Straßenhandel in Berlin

Öffentlicher Raum, Informalität und Rassismus in der neoliberalen Stadt

Die Alltagspraxis von Straßenhändler_innen in der historischen Mitte von Berlin ist davon bestimmt, sich sowohl an die alltäglichen, strukturellen und institutionellen Begrenzungen anzupassen als auch diese herauszufordern. Noa K. Ha liefert Einblicke in diese alltägliche Nutzung des öffentlichen Raums, die zugleich die Globalisierung westlicher Metropolen augenfällig macht. Ihre Studie verweist auf das problematische Verhältnis zwischen urbaner Raumnutzung, informalisierter Arbeit und rassifizierter Migration und fragt angesichts wachsender Diskriminierungen nach der Inklusionsfähigkeit öffentlicher Räume in einer europäischen Stadt wie Berlin.

34,99 € *

2016-11-03, 258 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3486-0

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Noa K. Ha

Noa K. Ha, Technische Universität Dresden, Deutschland

... mit Noa Ha

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Ich habe das Buch geschrieben, weil ich verstehen wollte, warum es so wenig Straßenhandel in Berlin gibt – obwohl dieser in vielen Städten zu einer typischen Alltagspraxis gehört. Gerade in einer Zeit, in der vom Staat die selbstständige Arbeit als Ich-AG gefordert wurde, interessierte mich die Ressource ›öffentlicher Raum‹ für mikroökonomische Tätigkeiten. Hierbei musste ich feststellen, dass der öffentliche Raum für bestimmte Gruppen und Praktiken aufgrund strenger Regulierungen und städtischen Repräsentationsvorstellungen kaum zur Verfügung steht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch eröffnet einen kritischen Blick auf unser Verständnis von öffentlichem Raum in der europäischen Stadt. Gemeinhin wird angenommen, dass es sich um einen offenen und frei zugänglichen Raum handelt. Jedoch wird aus einer feministischen und rassismuskritischen Perspektive deutlich, auf welch komplexe Weise nicht nur bestimmte Nutzungen, sondern auch bestimmte (rassifizierte und vergeschlechtlichte) Menschen exkludiert werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Aufgrund der aktuellen und brisant geführten Diskussion zu Migration und Flucht kommt dem Buch eine wichtige Bedeutung zu. Das Buch liefert hier einen Beitrag, um aus einer rassismuskritischen Perspektive einen Blick auf die Kontinuitäten der ›Krise‹ zu werfen und diese herauszuarbeiten. Daher stehen im Mittelpunkt des Buches die Erfahrungen der Straßenhändler, die im alltäglichen Handeln Krisen bewältigen, wenn sie während ihrer Arbeit sich mit einer kriminalisierenden Regulierung, schlechtem Wetter und alltäglicher Diskriminierung arrangieren müssen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch würde ich am liebsten auf einer großen und internationalen Konferenz von Straßenhändler_innen diskutieren, auf der sie ihr Recht auf Stadt einfordern.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Stadt für alle!

Autor_in(nen)
Noa K. Ha
Buchtitel
Straßenhandel in Berlin Öffentlicher Raum, Informalität und Rassismus in der neoliberalen Stadt
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
258
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3486-0
DOI
10.14361/9783839434864
Warengruppe
1725
BIC-Code
JFSG JFFN JHB
BISAC-Code
SOC026030 SOC007000 SOC026000
THEMA-Code
JBSD JBFH JHB
Erscheinungsdatum
2016-11-03
Auflage
1
Themen
Migration, Stadt
Adressaten
Stadtsoziologie, Europäische Ethnologie, Anthropologie, Stadtgeographie, Stadtplanung
Schlagworte
Straßenhandel, Öffentlicher Raum, Migration, Informalität, Rassismus, Berlin, Stadt, Urban Studies, Wirtschaftssoziologie, Neoliberalismus, Soziologie

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