Von der Torheit, wählerisch zu sterben

Suizid in der deutschsprachigen Literatur um 1900

Das Phänomen der Selbsttötung literarischer Figuren ist so alt wie die abendländische Literatur selbst. In den zahlreichen Arbeiten zu diesem Thema ist eine wichtige Frage aber bisher unbeantwortet geblieben: Welche Funktionen und Bedeutungen haben die Suizidarten?

Am Beispiel der deutschsprachigen Literatur um 1900 erforscht Gerrit Vorjans systematisch die spezifisch-literarischen Funktionen und die kulturellen Semantiken einzelner Arten der Selbsttötung. Mit einem Ansatz, der erstmals narratologische Konzepte mit praxistheoretischen Ideen verbindet, gelangt die Studie zu Erkenntnissen über das adelige Ehrverständnis, die Produktion von Frauenbildern und das bürgerliche Krisenbewusstsein.

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2016-06-28, 376 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3393-1

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Gerrit Vorjans

Gerrit Vorjans, Universität Oldenburg, Deutschland

... mit Gerrit Vorjans

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil der Suizid ein überhistorisches Phänomen ist, das zu allen Zeiten die Menschen bewegt hat und weiterhin bewegen wird. Dieses Phänomen mit der Frage nach dem Potenzial der literarischen Sterbeszenen zusammenzudenken, erschien mir ausgesprochen reizvoll.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch sensibilisiert für die Bedeutung von Sterbeszenen in literarischen Texten und zeigt am Beispiel des Suizids einige Möglichkeiten auf, wie die Todesart einer Figur Bedeutung erzeugen kann. Überdies leistet das Buch Pionierarbeit bei dem Versuch, praxistheoretische Denkansätze für die literarische Textanalyse fruchtbar zu machen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Literarische Suizide wurden bisher vor allem im Hinblick auf die moralischen Beurteilungen und die Ursachen von Suiziden untersucht. Mit dem Fokus auf die Suizidart eröffnet die vorliegende Studie eine neue Fragerichtung innerhalb der literaturwissenschaftlichen Diskussion. Im Hinblick auf theoretisch-methodische Zugänge führt das Buch vor, wie sich mit praxistheoretischen Ansätzen neue Deutungen literarischer Texte gewinnen lassen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mich hätte sehr interessiert, was Ernest Hemingway zu dem Thema zu sagen gehabt hätte.

5. Ihr Buch in einem Satz:

In der Literatur ist es ganz und gar nicht töricht, wählerisch zu sterben.

»Das ist Sepulchralkultur vom Feinsten.«
Vier Viertel Kult, Frühling/Sommer 2018
Autor_in(nen)
Gerrit Vorjans
Buchtitel
Von der Torheit, wählerisch zu sterben Suizid in der deutschsprachigen Literatur um 1900
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
376
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3393-1
DOI
10.14361/9783839433935
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB HBTB
BISAC-Code
LIT004170 HIS054000
THEMA-Code
DSB NHTB
Erscheinungsdatum
2016-06-28
Auflage
1
Themen
Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Germanistik, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Selbsttötung, Suizidmethoden, Praxistheorie, Sozialhistorische Literaturwissenschaft, Literatur, 1900, Germanistik, Kulturgeschichte, Literaturwissenschaft

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