Vom Verteilen zum Gestalten

Geschichte der betrieblichen Mitbestimmung in der westdeutschen Automobilindustrie nach 1945

Die Automobilindustrie gehört zu den zentralen Wirtschaftsbranchen Deutschlands sowie zu den Hochburgen der gewerkschaftlichen Organisation und Mitbestimmung. Seit der Nachkriegszeit haben sich hier besonders weitreichende Muster der »Konfliktpartnerschaft« zwischen Arbeit und Kapital herausgebildet.

Dieser Band bietet erstmals eine zusammenfassende sozialhistorische Darstellung der betrieblichen Mitbestimmung in der westdeutschen Automobilindustrie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Wandel der Mitbestimmungspraxis der Betriebsräte von der Schutz- und Verteilungs- zur Beschäftigungs- und Gestaltungspolitik wird dabei im Kontext unterschiedlicher betrieblicher Sozialordnungen analysiert.

34,99 € *

2016-05-02, 380 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3409-9

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Dimitrij Owetschkin

Dimitrij Owetschkin, Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland

... mit Dimitrij Owetschkin

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Im Bereich der Mitbestimmung spielt die Automobilindustrie eine Vorreiterrolle. Trotz der Unterschiede zu anderen Branchen spiegeln die Orientierungs- und Praxismuster der Betriebsräte in der Automobilindustrie in einer besonders bezeichnenden Form die allgemeinen Tendenzen wider, denen die Entwicklung der Mitbestimmung nach 1945 unterworfen war. Darin kommt die hohe Prägekraft dieser Branche in der Entwicklung der industriellen Beziehungen in Deutschland zum Ausdruck.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Unter dem Blickwinkel unterschiedlicher betrieblicher Sozialordnungen analysiert das Buch den Wandel der Mitbestimmungspraxis aus der Perspektive der Reaktionsweisen der Mitbestimmungsträger auf die Transformation der Arbeitswelten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das dreifache Spannungsverhältnis der betrieblichen Interessenvertretungen zum Management, zur Belegschaft und zur Gewerkschaft wird dabei auf das Rollenverständnis der Betriebsräte in seinen sich wandelnden historischen Gestalten bezogen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Betrieb wird auch in der zeithistorischen Forschung zunehmend als soziales Handlungsfeld und als sozialer und politischer Ort behandelt. Eine Untersuchung des historischen Wandels der betrieblichen Mitbestimmung, ihrer Strukturen, Akteure und Muster unter der Perspektive der betrieblichen Sozialordnungen kann dazu beitragen, das analytisch-methodische Instrumentarium der Arbeits- und Gewerkschaftsgeschichte nach 1945 zu schärfen und neue Fragestellungen zu entwickeln.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Sowohl mit wissenschaftlich Tätigen als auch mit Kolleg_innen aus den Gewerkschaften und betrieblichen Interessenvertretungen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Im Zuge der Mitbestimmungsentwicklung mit ihren Wandlungen und Kontinuitäten wurden Betriebsräte zu maßgeblichen Akteuren der Unternehmensentwicklung.

»Owetschkins detailreiches Buch gibt einen guten Überblick über die wichtigsten Rahmenbedingungen, Konflikte und Aushandlungsprozesse, welche die industriellen Beziehungen im Automobilbau prägten.
Eine gute Grundlage für weiterführende historische Analysen des komplexen Themas.«
Rüdiger Gerlach, Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 1 (2018)
»Eine gut geschriebene Studie [...], deren übergreifende Langzeitanalyse wesentliche Handlungsfelder der betrieblichen Interessenvertretung in einer der wichtigen westdeutschen Industrien erschlossen hat.«
Florian Triebel, H-Soz-u-Kult, 06.04.2017
»Das Verdienst dieser Studie ist es, den ambivalenten Anteil der betrieblichen Interessenvertretungen an den Anpassungs- und Modernisierungsprozessen in der Autoindustrie erstmals erfasst zu haben. Sie wäre auch für andere industrielle Branchen zu wünschen.«
Andreas Jüngling, www.sehepunkte.de, 17/1 (2017)
Besprochen in:
einblick, 11 (2016)
Autor_in(nen)
Dimitrij Owetschkin
Buchtitel
Vom Verteilen zum Gestalten Geschichte der betrieblichen Mitbestimmung in der westdeutschen Automobilindustrie nach 1945
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
380
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3409-9
DOI
10.14361/9783839434093
Warengruppe
1724
BIC-Code
JHBL KCF HBTB
BISAC-Code
SOC026000 BUS038000 HIS054000
THEMA-Code
JHBL KCF NHTB
Erscheinungsdatum
2016-05-02
Auflage
1
Themen
Wirtschaft, Politik, Arbeit
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Sozialwissenschaft, Politikwissenschaft, Gewerkschaftsforschung
Schlagworte
Mitbestimmung, Betriebsrat, Industrielle Beziehungen, Automobilindustrie, Konfliktpartnerschaft, Westdeutschland, Beschäftigungspolitik, Politik, Wirtschaft, Arbeit, Arbeits- und Industriesoziologie, Arbeitsökonomie, Sozialgeschichte, Deutsche Geschichte, Soziologie

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