Die phantastische Serie

Unschlüssigkeit, Bedeutungswahn und offene Enden: Verfahren des Erzählens in Serien wie »Twin Peaks«, »Lost« und »Like a Velvet Glove Cast in Iron«

Serien wie »Lost«, »Twin Peaks« oder »Like a Velvet Glove Cast in Iron« faszinieren uns nicht zuletzt deshalb so nachhaltig, weil sie mit etlichen Regeln des Erzählens zu brechen scheinen, insbesondere mit der traditionellen und in diesen Serien besonders heraufbeschworenen Annahme einer letztlichen Sinnhaftigkeit aller Elemente einer Narration.

Hannes Niepold zeigt erstmals die gemeinsamen Erzählstrukturen und -verfahren dieser phantastischen Serien auf und beschreibt den grundlegenden Zusammenhang von offen-endiger Serialität, Phantastik und Improvisation. Die Studie umreißt damit eine spezifische Erzählform, welche bislang als solche noch nicht betrachtet wurde.

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2016-02-09, 202 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3423-5

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Hannes Niepold

Hannes Niepold, Bauhaus-Universität Weimar, Deutschland

... mit Hannes Niepold

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil der spezielle Zusammenhang von seriellem, phantastischem und improvisierendem Erzählen noch nicht beschrieben wurde, gleichzeitig aber in einigen der bedeutendsten Fortsetzungsserien wirksam ist: Hier wird die serielle Struktur als Möglichkeit genutzt, um phantastisch, prozesshaft und offen-endig zu erzählen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die gemeinsame Betrachtung des seriellen und des phantastischen Erzählens als Verfahren der verknüpfenden Reihenbildung ist an sich schon ein neuer Ansatz, durch den sich dann etliche weitere Aspekte erschließen: Phantastische Serialität als Zuspitzung der Barthes'schen ›Distorsion‹, als Erzählung eines ›Discours‹ ohne ›Histoire‹, als improvisatorisches Verfahren; Verknüpfung, Ablenkung und Abbruch als Konstruktionsprinzipien; Parallelen zur Schreibdynamik Kafkas, zur Traumform – um nur einige zu nennen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Verhältnis von Serialität und Phantastik wird wie gesagt bisher gar nicht diskutiert, und das trotz solcher Phänomene wie ›Lost‹ oder ›Twin Peaks‹. In der aktuellen Debatte um ›Qualitätsserien‹ kommt mir generell der Aspekt des offen-endigen und prozesshaft-fortlaufenden Erzählens zu kurz, also der grundlegende Unterschied zu abgeschlosseneren Formen und die Nähe zur Tradition der Seifenoper. Im Comic-Zusammenhang wird die ursprünglich serielle Entstehung und Struktur von vielem, was später als ›Graphic Novel‹ erscheint, zumeist sogar völlig ignoriert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

David Lynch.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Betrachtung des seriellen Erzählens als Spielweise der Phantastik.

So unterhaltsam erzählt, dass Niepolds Analyse auch gut lesbar für literaturwissenschaftlich weniger bewanderte Fans der Serien [ist].«
Jan-Paul Koopmann, Testcard, 25 (2017)
»Wer sich für die Strukturen fantastischen Erzählens interessiert, wird in dem Buch einige anschauliche Hinweise finden.«
Lothar Mikos, TV Diskurs, 81, 3 (2017)
»Hannes Niepold macht in seiner Studie literaturwissenschaftliche Ansätze für die Analysen von Serien fruchtbar.«
Fabian Ebeling, Auslöser, 3 (2016)
Besprochen in:

http://www.hhprinzler.de, 21.04.2016, Hans Helmut Prinzler
GMK-Newsletter, 5 (2016)
Autor_in(nen)
Hannes Niepold
Buchtitel
Die phantastische Serie Unschlüssigkeit, Bedeutungswahn und offene Enden: Verfahren des Erzählens in Serien wie »Twin Peaks«, »Lost« und »Like a Velvet Glove Cast in Iron«
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
202
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3423-5
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFDT APT
BISAC-Code
PER010030 SOC052000
THEMA-Code
JBCT2
Erscheinungsdatum
2016-02-09
Auflage
1
Themen
Fernsehen
Adressaten
Dramaturgie, Filmwissenschaften, Medienwissenschaften, Narratologie, Ästhetik, Literaturwissenschaften, Kulturwissenschaften sowie Praktiker_innen in den Bereichen Drehbuchschreiben, Kreatives Schreiben und Stoffentwicklung
Schlagworte
Serie, Phantastik, Improvisation, Film, TV, Comic, Surrealismus, Tzvetan Todorov, David Lynch, Daniel Clowes, Franz Kafka, Lost, Lars Von Trier, Chester Brown, Dramaturgie, Traum, Fernsehen, Medienästhetik, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft

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