Autorität und Macht in Nahua-Haushalten

Indigene Strukturen in Mexiko zwischen lokaler Politik, globaler Wirtschaft und Kosmos

Intersektionell wirkende Macht- und Ungleichheitsstrukturen lassen sich besonders gut an privaten Haushalten analysieren – vor allem in Bezug auf Geschlechterverhältnisse. Patricia Zuckerhut nimmt Haushalte der Nahua in Cuetzalan, Mexiko, in den Blick, die sowohl Teil des globalen kapitalistischen Systems wie auch der lokalen Politik sind. Sie betrachtet Veränderungen der Autoritäts- und Machtbeziehungen aufgrund von politischen und ökonomischen Transformationen, aber auch solche, die sich durch das Eintreten oder Weggehen von Haushaltsmitgliedern ergeben. Als besonders relevant erweisen sich dabei lokale Vorstellungen der Einbindung von Mensch und Gesellschaft in den Kosmos, als einem System, das menschliche und nichtmenschliche

Akteur_innen inkludiert.

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2016-07-19, 468 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3464-8

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Patricia Zuckerhut

Patricia Zuckerhut, Universität Wien, Österreich

... mit Patricia Zuckerhut

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Studie bringt in besonderer Weise Globalisierung und mexikanische ›Subalterne‹, Weltwirtschaft und indigene Weltbilder samt den damit verbundenen Lebensformen zusammen. Die Nahua-Bevölkerung Cuetzalans ist nicht einfach passives Opfer kapitalistischer Ausbeutungsstrukturen, sondern nutzt Aspekte verschiedener Denk- und Handlungsweisen zu ihren Gunsten (mit widersprüchlichen Resultaten). Besonderes Augenmerk wird auf weltweite Verflechtungen wie auch auf historische Veränderungen gelegt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Entgegen der Annahme einiger postkolonialer Theoretiker_innen sind nicht-westliche Wissens- und Denksysteme auch im 21. Jahrhundert nicht völlig verschwunden, sondern dienen im Gegenteil als wichtige Ressource des Widerstands. Mit Hilfe eines intersektionellen Machtbegriffs, der auf indigenen Konzepten von Personsein aufbaut, wurde eine Zugangsweise gefunden, die es ermöglicht, insbesondere die Abweichungen von vorherrschenden Verhaltens- und Denkmustern in den Blick zu rücken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den Ergebnissen verbinden sich feministische Debatten um New Materialism mit postkolonialen (feministischen und lateinamerikanischen) Diskussionen um epistemische Gewalt und Dekolonialität des Wissens (und des Seins). Die Möglichkeit der Anerkennung unterschiedlicher Wissenssysteme und Seinsformen erweist sich als jahrhundertealtes Mittel des Überlebens indigener Gemeinschaften.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde (und werde) ich das Buch mit meinen Freund_innen in Cuetzalan diskutieren, die zu seinem Entstehen wesentlich beigetragen haben. Darüber hinaus wäre eine Auseinandersetzung mit indigenen und nicht indigenen Menschen in Lateinamerika spannend, wie auch mit Feministinnen und Sozialwissenschafter_innen unterschiedlichster Weltregionen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch widmet sich Nahua-Haushalten im Weltsystem aus verschiedenen Blickwinkeln.

»Das Buch [...] bietet eine umfangreiche Untersuchung für ein Mikro-Territorium und kann Grundlage für weitergehende Forschungen in der Region sein.«
Mario Koch, AmerIndian Research, 44 (2017)
Autor_in(nen)
Patricia Zuckerhut
Buchtitel
Autorität und Macht in Nahua-Haushalten Indigene Strukturen in Mexiko zwischen lokaler Politik, globaler Wirtschaft und Kosmos
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
468
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3464-8
DOI
10.14361/9783839434642
Warengruppe
1752
BIC-Code
JHMC JFSJ
BISAC-Code
SOC002010 SOC032000
THEMA-Code
JHMC JBSF
Erscheinungsdatum
2016-07-19
Themen
Kultur, Geschlecht
Adressaten
Kultur- und Sozialanthropologie, Gender Studies, Religionswissenschaften, Soziologie, Politologie, Lateinamerikanistik
Schlagworte
Gender, Mexiko, Weltökonomie, Kosmovision, Pluriversalität, Macht, Ethnologie, Gender Studies, Postcolonial Studies, Kultur, Geschlecht, Postkolonialismus

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