Sich einen Begriff vom Leiden Anderer machen

Eine Praktische Philosophie der Sorge

Sorge-Beziehungen in Medizin und Pflege sind geprägt von existenzieller Auseinandersetzung mit entscheidenden Fragen des Menschseins. Was kann die antike Philosophie hierzu beitragen?

Patrick Schuchter hat die antiken philosophischen Praktiken der Sorge um sich für die Praktiken der Sorge für Andere (»Care«) in der Gegenwart aufbereitet. Ausgehend von einem weiten und hermeneutisch fundierten Begriff der Sorge mündet die Schrift in eine radikale Neubegründung der Ethik und liefert so einen Impuls für eine aufgeklärte philosophische Praxis und Lebenskunst mitten im Alltag des Lebens und Arbeitens.

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2016-07-19, 390 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3549-2

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Patrick Schuchter

Patrick Schuchter, Alpen-Adria Universität Klagenfurt

... mit Patrick Schuchter

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Streben nach technischen Lösungen und ökonomisches Denken geben auch im Gesundheits- und Sozialsystem den Ton an. Im Umgang mit schwerer Krankheit, mit Schmerz, Trauer, mit dem Tod genügt das aber natürlich nicht. Existenzielle Erfahrungen und Leiden sind unkalkulierbar und oft unlösbar. Grenzsituationen wecken die Sorge um sich und andere. In der Sorge erschließen sich das Dasein und unsere Beziehungen neu. Das Buch macht sich auf die Suche nach der Lebensklugheit beziehungsstiftender Sorge.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Form der Frage verführt natürlich zur Unbescheidenheit. Zum Teil geht es aber eher um die Wiederaneignung alten Menschheitswissens. Ich glaube, dass das Buch für Menschen aus Medizin und Pflege, für Organisationen, Netzwerke und ›Caring Communities‹ alltagsnah und alltagstauglich Anregungen geben kann, wie wir uns mit den Mitteln philosophischen Denkens und des philosophischen Gesprächs in gute, gemeinsame Sorge einüben können. In der bloßen Betriebsamkeit kann der Mensch verloren gehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das vierte Kapitel enthält, das würde ich schon gern behaupten, systematische und neue Perspektiven für die Grundlegung der Ethik ausgehend vom Begriff der Sorge. Das hat neben der ›reinen‹ Theorie praktische Konsequenzen etwa für Ethikberatung und Organisationsethik. Im Diskurs wie in der Gesellschaft: Ich denke, Aufklärung und Demokratisierung beginnen heute bei den Begriffen Sorge und ›Care‹. Philosophieren als Alltagspraxis kann und sollte mit dieser Verknüpfung neu debattiert werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

In der Philosophie möchten wir ja immer gerne auch mit bereits Verstorbenen ins zeitlose Gespräch kommen, etwa mit Epikur. Unter den Lebenden ›vom Fach‹ könnte ich mir eine Diskussionsrunde mit Giovanni Maio (Medizinethik), Anders Lindseth (Philosophische Praxis), Fabienne Brugère (Care-Philosophie), moderiert von Peter Heintel (Prozessethik), vorstellen. Vor allem aber möchte ich mit Menschen aus Pflege, Medizin und mit unmittelbar sorgenden ›Betroffenen‹ im Gespräch bleiben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Auf der Suche nach der verlorenen Weisheit der Sorge ...

»Was wünschen wir uns, wenn wir auf Pflege angewiesen sind? Eine Pflegeethik, die diese Frage stellt, bleibt nicht bei Strukturen stehen, sondern stößt in Grenzbereiche menschlicher Existenz vor. Der vorliegende Band wagt diesen Schritt und leistet auf diese Weise wertvolle Grundlagenarbeit für eine leidenssensible Pflegeethik.«
Axel Bernd Kunze, www.socialnet.de, 09.01.2017
»Ein komplexes, analytisches, fundiertes Buch zur Praktischen Philosophie der Sorge. Empfehlenswert.«
Sandra Matteotti, Philo-Talk, 09.11.2016
»Das Buch macht sich auf die Suche nach der Lebensklugheit beziehungsstiftender Sorge.«
Dieter Bach, www.lehrerbibliothek.de, 21.08.2016
Autor_in(nen)
Patrick Schuchter
Buchtitel
Sich einen Begriff vom Leiden Anderer machen Eine Praktische Philosophie der Sorge
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
390
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3549-2
DOI
10.14361/9783839435496
Warengruppe
1691
BIC-Code
MBDC HPQ MQC
BISAC-Code
MED050000 PHI005000 MED058200
THEMA-Code
MBDC QDTQ MQC
Erscheinungsdatum
2016-07-19
Auflage
1
Themen
Medizin, Ethik
Adressaten
Philosophie, Ethik, Bioethik, Soziologie, Medizin, Pflege und Pflegewissenschaft, Gesundheitswissenschaften sowie Praktiker_innen im Gesundheits- und Sozialsystem
Schlagworte
Philosophie, Ethik, Medizin, Pflege, Sorge, Care, Lebenskunst, Medizinethik, Antike Philosophie

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