscht.
Ein lupengenauer Blick auf die Musik der Straße für alle, die es genau wissen wollen.«
Karsten Rube, www.folkworld.de, 62/3 (2017)
»Seine kleinteilige Darstellungsweise [...] ist das große Plus der Veröffentlichung, die dazu einlädt, zu differenzieren und einen erweiterten Blick auf das Phänomen Straßenmusik zu erhalten. Das ist für die Musikethnologie, aber auch für alle Entscheidungsträger dessen, was im öffentlichen Raum passieren kann und darf, von Interesse.«
Astrid Reimers, Österreichische Musikzeitschrift, 1 (2017)
»Schöner, facettenreicher Band.
Trotz der Wissenschaftlichkeit ist die interessierte, einfühlsame Zuwendung des Autors nicht zu übersehen.«
Titus Simon, AKP, 2 (2017)
»Die Vielfalt der von Nowakowski untersuchten Musik, der Stile und Gattungen, der Wirkungsweisen, der Bezüge zum jeweiligen Publikum usw. ist bemerkens- und nachlesenswert.«
Hanns-Werner Heister, Neue Zeitschrift für Musik, 1 (2017)
O-Ton: »Straßenmusik: Zwangesbeschallung mit human touch«. Mark Nowakowski über Zukunftsaussichten und Lebensrealität von Straßenmusikern auf SRF 2.
(http://buff.ly/2ht4jCo)
»Dieses Fachbuch kann sowohl als Anregung und Grundlage für weitere regionale, städtebezogene Untersuchungen als auch als Basis für Seminar und Unterricht gute Dienste leisten.«
Wolf R. Kemper, Praxis des Musikunterrichts, 127 (2016)
O-Ton: »Melodien für Passanten – der Musikethnologe Mark Nowakowski im Gespräch über Straßenmusik« am 23.9.2016 bei SWR2.
(http://ow.ly/AmkX304yn3m)
»Nowakowski [hat] eine bedeutende und lesenswerte Studie vorgelegt, die auf überzeugende Weise zeigt, wie man sich dem komplexen Phänomen der Straßenmusik adäquat annähern kann. Der Band könnte daher als unmittelbare Anregung dafür dienen, auch in anderen deutschen Großstädten vergleichbare Untersuchungen durchzuführen und die regionalspezifischen Unterschiede herauszuarbeiten.«
Stefan Drees, www.socialnet.de, 21.09.2016
O-Ton: »Feldstudie zu Straßenmusik in Berlin« – Mark Nowakowski bei freie-radios.net am 12.07.2016.
http://bit.ly/2ycWN5y
O-Ton: »Zwischen Poesie und Überlebenskampf« – Mark Nowakowski im Gespräch bei MDR Kultur am 26.06.2018.
http://bit.ly/2KdegW9
Besprochen in:
Forum Wohnen und Stadtentwicklung, 3 (2016)
Deutschlandfunk Corso, 31.05.2016
Deutschlandradio Kultur, 21.06.2016
Berliner Morgenpost, 17.07.2016, Christine Eichelmann
Folker, 6 (2017), Kai Engelke
taz.berlin, 21.06.2018
Autor_in(nen)
Mark Nowakowski
Buchtitel
Straßenmusik in Berlin Zwischen Lebenskunst und Lebenskampf. Eine musikethnologische Feldstudie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
450
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3385-6
DOI
Warengruppe
1591
BIC-Code
AVA AVGP JFSG
BISAC-Code
MUS020000 SOC026030
THEMA-Code
AVA AVLP JBSD
Erscheinungsdatum
2016-04-14
Auflage
1
Themen
Popkultur, Stadt, Musik
Adressaten
Musikwissenschaft, Musikethnologie, Soziologie, Stadtforschung, Kulturanthropologie, Kulturwissenschaften, Cultural Studies, Interkulturalität, Kulturmanagement sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Straßenmusik, Deutschland, Berlin, Musikethnologie, Auftrittskultur, Urban Studies, Musik, Popkultur, Stadt, Popmusik, Musikwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung