Performative Lyrik und lyrische Performance

Profilbildung im deutschen Rap

Rap existiert nicht auf dem Papier – Rap muss aufgeführt werden. Entscheidendes Qualitätsmerkmal ist dabei der individuelle Stil eines Rappers, sein »Flow«. Johannes Gruber untersucht dieses Phänomen erstmalig genauer anhand der von ihm entwickelten Flowanalyse. Die Anwendung dieser Methode auf über 600 Raptracks und die zugehörigen Texte liefert erstaunliche Ergebnisse und mündet in eine umfassende »Poetik des Rap«. Diese fasst standardisierte Verfahren der Textproduktion und -aufführung zusammen und zeigt den deutschen Rap in seiner ganzen Klanglichkeit. Wie Rapper diese Mechanismen und Strategien nutzen, um ein spezifisches Image bzw. Profil zu generieren, zeigt die Studie anhand der Genre-Stars Sido und Bushido.

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2016-12-21, 392 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3620-8

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Johannes Gruber

Johannes Gruber, Hannover, Deutschland

... mit Johannes Gruber

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mittlerweile gibt es zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zum deutschen Rap. Dabei stehen meist die Inhalte der Texte oder die Rappenden selbst im Fokus. Untersuchungen zur poetischen Qualität von Raptexten wurden bislang jedoch kaum veröffentlicht – zu banal scheint die Textaussage, zu eindimensional die Sprecherabsicht, zu primitiv die Reim-dich-oder-ich-fress-dich-Endreimstruktur. Außerdem ist der ›Flow‹ als zentrales Erlebnisphänomen mit den gängigen Forschungsansätzen nicht zu fassen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Begreift man Rap als performative Lyrik (Raptexte) und lyrische Performance (Raptracks) gleichermaßen, eröffnen sich neue Beobachtungsfelder: Standardisierte poetische Verfahren werden ableitbar, Rappende werden hinsichtlich ihrer sprachlichen und performance-technischen Fertigkeiten (›Flow‹) vergleichbar, Strategien der Image-Bildung werden sichtbar und Kennzeichen für individuelle Kreativität, Innovativität und Subversivität überhaupt erst erkennbar.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Vor allem aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektive scheint der deutsche Rap ein interessantes Untersuchungsfeld zu bieten, entsprechend ist er in dieser Hinsicht in vielen Facetten gut erschlossen. Dieses rege Interesse kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass gerade aus literatur- und musikwissenschaftlicher Sicht Nachholbedarf besteht. So werden erst auf Grundlage einer interdisziplinär ergründeten ›Poetik des Rap‹ Aussagen über Authentizität und Inszenierung im Rap möglich.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit jenen, die Rap immer schon als performative Lyrik und lyrische Performance verstanden und gelebt haben, etwa Samy Sorge, Robert Gwisdek, Nina Sonnenberg und Bastian Böttcher. Von der poetischen Qualität von Raptexten müssten sie nicht erst überzeugt werden, sie hätten noch zahllose weitere Beispiele und sicher interessante weiterführende Gedanken.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Grund, warum Sie Rap zukünftig hoffentlich mit offeneren Ohren begegnen werden.

Autor_in(nen)
Johannes Gruber
Buchtitel
Performative Lyrik und lyrische Performance Profilbildung im deutschen Rap
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
392
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-3620-8
DOI
Warengruppe
1591
BIC-Code
AVA AVGP JFCA
BISAC-Code
MUS020000 SOC022000
THEMA-Code
AVA AVLP JBCC1
Erscheinungsdatum
2016-12-21
Auflage
1
Themen
Popkultur, Musik
Adressaten
Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft, Popularmusikforschung, Kulturwissenschaften, Soziologie, Linguistik, Deutschdidaktik, Deutschpädagogik, Musikdidaktik, Musikpädagogik, Sozialpädagogik, Psychologie sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Rap, Lyrik, Jugendsprache, Flow, Image, Hip-Hop, Sido, Bushido, Performanz, Poetik, Popkultur, Musik, Popmusik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft

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