Antiamerikanismus in Deutschland

Über die Funktion von Amerikabildern in nationalistischer und ethnozentrischer Rhetorik

Politische Diskurse und sozialwissenschaftliche Debatten ringen gleichermaßen um eine angemessene Unterscheidung von antiamerikanischen Vorurteilen und legitimer Kritik an den USA.

Felix Knappertsbusch leistet einen innovativen Beitrag zur Überwindung dieser Definitionsprobleme, indem er antiamerikanische Sprachgebräuche in Deutschland auf deren Funktionen bei der Herstellung diskriminierender gesellschaftlicher Verhältnisse befragt. Seine detaillierten Analysen von Interview- und Umfragedaten zeigen, wie Antiamerikanismus bei der Reproduktion nationalistischer Identitätskonstruktionen mit fremdenfeindlicher, rassistischer und antisemitischer Rhetorik zusammenspielt.

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2016-03-17, 422 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3388-7

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Felix Knappertsbusch

Felix Knappertsbusch, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland

... mit Felix Knappertsbusch

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Vorurteile und Diskriminierung gehören nach wie vor zum Alltag der Gesellschaften, in denen wir leben. Dies gilt insbesondere für jene Vorurteile ›demokratischer‹ Art, die sich nicht als Widerspruch zu egalitären Grundsätzen, sondern vielmehr als deren Vollzug präsentieren. Antiamerikanismus ist ein paradigmatischer Fall eines solchen ›legitimen‹ Vorurteils – und die Antiamerikanismusforschung ein gutes Beispiel für die ungelösten Probleme, die mit deren Kritik einhergehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Meine Arbeit nähert sich dem Gegenstand ›Vorurteile‹ nicht mittels des Konzeptes der Einstellung, sondern aus einer genuin soziologischen Perspektive: Ich frage nicht, was macht eineN AkteurIn zum/zur ›AntiamerikanerIn‹, sondern, was ist antiamerikanisch an einem jeweiligen Handeln. Dieser Fokus auf rhetorische Praxis schärft nicht nur den Blick für Antiamerikanismus in der vieldiskutierten ›Grauzone‹ zwischen Vorurteil und vorurteilsfreiem Sprechen – er verknüpft ihn zudem mit der reflexiven Frage, was eigentlich VorurteilskritikerInnen tun, wenn sie von Antiamerikanismus sprechen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Antiamerikanismus ist in der Forschung eher ein Nischenthema. Angesichts aktueller globalpolitischer Debatten (z.B. Syrienkonflikt, TTIP), die von antiamerikanischen Äußerungen durchzogen sind, zeigt sich meines Erachtens aber die fortlaufende Aktualität dieses Problems, auf die ich mit meiner Arbeit hinweisen möchte. Darüber hinaus glaube ich, dass das Thema ›legitimer‹ Vorurteile gerade angesichts der feindseligen Reaktionen auf Geflüchtete in Europa aktuell an Relevanz gewinnt. Der Rechtspopulismus von PEGIDA, AfD und anderen ›KritikerInnen‹ von Asyl- und Zuwanderungspolitik ist ja maßgeblich durch seinen fließenden Übergang zu demokratischen Positionen gekennzeichnet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Einerseits hoffe ich natürlich auf Resonanz von VertreterInnen der Vorurteilsforschung, zu deren Ansätzen ich mich z.T. kritisch positioniere. Andererseits spricht meine Arbeit mit der Frage nach den ›Grauzonen‹ vorurteiliger Rhetorik ein Problem an, das jenseits von akademischen Debatten praktische Relevanz hat und ich würde mich daher besonders über Kritik und Anregungen von PraktikerInnen aus dem Bereich der politischen Bildung freuen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Antiamerikanismus ist etwas, das ›ganz normale‹ Menschen alltäglich tun und damit zur Reproduktion diskriminierender Verhältnisse unter demokratischem Vorzeichen beitragen.

»›Antiamerikanismus in Deutschland‹ liest sich äußerst kurzweilig.«
Heiko Beyer, Politische Vierteljahresschrift, 4 (2017)
»Ein wichtiger zeitdiagnostischer Beitrag, der das Zusammenspiel verschiedener gruppenfeindlicher Rhetoriken generell besser verstehen lässt.«
Tamara Tischendorf, Deutschlandfunk – Andruck, 25.07.2016
»Eine umfängliche, theorieschwere, sprachlich hoch elaborierte, intellektuell anspruchsvolle Dissertation.«
Wolfgang Berg, Forum Politikunterricht, 11.07.2016
Besprochen in:
Der Tagesspiegel, 24.04.2016, Caroline Fetscher
Portal für Politikwissenschaft, 01.09.2016, Frank Kaltofen
Autor_in(nen)
Felix Knappertsbusch
Buchtitel
Antiamerikanismus in Deutschland Über die Funktion von Amerikabildern in nationalistischer und ethnozentrischer Rhetorik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
422
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3388-7
DOI
10.14361/9783839433881
Warengruppe
1728
BIC-Code
JHB JFC
BISAC-Code
POL010000 SOC026000 SOC022000
THEMA-Code
JHB JBCC
Erscheinungsdatum
2016-03-17
Auflage
1
Themen
Kultur, Politik, Amerika
Adressaten
Soziologie, Sozialpsychologie, Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Philosophie sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Antiamerikanismus, Vorurteile, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Sprechakttheorie, Mixed Methods, Politik, Kultur, Amerika, Politische Soziologie, Kultursoziologie, Sozialpsychologie, Soziologie

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