Frankophone digitale Literatur

Geschichte, Strukturen und Ästhetik einer neuen Mediengattung

Hyperfiction, digitale Poesie & Co. – seit Beginn der digitalen Revolution haben frankophone Autor_innen mit dem literarischen Potential der digitalen Medien experimentiert. Insbesondere im eigenen Land blieben den Werken aber bislang Publikumserfolg und literaturwissenschaftliche Anerkennung verwehrt.

Elisabeth Carolin Bauer setzt eine Auswahl der Werke in einen historischen Kontext und wirft einen literaturwissenschaftlich-analytischen Blick unter die postmodern leichte Oberfläche. Sie zeigt: Die klassischen narrativen Verfahren sind im neuen Medium weiter gültig, doch ihre Ausformulierung in eigenen genuinen Techniken ist stets überraschend und virtuos. »Digitale Literatur« hat den Rang einer eigenen Mediengattung neben z.B. »Hörspiel« und »Film« durchaus verdient.

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2016-08-15, 338 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3498-3

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Elisabeth Carolin Bauer

Elisabeth Carolin Bauer, Universität Regensburg, Deutschland

... mit Elisabeth Carolin Bauer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Aus dem US-amerikanischen und deutschsprachigen Raum war mir das Phänomen Hyperfiction bekannt, und es war naheliegend, mich als Romanistin mit dem Thema zu befassen. Schnell habe ich bemerkt, dass die französischsprachige Literaturgattung eine eigenständige Entwicklung darstellt. Umfassende Literatur zum Thema gibt es bislang kaum, und damit war die Idee geboren, der frankophonen digitalen Literatur sowohl deskriptiv als auch literaturtheoretisch und analytisch Würdigung widerfahren zu lassen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch stellt einen unbekannten literarischen Schatz vor, da die Werke sowohl ausgeklügelt erdacht als auch unterhaltsam zu ›lesen‹ sind; ihre systematische Betrachtung erlaubt zugleich eine interessante Sicht auf bekannte literarische Wirkweisen. Überraschend ist, dass Hyperfictions ein missing link bei der Verschmelzung realer und virtueller Welten sind, von traditioneller Printliteratur über Rollenspielbücher, Computerspiele und Adventure Games bis hin zum aktuellen Trendspiel Pokémon Go.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Forschungsdiskussion wird die digitale Literatur eher vernachlässigt, und es wäre schön, wenn dieses Thema neben den anderen wichtigen Themen einen festen Stellenwert gewinnen könnte – insbesondere weil es sich um einen aktuellen, zeitgenössischen Gegenstand handelt, der sich als medial definiertes, gesellschaftskulturelles Phänomen mit dem technologischen Fortschritt dynamisch weiterentwickelt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich mit Patrick Modiano brainstormen, um ihn für ein digitales Werk zu gewinnen. Seine postmoderne Erinnerungsliteratur würde konzeptuell gut zu dem Spiel mit amnestisch wirkenden Schnitten und dem Findezufall des Serendipity-Prinzips zusammenpassen. Es wurde ja vielfach beklagt, dass die digitale Literatur ihr Nischendasein einem fehlenden Paukenschlag verdankt, und einer Hyperfiction vom Schlage eines Patrick Modiano wäre ganz zweifellos der Durchbruch gewiss.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ausgehend von der Analyse ausgewählter Werke der frankophonen digitalen Literatur wird eine Theorie der digitalen Literatur vorgestellt.

Autor_in(nen)
Elisabeth Carolin Bauer
Buchtitel
Frankophone digitale Literatur Geschichte, Strukturen und Ästhetik einer neuen Mediengattung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
338
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3498-3
DOI
Warengruppe
1566
BIC-Code
DSB JFD
BISAC-Code
LIT004150 SOC052000
THEMA-Code
DSB JBCT1
Erscheinungsdatum
2016-08-15
Auflage
1
Themen
Internet, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Komparatistik, Romanistik
Schlagworte
Digitale Literatur, Hyperfiction, Digitale Poesie, Internetliteratur, Multimedia-Literatur, Neue Medien, Literaturwissenschaft, Literatur, Internet, Französische Literatur, Romanistik, Digitale Medien, Medienästhetik

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