Bilder der Normalisierung

Gesundheit, Ernährung und Haushalt in der visuellen Kultur Deutschlands 1945-1948

In keinem anderen Abschnitt der deutschen Nachkriegszeit wurden Vorstellungen von Gesellschaftsstrukturen so intensiv auf visueller Ebene verhandelt wie in den Jahren 1945-1948. Insbesondere Bilder zu Themen wie Hygiene und Gesundheit, Ernährung und Hausarbeit fungierten als Projektionsfläche für den Übergang von Mangel- und Ausnahmeerscheinungen hin zu einem »normalen« Gesellschaftsleben und zu traditionellen Geschlechterrollen. Wie Magdalena Saryusz-Wolska und Anna Labentz zeigen, lässt sich anhand von öffentlich zugänglichen Bildern aus Illustrierten, Frauenzeitschriften, Werbung, Ausstellungen, Propagandaplakaten und exemplarischen Filmen der facettenreiche, oft widersprüchliche Prozess der Rückkehr zur Normalität nachvollziehen.

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2017-01-20, 288 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3644-4

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Magdalena Saryusz-Wolska

Magdalena Saryusz-Wolska, Universität Lodz, Deutsches Historisches Institut Warschau, Polen

Anna Labentz

Anna Labentz, Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Deutschland

... mit Magdalena Saryusz-Wolska und Anna Labentz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil uns bei der Durchsicht von Zeitschriften, Plakaten und Flugblättern aus der unmittelbaren Nachkriegszeit klar geworden ist, dass die gängigen Vorstellungen von den damaligen Bilderwelten wenig mit der Realität zu tun haben. Bereits kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es viele, oft bunte, heitere Botschaften, die in visueller Form vermittelt wurden. Was zunächst als ein viel kleineres Forschungsvorhaben angedacht war, hat sich zu einer eigenständigen Publikation entwickelt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wir arbeiten mit unterschiedlichen Medien, vergleichen Fotografie, Filme und Zeichnungen. Auf diese Weise möchten wir den Standpunkt der Rezipientinnen und Rezipienten nachvollziehen. In den 1940er Jahren ging die Mehrheit der Deutschen ins Kino, las Zeitungen, lief an Litfaßsäulen vorbei, betrachtete Flugblätter und Plakate. In unserem Buch zeigen wir diese Vielfalt der visuellen Kultur auf und gehen der Frage nach, welche Wirkung diese miteinander agierenden Bilder haben konnten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Indem wir die Perspektive der Rezipientinnen und Rezipienten in den Fokus nehmen, beantworten wir Fragen nach den gesellschaftlichen und kulturellen Wirkkräften von Bildern. Insbesondere in Bezug auf die Rekonstruktion des traditionellen Familienmodells in Ost- und Westdeutschland scheint die Rolle der visuellen Kultur bisher unterschätzt worden zu sein. Diese Bilder lieferten bestimmte Vorstellungen von der ›idealen‹ Familie, deren Grundlage der arbeitende Mann und die Hausfrau-Mutter waren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Natürlich mit allen, die es lesen möchten. Obwohl wir keine Historikerinnen sind, haben wir ein Buch geschrieben, das sich mit Geschichte befasst, und sind dennoch kulturwissenschaftlichen Ansätzen treu geblieben. Deswegen freuen wir uns vor allem auf Eindrücke von Leser_innen, die ebenfalls zwischen den Disziplinen arbeiten. Die Voraussetzungen der Interdisziplinarität zu erfüllen, war schließlich eine wahre Herausforderung für uns.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es ist ein Buch über die Rolle von Bildern im Aufbau der deutschen Gesellschaft in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Besprochen in:
H-Soz-u-Kult, 18.09.2017, Leonie Treber
Buchtitel
Bilder der Normalisierung Gesundheit, Ernährung und Haushalt in der visuellen Kultur Deutschlands 1945-1948
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
288
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3644-4
DOI
10.14361/9783839436448
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB HBJD ABA JFD
BISAC-Code
HIS054000 HIS014000 ART009000 SOC052000
THEMA-Code
NHTB NHD ABA JBCT
Erscheinungsdatum
2017-01-20
Auflage
1
Themen
Bild, Kulturgeschichte
Adressaten
Kulturwissenschaften, Bildwissenschaft, Zeitgeschichte, Kulturgeschichte, Kunstgeschichte, Filmwissenschaft
Schlagworte
Visual History, Visuelle Kultur, Nachkriegsdeutschland, Wiederaufbau, Kulturgeschichte, Gesundheit, Ernährung, Haushalt, Hygiene, Normalisierung, Normalität, Geschlechterrollen, Bild, Deutsche Geschichte, Bildwissenschaft, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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