Regieren: Die Geschichte einer Zumutung

»Szenen einer missvergnügten Ehe« – dieses bürgerliche Trauerspiel wird derzeit auf den politischen Bühnen westlicher Demokratien gegeben. Es führt vor, wie weit sich Regierende und Regierte auseinander gelebt haben. Von heute auf morgen passiert so etwas nicht. Der Band lässt die wechselvolle Geschichte des Regierens Revue passieren und zeigt, wie angespannt das Verhältnis seit jeher gewesen ist. Dass Kanzler Könige und Bürger Bauern abgelöst haben, hat daran nichts geändert. Andererseits hält diese Mesalliance erstaunlich viel aus – selbst nach blutigen Konflikten arrangiert man sich wieder und findet ein neues Gleichgewicht der Frustration. Die Hoffnung, es gehe trotz allem stetig aufwärts, muss derzeit wieder einmal begraben werden.

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2016-09-05, 168 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3606-2

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Wolfgang Fach

Wolfgang Fach, Deutschland

... mit Wolfgang Fach

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil gegenwärtig Regierende und Regierte einander gefährlich viel zumuten. Bezeichnend ist das Phänomen Trump. Viele Amerikaner sind inzwischen so frustriert von der Politik, dass sie auf Teufel komm raus einen Kandidaten ans Ruder bringen wollen, den politische Kreise als personifizierte Unverschämtheit und potenzielle Katastrophe ansehen, ›a madman who must be stopped‹. In anderen Demokratien geht es weniger hoch her, doch selbst bei uns sind gewöhnungsbedürftige Reibereien neuerdings an der Tagesordnung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Glaubt man dem Common sense, dann erfüllt ein Staat seine Aufgabe, wenn er für Ordnung sorgt. Wir sehen heute, dass das nicht reicht. Gesellschaften werden vom Gefühl der Ordnung zusammengehalten, wie schon Hegel weiß. Die deutsche Angst vor dem Terror z.B. wächst, obwohl es dafür keine handfeste Veranlassung gibt. Den Grund haben ferne Ereignisse in fremder Verantwortung gelegt (Amerika, Frankreich). Gefühle können sich von Verhältnissen entkoppeln: für Regierende sind sie dann eine riskante Zumutung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Sollte Trump nicht nur ein Phänomen, sondern auch ein Fanal sein, müssen sich die Demokratie und ihre Wissenschaft auf einige Turbulenzen gefasst machen. Mit der viel gepriesenen Stabilität demokratischer Ordnungen wäre es jedenfalls nicht mehr weit her. Selbst Hegels Scharfsinn würde dementiert, weiß er doch das irritable Gefühl in modernen Gesellschaften gut aufgehoben. Falls zu allem Überfluss dieser innere Furor eine Liaison mit dem importierten Terror eingeht, werden neue ›Meisterdenker‹ Konjunktur haben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

›Discussion is overrated‹.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Lesestoff für Leute, die sich fragen, wie es mit der Politik soweit kommen konnte (und keine fertigen Antworten erwarten).

»Eine ideengeschichtlich ebenso informierte, pointierte wie auch kritische Bestandsaufnahme.«
Matthias Lemke, Portal für Politikwissenschaft, 08.12.2016
»Insgesamt ist das glänzend geschriebene Buch eine erhellende Lektüre. Auch für Regenten.«
Michael Schornstheimer, Deutschlandradio Kultur, 26.11.2016
Besprochen in:
public, 11 (2016)
www.maecenata.eu, 3 (2016)
Autor_in(nen)
Wolfgang Fach
Buchtitel
Regieren: Die Geschichte einer Zumutung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
168
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3606-2
DOI
Warengruppe
1733
BIC-Code
JPA JPHV
BISAC-Code
POL010000 POL007000 POL032000
THEMA-Code
JPA JPHV
Erscheinungsdatum
2016-09-05
Auflage
1
Themen
Politik
Adressaten
Politikwissenschaft, Politische Soziologie, Geschichte der Neuzeit
Schlagworte
Regieren, Widerstand, Souveränität, Repräsentation, Repression, Loyalität, Politikverdrossenheit, Neoliberalismus, Politik, Politische Theorie, Demokratie, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft

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