Das Fremde in der Literatur

Zur Grundlegung einer responsiven Literaturdidaktik

Die »Responsive Literaturdidaktik« nimmt von den derzeit geltenden Maximen eines literaturdidaktischen Diskurses ›nach PISA‹ Abstand und wendet sich grundlegenden Fragen des Literar-Ästhetischen zu. Nicola Mitterer betrachtet dabei die Literatur als eine Instanz des Fremden und zeigt: Die Gratifikation einer »responsiven Lektüre« besteht nicht nur in der Annäherung an die grundlegenden Fragen des Menschseins, sondern auch in der Entwicklung eines authentischen Denkens. Die theoretische Auseinandersetzung mit dem Unheimlichen und dem Tod wird ergänzt durch drei »responsive Lektüren« zeitgenössischer Texte.

34,99 € *

2016-05-02, 298 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3422-8

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Nicola Mitterer

Nicola Mitterer, Universität Klagenfurt, Österreich

... mit Nicola Mitterer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Literatur und Kunst entstehen durch eine Verfremdung des Gewohnten und sie sind somit auf formaler wie inhaltlicher Ebene Horte des Fremden. Die Begegnung mit einer ›verfremdeten‹ Welt macht es dem Menschen paradoxerweise möglich, sein eigenes Welt-Verhältnis (neu) zu bestimmen. Diese Begegnung mit dem fremd gewordenen Gewohnten prägt auch unsere Beziehung zu Antwort und Frage und damit unsere Beziehung zu einem als sinnhaft erfahrbaren ›Anderen‹.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Modus der Responsivität, der durch ästhetische Prozesse ausgelöst werden kann, bedingt ein Erleben, in der das Subjekt weder auf seiner Souveränität beharrt, noch sich im Betrachteten auflöst. Daraus können noch ungedachte Gedanken und Ideen, vor allem aber ein als sinnhaft erlebter Bezug zu einer Welt hervorgehen, die wir uns plötzlich auch als eine andere vorstellen können. Dieser Gedanke, angewendet auf literaturdidaktische Überlegungen, steht im Zentrum des Buches.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Frage nach dem Eigenen und dem Fremden und dem Verhältnis dieser beiden Dimensionen unseres Denkens zueinander hat den Menschen phylogenetisch und ontogenetisch schon immer beschäftigt. Heute wird sie aber meist über realitätsgebundene Themen verhandelt, die ideologische Fragen ins Zentrum stellen. In ästhetischen Erfahrungen kristallisierte diese Thematik hingegen auf eine existenzielle, also auch zeitlose Weise heraus, die von der Bildungspolitik viel zu wenig berücksichtigt wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit dem Philosophen Emanuel Lévinas, der das Eigene und das Fremde meiner Ansicht nach am radikalsten und mit der größten Nähe zum Menschen gedacht hat. Seine Vorstellung von der unantastbaren, innersten ›Fremdheit‹ eines jeden Menschen ist für mich einerseits als ethischer Wert bedeutsam, sie ist andererseits ein Charakteristikum von Literatur und Kunst. Wie man aus dieser Perspektive heraus die Welt als eine ›responsive‹ neu denken kann, würde ich gerne mit ihm diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Suche nach den Erscheinungsformen des Fremden in der Literatur und mit den Möglichkeiten, durch diese die Welt anders zu erleben und zu denken.

Autor_in(nen)
Nicola Mitterer
Buchtitel
Das Fremde in der Literatur Zur Grundlegung einer responsiven Literaturdidaktik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
298
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3422-8
DOI
10.14361/9783839434222
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFC
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 SOC022000
THEMA-Code
DSB JBCC
Erscheinungsdatum
2016-05-02
Auflage
1
Themen
Kultur, Literatur
Adressaten
Literaturdidaktik, Deutschdidaktik, Literaturwissenschaft, Philosophie, Bildungswissenschaften, Hermeneutik
Schlagworte
Literatur, Interpretation, Literar-ästhetisches Lernen, Unterrichtsgespräch, Fremdheit, Unheimliches, Tod, Didaktik, Identität, Kultur, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Kulturtheorie, Anglistik, Literaturwissenschaft

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