Hasard-Schicksale

Der literarische Zufall und das Glücksspiel im 19. Jahrhundert

Zwischen Zufällen und (Un-)Wahrscheinlichkeiten in fiktionalen Texten und den Zufällen und Fügungen des Alltags erkennen wir einen klaren Unterschied. Was sagt uns dieser Umstand grundsätzlich über das Wesen des Literarischen? Anhand detaillierter Untersuchungen der besonderen Kontingenz und Ökonomie von Glücksspielen bei Hoffmann, Balzac, Dostoevskij und Schnitzler widmet sich Sebastian Thede einer Interpretation des Erzählens von Zufall. Dabei legt er den Fokus auf philosophische und narratologische Konflikte zwischen psychologischen Erzählformen sowie den interesselosen Instanzen Roulette-Rad oder Würfel und eröffnet somit neue Ansätze zum Verständnis der erzählenden Literatur des 19. Jahrhunderts.

44,99 € *

2017-01-10, 408 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3521-8

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Sebastian Thede

Sebastian Thede, München, Deutschland

... mit Sebastian Thede

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Zufall und Schicksal sind philosophische und kulturelle Universalien, das Erkenntnispotenzial ihrer Überblendung ist für viele Wissensbereiche äußerst ergiebig. Im Erzählen lässt sich die Aporie beider Konzeptionen produktiv erkennen. Diesem Phänomen im 19. Jahrhundert als signifikantem Zeitraum für das Denken von Zufall sowie die Entwicklung des Romans nachzugehen, ist das Hauptanliegen des Buches.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Darstellung von Zufall wird auf genuine Art und Weise von der Romantik bis zu den großen Erzählungen des 19. Jahrhunderts problematisiert. Die Nuancen entsprechender Verbindungen erhellen Vordergründiges wie ökonomische Debatten oder Sinn-Diskurse, aber auch Abseitiges, etwa die Entwicklung der Detektivgeschichte. Angesichts dieses enzyklopädischen Anspruchs von Zufall und Kontingenz wird derjenige von moderner Prosa auf eigene Art und Weise herauspräpariert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Kaum ein Beitrag über die literarische Moderne, in dem das Thema Kontingenz nicht zur Sprache kommt. Kontingenz bis auf die Wurzel ihrer kulturellen Praxis im Glücksspiel zurückzudatieren, diskutiert eine Eigenheit dieser Moderneforschung und der jeweiligen Texte (etwa von Balzac oder Dostoevskij). Der Ansatz fokussiert zudem wissenspoetologische Fragen und untersucht die Kultur des Spiels. Nicht zuletzt beteiligt sich die Studie direkt an Kontingenz- bzw. Indeterminismus-Debatten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Thema bietet sowohl differenzierte erkenntnistheoretische Anknüpfungspunkte als auch Zugang zu den alltäglichsten Erfahrungen des Lebens. Jede Person, die sich für Kontingenz oder die Einflussnahme von Zufällen interessiert und mit ihr in Berührung gekommen ist hat, – egal auf welche Weise – mit Sicherheit auch Bemerkenswertes zu ihr zu sagen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Mit Fokus auf die Moderne wird eine umfängliche narratologische Kontingenz mithilfe literarischer Glücksspielszenen hervorgehoben.

Besprochen in:
www.literaturkritik.de, 08.10.2018
Autor_in(nen)
Sebastian Thede
Buchtitel
Hasard-Schicksale Der literarische Zufall und das Glücksspiel im 19. Jahrhundert
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
408
Ausstattung
kart., Abb.
ISBN
978-3-8376-3521-8
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 LIT004110
THEMA-Code
DSB
Erscheinungsdatum
2017-01-10
Auflage
1
Themen
Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Philosophie, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Literatur, Kultur, Erzählen, Roman, Kontingenz, Zufall, Glücksspiel, Ökonomie, Moderne, E.T.A. Hoffmann, Honoré De Balzac, Fjodor Dostoevskij, Arthur Schnitzler, 19. Jahrhundert, Wahrscheinlichkeit, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Slavistik, Anglistik, Literaturwissenschaft

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