Die Verschwörung der Massenmedien

Eine Kulturgeschichte vom Buchhändler-Komplott bis zur Lügenpresse

Die Geschichte der Verschwörungstheorie ist auch eine Geschichte der Medien. Im Fokus der Studie von John David Seidler steht nicht die Frage nach der Rolle von technischen Verbreitungsmedien, sondern die Reflexion über Medien als Gegenstand von Verschwörungstheorien selbst. Er zeigt: Massenmedien sind nicht erst seit der Re-Popularisierung des Slogans von der »Lügenpresse« zentraler Verdachtsgegenstand verschwörungstheoretischer Erzählungen. Unter Rückgriff auf die Verdachtstheorie des Medienphilosophen Boris Groys analysiert die Studie anhand historischer Konjunkturen moderner Verschwörungstheorien im deutschsprachigen Raum erstmals systematisch Geschichte und Funktion der verschwörungstheoretischen Rede über Medien seit dem 18. Jahrhundert.

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2016-02-15, 372 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3406-8

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John David Seidler

John David Seidler, Deutsche Sporthochschule Köln, Deutschland

... mit John Seidler

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Buch hat einen Titel, einen Untertitel und einen Klappentext. Selbst eine Leseprobe soll online stehen. Aber das wirkliche ›Warum‹ bleibt offenbar dennoch im Dunkel verborgen. Ist das Buch Teil einer gezielten Medienkampagne gegen ›Verschwörungstheoretiker‹? Teil einer Verschwörung? Oder die Arbeit von ›nützlichen Idioten‹? Derlei Spekulationen sind fester und aktuell sehr auffälliger Bestandteil unserer Medienkultur. Ein Fach namens Medienwissenschaft muss fragen, weshalb das so ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Verschwörungstheorie kann man als ›evil twin‹ von Medientheorie begreifen. Wohl auch deshalb, hat sich Medienwissenschaft traditionell eher um Abgrenzung bemüht, anstatt zu fragen, was es mit der Verschwörungstheorie in der Mediengesellschaft auf sich hat. Wenn wir moderne Verschwörungstheorie aber erstmal auch als Effekt von Mediengesellschaft einordnen und historisch untersuchen, können wir die Tradition, die Definition aber auch den strategischen Einsatz von Verschwörungstheorien anders begreifen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das, was man aktuell als Verschwörungstheorieforschung fassen kann, krankt an einem Mangel an eigentlicher Forschung einserseits und andererseits an einem Hang zu einem naseweisen Relativismus aus dem letzten Jahrhundert. Diese Forschungsdebatte braucht ein Update.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit meinen Studenten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Verschwörungstheorie ist auch nur das kulturelle Erbe, das dir Leute eingebrockt haben, von denen du auch nicht regiert werden willst.

»Seidler kommt das Verdienst zu, die Forschung über Konspirationsvorstellungen um die Mediendimension bereichert zu haben.«
Armin Pfahl-Traughber, Zeitschrift für Internationale Freimaurer-Forschung 38 (2017)
»Die Arbeit [bietet] eine interessante historische Einordnung eines aktuellen Themas.«
Niklas Venema, Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte, 19 (2017)
»Drei sehr detaillierte und gut gemachte Fallanalysen, die wertvolle Einblicke in Medienverschwörungstheorien zu drei Zeitpunkten der Moderne bieten. Für den Leser äußerst gewinnbringend ist die Darstellung des jeweiligen historischen Kontextes.«
POLITIKUM, 3 (2017)
»Seidler [sind] einige beachtens- und lesenswerte Trouvaillen aus der Geschichte der Journalismus- und Medienkritik gelungen, die auch jenseits seiner theoretischen Anstrengungen einen nachhaltigen Beitrag zur Kulturgeschichte der Medienkritik darstellen.«
Hektor Haarkötter, MEDIENwissenschaft, 1 (2017)
»Seidlers Buch ist ein interessanter Gedankengang durch zwei Jahrhunderte und allen zu empfehlen, die sich dafür interessieren, wie sich Gesellschaft zu ihrem Beobachtungssystem verhält und welche Rolle dabei Medienwandel und Wirkungsannahmen spielen.«
Maria Löblich, Rundfunk und Geschichte, 3-4 (2016)
»Auch wenn Seidler seine Studie bereits abgeschlossen hatte, als ›besorgte Bürger‹ in Dresden und anderswo anfingen, über die ›Lügenpresse‹ zu klagen, eine Erklärung für dieses Phänomen findet man trotzdem.«
Aschot Manutscharjan, Das Parlament, 18-19 (2016)
O-Ton: »Pegida und IS teilen Wahrnehmungsstandard« – John David Seidler im Interview bei der Frankfurter Rundschau am 16.03.2016.
http://bit.ly/2f55QhC
O-Ton: »Anfällig sind potenziell wir alle« – John David Seidler im Gespräch mit mit Lisa Boekhoff beim Weser Kurier am 12.03.2016.
http://bit.ly2w3lP6M
Besprochen in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2016, Frank Pergande
Neue Osnabrücker Zeitung, 20.03.2016, Maik Nolte
Humanistischer Pressedienst, 15.07.2016, Armin Pfahl-Traughber
H-Soz-u-Kult, 08.09.2016, Ralf Klausnitzer
www.lehrerbibliothek.de, 13.05.2016, Dieter Bach
Junge Freiheit, 12 (2017)
Autor_in(nen)
John David Seidler
Buchtitel
Die Verschwörung der Massenmedien Eine Kulturgeschichte vom Buchhändler-Komplott bis zur Lügenpresse
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
372
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-3406-8
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD HBTB
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000
THEMA-Code
JBCT NHTB
Erscheinungsdatum
2016-02-15
Auflage
1
Themen
Medien, Kulturgeschichte
Adressaten
Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Cultural Studies, Mediengeschichte, Narratologie, Kommunikationswissenschaft, Soziologie, Wissenssoziologie, Diskursforschung, Protest- und Bewegungsforschung, Extremismusforschung, Antisemitismusforschung
Schlagworte
Verschwörungstheorie, Mediengesellschaft, Massenmedien, Geschichte, Journalismus, Propaganda, Medienphilosophie, Medien, Kulturgeschichte, Mediengeschichte, Geschichtswissenschaft, Medienwissenschaft

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