Die körperliche Konstruktion des Sozialen

Zum Verhältnis von Körper, Wissen und Interaktion

Trotz einer mittlerweile florierenden Beachtung des Körpers in der gegenwärtigen Soziologie fehlt ihm bis dato eine Anerkennung als analytische und praktische Basiskategorie des Sozialen. Dabei hat der Körper grundlegende Relevanz für das Wissen von Welt sowie für soziale Interaktion – und zwar über performative, wahrnehmungs- und handlungspraktische Aspekte hinaus auch bezogen auf abstrakt-symbolisches Wissen.

Stephanie Stadelbacher macht die Theorie kognitiver Metaphorik von George Lakoff und Mark Johnson für eine körpersoziologisch fundierte Theorie des Sozialen fruchtbar und erweitert so die derzeit verhandelten Dimensionen von Körperwissen – Wissen über, im und am Körper – um das Wissen durch den Körper.

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2016-03-23, 304 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3457-0

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Stephanie Stadelbacher

Stephanie Stadelbacher, Universität Augsburg, Deutschland

... mit Stephanie Stadelbacher

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wissen, Interaktion und mittlerweile auch der Körper sind grundlegende Kategorien der Soziologie. Der Körper wird dabei zumeist noch eher reduktionistisch in den Blick genommen: als Gegenstand und Medium des Handelns. Ich möchte zeigen, dass der Körper auch bei abstraktem Denken eine zentrale Rolle spielt. Dafür wird die Theorie kognitiver Metaphern für die soziologische Diskussion fruchtbar gemacht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Zusammenhang von Körper und Wissen ist in der Soziologie auf unterschiedlichen Ebenen für Theorie und Empirie ein interessantes Thema. In den Diskussionen finden sich Wissen über den Körper, Wissen des Körpers und Wissen am Körper. Es geht mir darum, auch die Dimension des Wissens durch den Körper als konstitutiv für die gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit nach Berger und Luckmann aufzuzeigen: Unser Alltagsdenken ist durchzogen von metaphorischen Konzepten, die leiblich-körperliche Erfahrung auf abstrakte Phänomene übertragen und diese so erst verstehbar machen. Am besten können Sie sich das am Beispiel der ›davon rennenden Zeit‹ veranschaulichen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Metaphern als Form sprachlicher Kommunikation werden in den verschiedenen Disziplinen beforscht – auch in der Soziologie. Die Bedeutung von Metaphern als kognitive Muster sowie deren körperliche Fundierung und damit die grundlegende Relevanz unseres Leibseins und Körperhabens für wechselseitige Verständigung ist bislang jedoch ein nicht systematisch beachtetes Thema.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Adressiert sind einerseits Körper- und Wissenssoziologen sowie andererseits Metaphernforscher aus den verschiedensten Disziplinen: etwa Linguisten, Kognitionswissenschaftler, Psychologen und Historiker. Das Thema bietet Stoff für spannende interdisziplinäre Diskussionen zur Genese, Bedeutung und Wirkung kognitiver Metaphern in theoretischer wie empirischer Hinsicht.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Erfahrungsbasierte Metaphern bilden eine wesentliche Grundlage für die körperliche Konstruktion des Sozialen.

»Für sozialwissenschaftliche Forschung und Theoriebildung, die Körperlichkeit beziehungsweise Leiblichkeit konsequenterweise mitdenken muss, ist dieser Beitrag von hohem Interesse.«
Viola Straubenmüller, www.socialnet.de, 26.09.2016
Autor_in(nen)
Stephanie Stadelbacher
Buchtitel
Die körperliche Konstruktion des Sozialen Zum Verhältnis von Körper, Wissen und Interaktion
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
304
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3457-0
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
JHB JHBA
BISAC-Code
SOC022000 SOC026000
THEMA-Code
JHB JHBA
Erscheinungsdatum
2016-03-23
Auflage
1
Themen
Körper, Sozialität
Adressaten
Soziologie, Sprachwissenschaft, Philosophie, Psychologie, Kognitionswissenschaft
Schlagworte
Körper, Wissen, Soziologie, Gesellschaft, Metapher, Interaktion, George Lakoff, Mark Johnson, Sozialität, Wissenssoziologie, Soziologische Theorie

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