Gegenstimmbildung

Strategien rassismuskritischer Theaterarbeit

Wie intervenieren Theaterprojekte in eine rassistisch strukturierte Gesellschaft und ihre Identitätskonstruktionen?

Aus postkolonialer Perspektive und mit Blick u.a. auf postmigrantisches Theater oder die Kontroverse um Blackfacing an deutschen Bühnen zeichnet Tania Meyer Strategien rassismuskritischer Theaterarbeit nach.

Sie stellt Theaterprojekte vor, die das dominanzgesellschaftliche Narrativ über die Aufklärung als ›europäische Errungenschaft‹, mit dem Identitäten des Eigenen und Anderen konstruiert werden, zur Debatte stellen. Die Studie öffnet den Blick auf die historischen Dimensionen rassistischer Unterscheidungspraxen und ihre Tradierungen bis in die Gegenwart und ist zugleich ein Plädoyer zur Repolitisierung von Theater und Theaterpädagogik.

39,99 € *

2016-04-01, 414 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3520-1

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Tania Meyer

Tania Meyer, Universität Potsdam, Deutschland

... mit Tania Meyer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

›Ignorance is a choice!‹ stand letztens auf einem Demonstrationsplakat für die Rechte von Geflüchteten. Es gibt unzählige Initiativen und Aktionen, die sich rassismuskritisch mit Theater, Theaterpädagogik oder kultureller Bildung auseinandersetzen. Die wissenschaftliche Theoriebildung tut sich dagegen schwer mit der Konzeptualisierung antirassistischer Theaterarbeit. Das Buch gibt Anlass zur (selbst-)kritischen Reflexion, und zwar für alle Beteiligten: Theatermacher_innen, Spielende, Zuschauende und diejenigen, die Konzepte z.B. zu Theater und Migration vorschlagen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es geht um die Schwierigkeit, mit Theater – oder allgemeiner mit Kunst oder Kultureller Bildung - nicht rassistisch zu sein. Ein Blick in die Geschichte der Rassifizierungspraxen (Blick- und Sprechweisen, Bildrepertoire etc.) vertieft die aktuellen Diskussionen und erklärt, wie sich Rassismus als Ordnungsstruktur durch stetige Wiederholung stabilisiert. Die Verantwortung – auch des Wider-Sprechens – ist mit dem ›Sprechen als Wiederholung verknüpft‹ (Butler). Daher der Fokus auf Aufklärungskonstruktionen: Er basiert auf der Beobachtung, dass Zugehörigkeiten und Ausgrenzungen durch einen Bezug auf die europäische Aufklärung/Modernität organisiert werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Aus diskurskritischer Perspektive versuche ich, bisher vorliegende Positionen zu interkulturellem Theater oder zu einer theatralen Ästhetik der Differenz zu politisieren. Die Reflexion der Repräsentationspraxen, Identitätspolitiken und institutionellen Rahmungen wie auch der ›Regeln der Kunst‹, v.a. aber der eigenen Sprechposition ist dafür unabdingbare Voraussetzung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich wünschte mir eine Gesprächsrunde mit Shermin Langhoff, Philipp Harpain, Rustom Bharucha, Carmen Mörsch und vielen anderen Leuten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Grundlagenwerk, das in die wesentlichen Debatten einführt, aber auch Informierten und Engagierten neue Verknüpfungen und Dimensionen eröffnet.

»Tania Meyer bearbeitet das Thema äußerst fundiert und gut nachvollziehbar. Theaterpädagogen und Theaterwissenschaftlern, die sich vertieft mit rassismuskritischer Theaterarbeit auseinandersetzen und die übliche Herangehensweisen an das Thema hinterfragen möchten und keine Scheu vor theoretischen Ansätzen haben, kann ich das Buch nur ans Herz legen.«
F. Sigrid Grün, www.socialnet.de, 29.03.2017
»Die Autorin belebt den theaterpädagogischen Diskurs und erneuert die gesellschaftskritische und subversive Komponente des Theaters.«
Pierre-C. Link, Zeitschrift für Theaterpädagogik, 10 (2016)
Autor_in(nen)
Tania Meyer
Buchtitel
Gegenstimmbildung Strategien rassismuskritischer Theaterarbeit
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
414
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3520-1
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN JNA
BISAC-Code
PER011020 EDU040000
THEMA-Code
ATD JNA
Erscheinungsdatum
2016-04-01
Auflage
1
Themen
Theater, Rassismus
Adressaten
Theaterpädagogik, Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft, Visual Studies, Postcolonial Studies
Schlagworte
Theaterpädagogik, Rassismus, Aufklärung, Interkulturalität, Politisches Theater, Postcolonial Studies, Theater, Theaterwissenschaft, Kulturelle Bildung, Pädagogik

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung