Vom Theater zum Cyberspace

Körperinszenierungen zwischen Selbst und Algorithmus

Die körperliche Selbstinszenierung befindet sich – im Zuge der globalen Digitalisierung – in einem für die Identitätsbildung gravierenden Wandel. Dies hat zur Folge, dass die phänomenologische Verschmelzung des Körpers mit der Umwelt unübersichtlich manipulierbar wird. Die Universalisierung von Schriften, Sprachen, Symbolen und Bildern in den binärlogischen Code der Computertechnik erhebt die digitalen Maschinen zu Repräsentanten eines durch Daten definierten Positivismus. Wie sich in diesem Wandlungsprozess menschlicher Körper und Geist in einer neu ausgestalteten Natur der Dinge orientieren, wird unter anderem auf der Machtebene offensichtlich. Robert Krajniks Studie zeigt, wie der Subjektbegriff dabei zugespitzter denn je in Umbruch gerät.

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2016-09-14, 276 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3621-5

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Robert Krajnik

Robert Krajnik, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Deutschland

... mit Robert Krajnik

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Inzwischen ist es selbstverständlich geworden, sich von Computern durch das Leben leiten zu lassen. Die unreflektierte Annahme dieses Umstandes erfordert aus meiner Sicht eine Diskussion darüber, ob und wie wir als Menschen künftig Beziehungen, Begegnungen und Verhältnisse in einer sich verändernden Ökologie der Dinge, der Natur und Kultur unter dem Eindruck der Digitalisierung noch beeinflussen wollen oder können. Wie hierin theatral inszenierte Subjekte gedeutet und wirksam werden, diskutiert das Buch.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Eine neue Perspektive ist darin ausgedrückt, die Wirkungen der Digitalisierung im Kontext theatraler Selbstinszenierung auszuloten. Vor allem geht meine Argumentation dahin aufzuzeigen, wie tief dieser Einfluss in das Gewebe der Bedeutungen eindringt. Eine der Konsequenzen zeigt sich in einem radikal computerisierten Positivismus, der die Beziehung zu sich selbst und anderen in Datenströmen definiert. Wie stark der Körper und die Subjektkonstitution darin verstrickt sind, legt der Text offen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Im Zuge der Digitalisierung entsteht ein symbolisch überschichteter Bedeutungsraum, der fetischisiert einen unruhigen Narzissmus gedeihen lässt – darin schimmert die Selbstinszenierung. Der materielle Körper wird verzerrt, die Oberflächen dominieren, der Körper wird zum Abbild. In der Folge vollzieht sich eine fundamentale Symbol- und Sinnverschiebung. Die Digitalisierung sickert in Machtdiskurse, Körperlichkeit und Subjektkonstitution. Die Tragweite dessen sollte insgesamt differenzierter diskutiert werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Harald Welzer, Byung-Chul Han, Slavoj Zizek, Donna Haraway, Karen Barad und Helge Schneider.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Logik des Computers erzeugt eine Illusion von Existenz, die nicht vereinbar ist mit den Konsequenzen eines vergänglichen Körpers.

Besprochen in:
GMK-Newsletter, 10 (2016)
Zeitschrift für Theaterpädagogik, 4 (2018), Pierre-Carl Link
Autor_in(nen)
Robert Krajnik
Buchtitel
Vom Theater zum Cyberspace Körperinszenierungen zwischen Selbst und Algorithmus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
276
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3621-5
DOI
10.14361/9783839436219
Warengruppe
1571
BIC-Code
JNA AN JHB
BISAC-Code
EDU037000 PER011020 SOC022000
THEMA-Code
JNA ATD JHB
Erscheinungsdatum
2016-09-14
Auflage
1
Themen
Theater, Bildung, Internet, Körper
Adressaten
Medienpädagogik, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft, Phänomenologie, Medienphilosophie
Schlagworte
Theater, Körper, Medien, Kultur, Pädagogik, Cyberspace, Identität, Digitalisierung, Subjektbegriff, Bildung, Medienpädagogik, Theaterwissenschaft, Medienästhetik

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