Philosophie der Lebensführung

Ethisches Denken zwischen Existenzphilosophie und Konstruktivismus

Existenzphilosophie fragt nach dem Sinn menschlichen Lebens. Für den Konstruktivismus ist diese Frage schon beantwortet, ja, sinnlos: Für ihn ist die Wirklichkeit des Einzelnen ohnehin die ganze Wirklichkeit – es gibt keine »Objektivität«. So fremd sich beide Denkweisen also gegenüberstehen, so nahe sind sie sich in ihrer radikalen Subjektivität. René Weiland nimmt diese fremde Nähe in den Blick, indem er sich von der Kategorie der Innen-Außen-Differenz als eines Schaltbegriffs leiten lässt, der beide Denkweisen untergründig miteinander verbindet: als Nahtstelle alles Systemischen wie als Nadelöhr unserer Individuationen. Ein Buch für Philosophen und Psychologen – und für Resilienz-Forscher.

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2016-09-07, 236 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3632-1

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René Weiland

René Weiland, Berlin, Deutschland

... mit René Weiland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Buch formuliert einen existenzphilosophischen Einwand. Danach ist Philosophie weniger eine Wissenschaft als ein Medium, das uns dabei hilft, unser Gleichgewicht zu finden. Sie erinnert uns daran, dass wir nicht über die Bedingungen unserer Existenz verfügen. Wir können immer nur auf diese antworten. Hierin besteht, paradoxerweise, unsere Freiheit: Je mehr ich mich in meiner Fremdbestimmtheit, in meiner anfänglichen Verspätung annehme, desto freier und zugleich realitätstüchtiger wird sich mein Ich aufbauen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Perspektiven, die es eröffnet, sind diejenigen, die in ihm selber wirken: die der Differenz von Innen und Außen. Diese steckt nicht nur in unserem Verhältnis zur äußeren Wirklichkeit, sondern auch zu uns selber. Wenn ich per Ultraschall in mein Inneres blicke, so ist das, was ich sehe, mir durchaus fremd und äußerlich, wenn nicht bedrohlich. Andererseits kann mir in Form einer Landschaft oder einer menschlichen Begegnung etwas entgegentreten, was mir auf unerklärliche Weise vorvertraut ist. D.h., die Differenz von Innen und Außen setzt sich im Außen wie in unserem Innern fort. Wir kommen nirgends, nicht einmal bei uns, an. Andererseits sind wir erst in diesem Bewusstsein ›bei‹ uns.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ich richte mich, wie gesagt, gegen die szientifische Selbstreduzierung von Philosophie, aber auch gegen die komplementäre konstruktivistische Vorstellung, wir selber würden uns und unsere Realität(en) erzeugen. Sicher, Realität ist nicht schon vorfindbar – weder durch Sprache abbild-, noch per Denken referierbar. Und doch gibt es eine Wirklichkeit: als Widerstand, eben als Heteronomie unserer Existenzbedingungen. Dazu gehört, dass ich mich und einen Kontext vorfinden muss, bevor ich mich und eine Welt entwerfen kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die, aller Bildung, allem Wissen zum Trotz, ›naiv‹ denken.

5. Ihr Buch in einem Satz:

... einer Frage: Wie komme ich durch die Differenz von Innen und Außen, die mich bestimmt, auf eigene, meine Weise hindurch?

Besprochen in:
www.lehrerbibliothek.de, 5 (2017), Dieter Bach
Autor_in(nen)
René Weiland
Buchtitel
Philosophie der Lebensführung Ethisches Denken zwischen Existenzphilosophie und Konstruktivismus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
236
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3632-1
DOI
10.14361/9783839436325
Warengruppe
1521
BIC-Code
HPQ JM
BISAC-Code
PHI005000 PSY000000
THEMA-Code
QDTQ JM
Erscheinungsdatum
2016-09-07
Auflage
1
Themen
Ethik
Adressaten
Philosophie, Psychologie, Resilienz-Forschung
Schlagworte
Existenzphilosophie, Konstruktivismus, Innen-Außen, Karl Jaspers, Objektivität, Subjektivität, Individuation, Ethik, Lebenskunst, Psychologie, Philosophiegeschichte, Philosophie

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