Architekten in der DDR

Realität und Selbstverständnis einer Profession

Planen und Bauen in der DDR wird vor allem als »Staatsarchitektur« aufgefasst. Die beteiligten Architekten werden hingegen kaum wahrgenommen. Vielfach gelten sie nur als ausführende Organe einer übermächtigen Baupolitik.

Welche Rolle aber spielten sie wirklich? Tobias Zervosen fragt nach dem Selbstverständnis dieser Berufsgruppe, ohne die Bedeutung des Politischen aus dem Blick zu verlieren. Er stellt umfassend dar, dass die Architekturgeschichte der DDR auch eine Geschichte der Architekten selbst ist: Sie prägten ihren Verlauf auf vielfältige Weise – sei es auf politischer Ebene, in der konkreten Planung vor Ort oder aber in theoretischen Debatten.

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2016-09-22, 474 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3390-0

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Tobias Zervosen

Tobias Zervosen, Technische Universität München, Deutschland

... mit Tobias Zervosen

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Architektur der DDR ist bislang vor allem als politisch gesteuert und bestimmt verstanden worden. Handeln und Einfluss der Architekten selbst, ihr berufliches Selbstverständnis und ihr Umgang mit politischen Leitlinien, aber auch ihre Vorstellungen und Visionen von einem veränderten Planen und Bauen wurden jedoch kaum wahrgenommen. Ohne die Bedeutung des Politischen zu schmälern, zeichnet das Buch erstmals ein umfassendes Bild von der vielfältigen Arbeit der Architekten und Stadtplaner.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Architekten sind aus dem Bauen der DDR nicht wegzudenken. Ohne ihre geschickten Antworten und ihre behutsame Einflussnahme auf politische Vorgaben, ihren kreativen Eigensinn und ihr Eintreten für fachliche Belange lässt sich DDR-Baugeschichte in all ihren Facetten und Brüchen nicht verstehen. Deutlich wird darüber hinaus, dass es jenseits einer in ihren Möglichkeiten begrenzten Baupraxis einen lebendigen Fach- und Theoriediskurs gegeben hat – DDR-Architektur also mehr war als das bloß Gebaute.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Handeln und Selbstverständnis von DDR-Architekten sind jüngst vor allem im Rahmen einiger Architektenmonographien thematisiert worden. Mein Buch weitet diese Perspektive auf die gesamte Baugeschichte der DDR aus. Für die DDR-Architekturgeschichte fruchtbar gemacht werden zudem Fragestellungen der Sozialgeschichte. Der Blick auf gesellschaftliche Akteure – wie die Architektenschaft – ist demnach genauso wichtig wie die Betrachtung der politischen Ebene, um die DDR umfassend zu verstehen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

An erster Stelle ist man natürlich auf Rückmeldung aus dem eigenen Fach, also aus der Kunst- und Architekturgeschichte, genauso aber auch aus den Geschichtswissenschaften, gespannt. Interessieren würde mich zudem, wie die Akteure selbst – also die DDR-Architekten und -Stadtplaner – das Buch wahrnehmen. Darüber hinaus würde ich mich auch gerne mit Nicht-Fachleuten, die die DDR miterlebt haben, darüber austauschen, inwiefern Handlungs- und Sichtweisen der Architekten auch in anderen Bereichen der DDR-Gesellschaft zu finden waren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Planen und Bauen in der DDR – keine Architektur ohne Architekten

»Tobias Zervosens Buch ist wohl die erste Arbeit, die
alle 40 Jahre Bauen in der DDR zusammenfasst.«
Valentin Hammerschmidt, Kunstchronik, 70/11 (2017)
»Eine anschauliche und zum Nachdenken anregende Studie.«
Stefanie Leibetseder, literaturkritik.de, 13.02.2017
Autor_in(nen)
Tobias Zervosen
Buchtitel
Architekten in der DDR Realität und Selbstverständnis einer Profession
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
474
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3390-0
DOI
Warengruppe
1584
BIC-Code
AM
BISAC-Code
ARC010000
THEMA-Code
AM
Erscheinungsdatum
2016-09-22
Auflage
1
Themen
Arbeit, Architektur
Adressaten
Kunst- und Architekturgeschichte, Geschichtswissenschaft, Professionsforschung sowie Architektinnen und Architekten und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Architekt, DDR, Architektur, Baupolitik, Bauwesen, Architekturgeschichte, Arbeit, Arbeits- und Industriesoziologie

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