Identitätspolitik

»Architect Professor Cesar Pinnau« als Entwurf und Entwerfer

Der Architekt Cäsar Pinnau (1906–1988) ist bis heute heftig umstritten: War er ein wichtiger Vertreter nationalsozialistischer Architektur? Hat sich seine Haltung in sein Wirken nach 1945 übertragen? Oder fühlte er sich zeitlebens dem überhistorischen Klassizismus verpflichtet?

Eduard Führ untersucht, wie die Identität eines Architekten entworfen wird – durch selektive Zusammenstellung seiner Werke und durch unscharfe Datierungen, durch Konstruktion einer Biografie und durch Publikationen. Die Studie zeigt, wie Pinnau selbst in seinen Werken für Staat, Unternehmen und Eliten Identitäten gestaltet, und diskutiert, wie die Ansätze einer Analyse Pinnaus zu kontroversen Identitätsbestimmungen der Disziplin Architektur genutzt werden.

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2016-09-19, 212 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3696-3

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Eduard Heinrich Führ

Eduard Heinrich Führ, Technische Universität Cottbus (1994-2010), Deutschland

... mit Eduard Heinrich Führ

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Auf einer Vorbereitungskonferenz im Mai vergangenen Jahres zu einer Ausstellung über Cäsar Pinnau (1906-1988) im Altona Museum (23.9.2016 - 26.3.2017) gab es anhand der Bauten Pinnaus im Dritten Reich und in der Bundesrepublik Deutschland eine emotional aufgeladene grundsätzliche Diskussion über das Politische der Architektur. Das hat mich dazu gebracht ein Buch über Cäsar Pinnau zu schreiben und darin seine Biografie und Publikationen über ihn mit ungenauen Datierungen seiner Bauten und falschen Zuschreibungen einzelner Bauwerke an ihn (Bielefelder Kunsthalle, Olympic Tower New York) aufzudecken, zudem vier der Bauten und Planungen (u.a. Hotel an Speers ›Nord-Süd-Achse‹ in Berlin, das Verwaltungsgebäude der Reederei ›Hamburg Süd‹, die tatsächlich von ihm sind), zu analysieren sowie die in diesem Zusammenhang stets eingebrachten Theorien des ›Neoklassizismus‹ und der ›Moderne‹ genauer kritisch zu diskutieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich gehe in dem Buch nicht von vorgeprägten Einschätzungen aus und subsumiere die Werke darunter. Ich ›breche‹ die Urteile nicht ›herunter‹, so dass ein Gebäude zu ›einem Fall von ...‹ wird. Ich gehe vielmehr ›bottom up‹ vor, analysiere die einzelnen Bauwerke, ihren urbanen Kontext, ihren Gebrauch und ihre mediale Darstellung. So erkennt man die Schwächen und Widersprüche der Architektur im Dritten Reich als Teil ihres politischen Charakters. Und man erkennt die politischen Absichten des Architekten und seiner Bauherren (Oetker, Onassis und weitere Unternehmer und Unternehmen).

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das große Problem in der Architekturgeschichte, überhaupt in den Architekturwissenschaften, ist es, wie bzw. mit welchen Methoden man die Bedeutung von Architektur erschließen kann; eigentlich noch darüber hinaus, was denn die Bedeutung von Architektur sein kann. Ich führe in dem Buch an vier Beispielen eine Bedeutungsanalyse durch und stelle die Methode zur Diskussion.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Ruth Pinnau.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ziemlich unüblich in der Architekturgeschichte: ein kritisches Buch über einen einzelnen Architekten.

»Dieses Buch über den Hamburger Architekten Cäsar Pinnau (1906-1988) ist eine längst überfällige ›Entdekorierung‹ vom Architektennimbus und von glorifizierenden Werkverzeichnissen am konkreten Beispiel.«
André Deschan, http://derarchitektbda.de/entdekorierung/, 27.01.2017
Autor_in(nen)
Eduard Heinrich Führ
Buchtitel
Identitätspolitik »Architect Professor Cesar Pinnau« als Entwurf und Entwerfer
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
212
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3696-3
DOI
10.14361/9783839436967
Warengruppe
1584
BIC-Code
AM HBLW HBTB
BISAC-Code
ARC010000 HIS037070 HIS054000
THEMA-Code
AM NHTB
Erscheinungsdatum
2016-09-19
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Architektur
Adressaten
Architekturgeschichte, Architekturtheorie, Kulturwissenschaften, Soziologie, Politikwissenschaft
Schlagworte
Architektur, Politik, Drittes Reich, Nationalsozialismus, BRD, Cäsar Pinnau, Olympic Tower New York, Hamburg, Bremen, Berlin, Nord-Süd-Achse, Reichskanzlei, Identität, Kulturgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Zeitgeschichte

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