Gefüge des Zuschauens

Begehren, Macht und Differenz in Film- und Fernsehwahrnehmung

»Gefüge des Zuschauens« ist eine experimentelle medienwissenschaftliche Studie: Mit Collagen und im Dialog mit jungen Erwachsenen untersucht Julia Bee Rezeptionserfahrungen von TV-Serien wie »True Blood« und Filmen wie »The Dark Knight«. Indem Affekte und Perzepte dabei als Politiken der Wahrnehmung, des schöpferischen Begehrens und mannigfaltiger Differenzen betrachtet werden, zeigt die Studie, dass Gefüge, Prozesse und Kräfte ein konzeptuelles Gegengewicht zu einer linear-kausalen Wirkung bilden. Aus prozessphilosophischer Perspektive wird unter Rückgriff auf die Arbeiten von William James, Gilles Deleuze/Félix Guattari und Brian Massumi die Zuschauer_innen-Forschung so als schöpferisches, heterogenes Gefüge entwickelt.

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2018-08-20, 392 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3670-3

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Julia Bee

Julia Bee, Juniorprofessorin für Bildtheorie an der Bauhaus-Universität Weimar

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Immer noch gilt das Publikum als passiv den Affizierungen von Bildern ausgesetzt. Zuschauen ist jedoch eine kreative Praxis! Ich beschreibe daher die Kreativität als Gefüge. Dieses verhandelt Differenz, Macht und Gewalt. Ebenso wollte ich der Praxis des Zuschauens mit einer kreativen Methode Rechnung tragen, die selbst mit Gefügen arbeitet: Ich arbeite an Bildercollagen von Rezipient*innen über populäre TV-Serien und Filme Weisen der Individuationen zwischen Kritik und Affirmation heraus.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es zeigt, dass Zuschauen ein mikropolitisches Ereignis ist. Gefüge des Zuschauens nimmt die Situiertheit von Wissen sehr ernst und zeigt, wie stark Ergebnis und Methode verflochten sind. Mein Buch mobilisiert also nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch ein Gefüge. Dadurch entsteht eine Perspektive, die die Medialität von Wissen im Hinblick auf eine konkrete empirische Studie ausbaut. Es werden Bilder als eigenständige Wissensformen betrachtet, die für diese Medialität sensibilisieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es situiert sich in den aktuellen Science and Technology Studies genauso wie in der Philosophie der Erfahrung von William James und des Begehrens Deleuze'/Guattaris. Empirische und ethnographische Vorgehen werden mit philosophischen Konzepten verbunden: In letzter Zeit wird dies häufig eher gegensätzlich in den Medienwissenschaften gedacht. Das Buch ist also auch eine kleine Intervention in dieses Ausspielen des konzeptuellen Denkens gegen Ethnographie oder Empirie.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen Teilnehmenden an meiner Studie...! Ich hoffe, ich schaffe dies auch mit den meisten! Und dann gibt es hoffentlich eine Weiterentwicklung der Methode.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Zuschauen produziert ein Gefüge aus Affekten, Differenzen und ist voller Fluchtlinien: Zuschauen ist die Affirmation des Anders-Werdens.

Autor_in(nen)
Julia Bee
Buchtitel
Gefüge des Zuschauens Begehren, Macht und Differenz in Film- und Fernsehwahrnehmung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
392
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3670-3
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA JFDT APT
BISAC-Code
SOC052000 PER004030 PER010030
THEMA-Code
JBCT ATF JBCT2
Erscheinungsdatum
2018-08-20
Auflage
1
Themen
Medien, Film, Fernsehen
Adressaten
Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Film- und Fernsehwissenschaft, Soziologie, Ethnologie, Philosophie, Bildwissenschaft
Schlagworte
Film, Fernsehen, Bildforschung, Zuschauer_innenforschung, Rezeption, Empirie, Experiment, Collage, Gewalt, Macht, Begehren, Affekt, Perzept, Gender, Vampire, Superhelden, True Blood, The Dark Knight, William James, Gilles Deleuze, Félix Guattari, Brian Massumi, Prozessphilosophie, Medien, Medienästhetik, Medienwissenschaft

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